logo


E-Mail-Adresse *

Anrede 

Vorname

Nachname

Aktion wählen:
 Anmelden
 Abmelden

Angaben mit * sind Pflichtangaben.


Pfarrer  Seite drucken

Seelsorger mit 70-Stunden-Woche

Pfarrer Jörg Meyrer
© katholisch.de
Pfarrer Jörg Meyrer ist seit 2002 in Ahrweiler tätig.

Seit 2002 ist Jörg Meyrer Seelsorger in St. Laurentius

"Eigentlich wollte ich gar nicht nach Ahrweiler", gesteht Pfarrer Jörg Meyrer grinsend. Der Ruf der lebendigen Gemeinde ging schon damals weit über die Stadtgrenzen hinaus und hatte den jungen Pastor auch in Rümmelsheim bei Bad Kreuznach erreicht, wo er vorher tätig war. "Ich wusste, dass mein Vorgänger hier ein sehr guter Pastor war und die Menschen ihn über alle Maßen geschätzt haben", erklärt er seine erste Skepsis. Meyrer befürchtete, den Ansprüchen an einen Nachfolger nicht genügen zu können.

Dass sich der junge Priester doch noch einen Ruck gegeben hat, freut heute alle Seiten. Meyrer fühlt sich in Sankt Laurentius sehr wohl und die Gemeinde ist rundum zufrieden mit ihrem Pfarrer: "Die Zusammenarbeit hier im Team ist sehr gut", betont etwa Organist Klaus-Dieter Holzberger. Und die Mitglieder des Pfarrgemeinderates sind froh, dass Meyrer ihnen bei vielen Aktionen freie Hand lässt.

"Ich habe hier unheimlich gute Mitarbeiter", betont denn auch der Pfarrer selbst. "Es gibt Dinge, von denen ich gar nicht weiß, dass sie passieren und sie passieren doch", schmunzelt er. Etwa die Organisation des dreitägigen Pfarrfests. "Das läuft von A bis Z mit hunderten von Ehrenamtlichen, die hinter den Ständen stehen oder den wunderschönen bunten Abend vorbereiten", sagt das Gemeindeoberhaupt stolz und betont zugleich: "Das alles funktioniert nur, weil Menschen in der Gemeinde Verantwortung übernehmen und selbständig Entscheidungen treffen."

Pfarrer Meyrer beim Pfarrfest von St. Laurentius in Ahrweiler.
© Pfarrei St. Laurentius Ahrweiler
Pfarrer Meyrer beim Pfarrfest von St. Laurentius.

60- bis 70-Stunden-Woche

Arbeitslos ist der Pfarrer deshalb noch lange nicht: "In der Woche arbeite ich etwa 60 bis 70 Stunden", erzählt er. Zeit, die der Geistliche auf die Gemeinde und das Dekanat verteilt, denn der 45-Jährige ist zugleich auch Dechant in der Region Ahrweiler. Auf Dekanatsebene ist im Moment der Umstrukturierungsprozess im vollen Gange: Bis zum Jahr 2020 soll Sankt Laurentius mit der Gemeinde in Bad Neuenahr zusammengelegt werden. Im Moment stehen deshalb viele Konferenzen an, denn es gibt einiges zu klären.

Auch in der Gemeinde gibt es viel zu tun. "Meine Woche ist sehr bunt", sagt Meyrer und blättert vor seinem geistigen Auge den Terminkalender durch. "Zunächst muss ich natürlich ganz klassisch Gottesdienste halten und Predigten vorbereiten", sagt er. Darüber hinaus stehen vor allem Treffen mit Menschen aus der Gemeinde im Vordergrund. So begleitet er Trauernde, bereitet Hochzeiten und Taufen vor.

Zu einem riesigen Berg von Verwaltungsarbeit kommen jeden Tag ganz unterschiedliche Anfragen per Mail oder Telefon hinzu: "Wie heute morgen, da wollte jemand wissen, ob wir hier die Tridentinische Messe feiern - machen wir aber nicht." Viel Zeit nehmen auch Teamsitzungen und Treffen mit Mitarbeitern in der Gemeinde in Anspruch. "Gestern morgen war ich zum Beispiel in der Kita, um den Kindergottesdienst abzusprechen", erzählt Meyrer.

Schritte im Glauben

Besonders Freude bereitet ihm, Menschen Schritte in ihrem eigenen Glauben zu ermöglichen. "Ich habe eine Zusatzausbildung als geistlicher Begleiter gemacht, biete Exerzitien an und begleite Menschen in ihrem Alltag." Einige Männer und Frauen kommen sogar regelmäßig zu ihm, um über Glaubensdinge zu sprechen. Menschen an den Glauben heran oder zur Kirche zurückzuführen - daran ist Meyrer gelegen: "Wir geben Kurse für Menschen, die in die Kirche eintreten wollen", erzählt er. Derzeit seien es drei Protestanten, die gerne zum katholischen Glauben konvertieren wollten.

Daneben sieht der Pfarrer vor allem im Gottesdienst eine gute Möglichkeit, um den Glauben in der Gemeinde lebendig zu halten. "In Sankt Laurentius kommen noch viele Besucher in den Gottesdienst, etwa 1.000 Gläubige jeden Sonntag." Das ist über ein Fünftel der Gemeinde und damit liegt Ahrweiler über dem Bundesdurchschnitt. Vor allem die gut organisierte Familienarbeit trägt dazu bei, dass alle Generationen im Gottesdienst sitzen. "Viele, die von außerhalb kommen sagen: Bei ihnen sieht man nicht  nur graue Köpfe in der Messe", freut sich Meyrer.

Wenn der Pfarrer nicht am Altar steht oder sich auf andere Weise seiner Gemeinde widmet sieht man ihn schon mal in Turnschuhen durch Ahrweiler joggen. "Ich muss einfach ein bisschen Sport machen, das brauche ich als Ausgleich", betont er.

Von Janina Mogendorf
zum Anfang zum Anfang
Das Internetportal der Katholischen Kirche in Deutschland
© Katholisch.de
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der Katholisch.de-Redaktion