Armut im Blickpunkt

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In illegalen Siedlungen leben haitianische Tagelöhner unter menschenunwürdigen Bedingungen.Eckpunkte der Adveniat Weihnachts- Aktion
Während in Deutschland lebhaft darüber diskutiert wird, wann und in welchem Maße die Krise bei den Menschen ankommt, ob sie gerade richtig anfängt oder schon fast überwunden ist, hat sie in den Entwicklungsländern längst mit voller Wucht eingeschlagen. Hier gibt es weder Rettungsschirme noch Konjunkturpakete, kein soziales Netz bewahrt die Menschen vor dem Absturz.In vielen Ländern ist die Armut so schnell gestiegen, dass nach Schätzungen der Weltbank 400.000 Kinder zusätzlich ihren fünften Geburtstag nicht mehr erleben könnten. In Lateinamerika, wo die Abhängigkeit von den USA traditionell am größten ist, ging es besonders schnell. Viele Familien zum Beispiel in Haiti, die bisher dank der Überweisungen ihrer verwandten in den USA überleben konnten, warten jetzt vergeblich auf diese Unterstützung, weil die Migranten in den USA ihre Jobs verloren haben.
Armut im Mittelpunkt der Aktion Adveniat 2009
Am Beispiel Haitis, ärmstes Land Amerikas, lenkt die diesjährige Adveniat-Weihnachtsaktion den Blick auf die vergessenen Weltregionen, die besonders unter der derzeitigen Krise zu leiden haben. „Den Armen eine gute Nachricht!“ lautet das Motto der Kampagne. Die Aktion beleuchtet Ursachen, konkrete Auswirkungen und Lösungsansätze und spannt den Bogen zur aktuellen Situation in Deutschland.
Gemeinsam mit den Gästen aus Haiti will Adveniat Wege aus der Armut aufzeigen und Zeichen der Hoffnung und Solidarität setzen. „Das Schicksal der Menschen, denen die Armut alle Träume raubt, darf uns nicht gleichgültig sein“, so Prälat Bernd Klaschka, der Geschäftsführer des katholischen Lateinamerika-Hilfswerks: „Wir Christen können nicht tatenlos zusehen, wie materielle Armut den Reichtum, den jeder Mensch in sich trägt, verkümmern lässt.“
Adveniat-Projekte: Aktiv gegen Armut
Die Kirche in Lateinamerika resigniert nicht vor der Not und Armut, sondern glaubt an die Kraft und den Lebensmut der Bevölkerung. Entschiedenes soziales Engagement kennzeichnen Ordensleute, Priester und Laien. Armut wird als eine pastorale Herausforderung verstanden: sie wird nicht schicksalsergeben angenommen, sondern aktiv bekämpft. Gemeinsam mit seinen Projektpartnern setzt sich Adveniat dafür ein, mit Projekten an der Basis die Solidarität der Armen untereinander zu stärken. Ziel ist es, die Menschen zu befähigen, sich aus eigener Kraft für eine Verbesserung ihrer Situation
einzusetzen.
Beispielland Haiti
Haiti ist das Beispielland der „Aktion Adveniat 2009“. Der kleine Karibikstaat ist das ärmste Land Amerikas. Knapp 80 Prozent der rund 8,9 Millionen Einwohner Haitis müssen mit weniger als zwei Dollar pro Tag auskommen. Schätzungsweise zwei Drittel der arbeitsfähigen Bevölkerung finden höchstens in der Schattenwirtschaft Arbeit und geringes Einkommen.
Die Mehrheit lebt von der Hand in den Mund. Die Lebenserwartung liegt bei nur 53 Jahren, die Kindersterblichkeit ist mit 6,2 Prozent hoch. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung kann nicht richtig lesen und schreiben. Die Abholzung von Regenwäldern, die Haiti einst bedeckten, hat weite Teile des Landes unfruchtbar gemacht. Ohne Wälder istHaiti besonders anfällig für zerstörerische Wirbelstürme. Armut und Arbeitslosigkeit haben viele Haitianer zur Auswanderung getrieben.
Die „Aktion Adveniat 2009“
Unter „Adveniat-Aktion“ versteht man die Weihnachtsaktion der katholischen Kirche in Deutschland. Sie umfasst eine Reihe von Veranstaltungen, die das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat in der Weihnachtszeit in Zusammenarbeit mit zahlreichen Bistümern Deutschlands organisiert, um auf die Nöte in Lateinamerika und die Arbeit von Adveniat hinzuweisen und für Spenden zu werben.
Zu den bundesweit rund 100 Veranstaltungen – Benefizkonzerten, Gottesdiensten, Ausstellungen, Diskussionsforen und Vorträgen – erwartet Adveniat namhafte Gäste aus dem In- und Ausland. Eröffnet wird die „Aktion Adveniat 2009“ am 29. November 2009 im Bamberger Dom. „Ich freue mich, dass die Adveniat-Aktion in diesem Jahr in Bamberg eröffnet wird, zumal wir zum Beispielland Haiti seit langem eine Partnerschaft pflegen“, sagt der Erzbischof von Bamberg, Ludwig Schick. „Adveniat bringt materielle Hilfe und Solidarität im Glauben zusammen und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der Menschen“, so Schick, der gleichzeitig Vorsitzender der Weltkirche-Kommission der Deutschen Bischofskonferenz ist.
Schluss- und Höhepunkt der Adveniat-Aktion ist die traditionelle Weihnachtskollekte für ganz Lateinamerika und die Karibik, die am 24. und 25. Dezember in allen katholischen Gemeinden Deutschlands stattfindet.
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