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Erzbistum München und Freising 21.11.08 Seite drucken

"Tiefgläubige Katholiken in China"

© Erzbistum München und Freising

Kardinal Wetter bewegt von Besuch in der Volksrepublik

München - Glauben und Frömmigkeit katholischer Christen in der Volksrepublik China haben Kardinal Friedrich Wetter sehr bewegt. „Ich habe tiefgläubige Menschen aller Altersgruppen erlebt, Menschen, die auch während des Tages in eine katholische Kirche gehen, dort verweilen und den Rosenkranz beten“, sagte der Kardinal über eine Reise, die ihn vom 30. Oktober bis zum 6. November nach China geführt hatte. Auch von der „großen alten Kultur Chinas“ und dem enormen Aufbauwillen des Landes zeigte sich Wetter beeindruckt.

Der Kardinal war vom katholischen Bischof in Shanghai, Aloysius Jin SJ (92), eingeladen worden. Er kennt den Bischof seit gemeinsamen Studienzeiten in Rom. Bischof Jin hatte ihn auch in München bereits mehrfach besucht. Jin hielt mit Kardinal Wetter während dessen Amtszeit als Erzbischof von München und Freising immer wieder Kontakt und informierte ihn über das kirchliche Leben, so über Priesterweihen, im Bistum Shanghai. Papst Benedikt XVI. ließ über Kardinal Wetter Grüße an Bischof Jin ausrichten.

Wetter, der vom Direktor des unter anderem von den deutschen Bistümern getragenen China-Zentrums e. V. in St. Augustin bei Bonn, Pater Anton Weber SVD, und einer Dolmetscherin begleitet wurde, feierte Gottesdienste in verschiedenen Kirchen des Bistums. Am ersten Tag seines Aufenthaltes besuchte er das Marienheiligtum Sheshan, wo er mit 68 Seminaristen und sieben Novizinnen die heilige Messe feierte. An Allerheiligen feierte er in der mit über 1000 Gläubigen vollbesetzten Kathedrale von Shanghai ein festliches Pontifikalamt. Am Allerseelensonntag hielt er den Gottesdienst für die deutschsprachige Gemeinde in einer dem heiligen Franz Xaver SJ geweihten Pfarrkirche, wo außer den Deutschen wiederum viele chinesische Gläubige anwesend waren. Vor diesem Gottesdienst war Wetter von einem Beamten des für diesen Bereich zuständigen Religionsbüros begrüßt worden.

In Shanghai, das 20 Millionen Einwohner zählt, leben 300.000 Ausländer, davon 10.000 Deutsche, die überwiegend in der Industrie und Wirtschaft tätig sind. Die Gastgeber führten ihn auch in der Altstadt von Shanghai in das Jüdische Synagogenmuseum, wo im ehemaligen jüdischen Viertel während der Zeit des Nationalsozialismus mehr als 30.000 Juden Zuflucht fanden. Auch einen Ort der Erinnerung an die Jesuitenmission in China im 16. und 17. Jahrhundert hat der Kardinal in Shanghai aufgesucht. Er besuchte das Grab des chinesischen Universalgelehrten Xu Guangqi (1562-1633), der einer der bekanntesten katholischen Konvertiten Chinas ist und als eine der „drei Säulen der christlichen Religion in China“ gilt.

Durch den in China wirkenden Jesuitenpater Ricci hatte er zum katholischen Glauben gefunden. Beim Grabe von Xu, der als Regierungsbeamter die Sache des Christentums mit aller Kraft förderte, zeigt eine lebensgroße Bronzestatue, dass die Erinnerung an diese für die Geschichte bedeutende Persönlichkeit lebendig ist. Zum Abschluss seiner Reise besuchte der Kardinal Hongkong und Macao. Dort traf er mit Kardinal Joseph Zen Ze-kiun, dem Bischof von Hongkong, und seinem Koadjutor John Tong, ebenso mit dem Bischof von Macao, Josè Lai Hung-seng, zusammen. Wetter informierte sich im Priesterseminar und in der Zentrale des nach Deutschland größten Caritasverbandes in Hongkong.

Kardinal Wetter hatte bereits im Jahr 2007 eine besondere Begegnung mit der katholischen Kirche in China. Am 16. September dieses Jahres fand im Münchner Liebfrauendom ein denkwürdiger Gottesdienst statt. 50 junge Priester aus Diözesen der Volksrepublik China standen mit Kardinal Friedrich Wetter am Altar. 50 weitere Seminaristen und Ordensfrauen aus der Volksrepublik feierten den Gottesdienst im Dom mit. Kardinal Wetter hatte den Gottesdienst als Zeichen dafür gewertet, dass sich in China die Türen für die Kirche und damit für den christlichen Glauben öffneten. Papst Benedikt XVI. hatte in einem Brief an die Katholiken in China ausdrücklich deren lebendiges Wirken und ihren Willen gewürdigt, der katholischen Weltkirche angehören zu wollen.

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