Diözese feiert 1.000-jähriges Domjubiläum

Kardinal Lehmann stellt Programm zum Jubiläum des Gotteshauses vor
Mainz- Das Bistum Mainz feiert das 1.000-jährige Jubiläum der Vollendung des Mainzer Domes unter Erzbischof Willigis (um 940-1011) vom 1. Februar bis 15. November 2009 mit zahlreichen Veranstaltungen. Bei der Vorstellung des Programms am Montag forderte der Mainzer Bischof, Kardinal Karl Lehmann, dazu auf, den Mainzer Dom als Gotteshaus neu zu entdecken.Vor Journalisten in der Memorie des Mainzer Doms sagte er: "Es braucht eine neue Aufmerksamkeit für den spirituellen Charakter des Domes, der uns mit der tausendjährigen Kunst und Kultur auch heute zum Glauben führen kann." Unter dem Leitwort "Denn der Tempel Gottes ist heilig - und das seid ihr" (1 Kor 3,17) aus dem ersten Korintherbrief "wollen wir vor allem die spirituelle Bedeutung des Domes in unserer Gegenwart hervorheben", sagte Lehmann. Das Domjubiläum 2009 wird von vier Medienpartnern unterstützt, nämlich durch das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF), den Südwestrundfunk (SWR), die Allgemeine Zeitung Mainz und die Mainzer Rhein-Zeitung.
Eröffnet wird das Jubiläum am 1. Februar um 10.00 Uhr mit einem Gottesdienst im Mainzer Dom, der im SWR live übertragen wird. Ein Höhepunkt wird ein Festakt am 11. Oktober im Mainzer Dom sein, bei dem Kardinal Lehmann den Festvortrag halten wird. Der Festakt wird vom SWR live übertragen. Für 14. August ist in Mainz die Übergabe der Sonderbriefmarke der Deutschen Post zum Domjubiläum an Kardinal Lehmann vorgesehen. Vom 28. bis 30. August steht außerdem das Treffen der deutschsprachigen Dombauhütten in Mainz mit einem Handwerkermarkt auf dem Programm, bei dem ein Modell des Mainzer Willigis-Domes erstellt wird.
Den Abschluss des Domjubiläums markiert am 15. November ein Festgottesdienst im Mainzer Dom, der vom ZDF live übertragen wird. Für Juli oder August ist außerdem ein Benefizspiel des FSV Mainz 05 gegen den FC Bayern München geplant.
Kardinal Lehmann wies darauf hin, dass das Domjubiläum im kommenden Jahr in Verbindung mit dem Baubeginn im Jahr 975 unter Erzbischof Willigis und dem endgültigen Abschluss der Bauarbeiten und der feierlichen Weihe im Jahr 1036 unter Erzbischof Bardo gesehen werden müsse. Mit dem aktuellen Jubiläum schließe das Bistum daher an die Feierlichkeiten aus dem Jahr 1975 zum 1.000-jährigen Jubiläum des Baubeginns an.
Konkreter Anlass des Jubiläums 2009 ist der Abschluss der Bauarbeiten am Mainzer Dom, der jedoch sofort wieder abbrannte. "Am 29./30. August des Jahres 1009 ist der von Willigis erbaute Dom kurz vor oder nach der Weihe - wir wissen es nicht ganz genau - einem verheerenden Brand zum Opfer gefallen", erklärte Lehmann. Die Quellenlage dazu sei sehr dürftig.
Der Kardinal sagte, dass das Domjubiläum auch Auftakt für das Gedenken an den 1.000 Todestag von Erzbischof Willigis ist, der im Februar 2011 begangen wird. Im Blick auf Willigis bereite das Mainzer Dom- und Diözesanmuseum für 2011 eine große Ausstellung zum Mainzer Dom vor. Grundsätzlich müsse sich jede Generation das Wissen um Ursprung, Geschichte und Bedeutung des Doms selbst aneignen, sagte Lehmann. "Jubiläen und Gedenktage sind gerade auch heute ein wichtiges Mittel, um dafür Anstöße zu geben."
Wörtlich sagte Lehmann: "Eine lebendige und in der Gegenwart lebende sowie wirkende Kirche feiert ihren Dom, der ganz gewiss auch noch eine Bedeutung hat für die Geschichte und die Kultur unserer Stadt und unseres Landes. Schließlich war Mainz über 1.000 Jahre lang das größte Erzbistum. Groß war es weniger wegen des eigenen Territoriums, sondern weil zum Erzbistum 15 Bistümer gehörten, die dem Erzbischof, der damals einen viel größeren Einfluss hatte als heute, unterstellt waren: von Chur im Süden bis Verden an der Aller im Norden und Prag im Osten."
Lehmann zeigte sich bei der Vorstellung des Jubiläumsprogramms glücklich darüber, "dass die Medienpartner uns bei der Überbringung der Jubiläumsbotschaft und der Bedeutung des Mainzer Doms in die große gesellschaftliche Öffentlichkeit hinein unterstützen wollen".
ZDF-Intendant Markus Schächter, der auch Vorstandsvorsitzender der Stiftung Hoher Dom zu Mainz ist, bezeichnete den Mainzer Dom als "ein ganz besonderes Symbol der nationalen und europäischen Geschichte". Schächter stellte das Begleitprogramm des ZDF zum Domjubiläum vor. Neben der Übertragung des Abschlussgottesdienstes am 15. November ist unter anderem am 1. November eine "Lange Nacht des Mainzer Doms" sowie am gleichen Tag eine 45-minütige Dokumentation über den Dom in der Reihe "Terra X" geplant.
SWR-Fernsehdirektor Bernhard Nellessen stellte die Planungen seines Senders für das Domjubiläum vor. Neben der Übertragung des Eröffnungsgottesdienstes am 1. Februar und des Festaktes am 11. Oktober plant der SWR auch die Übertragung des Benefizspiels zwischen dem FSV Mainz 05 und dem FC Bayern München, für das derzeit noch kein Termin feststeht. Außerdem bereitet der Sender mehrere Reportagen über den Dom und das Treffen der Dombauhütten im August vor.
Bernd Koslowski, Mitglied der Geschäftsleitung der Verlagsgruppe Rhein Main, kündigte an, dass die Allgemeine Zeitung eine Beilage zum Dom veröffentlichen wird. Neben der aktuellen Berichterstattung zum Domjubiläum werde die Allgemeine Zeitung unter anderem einen Kindermalwettbewerb zum Dom ins Leben rufen sowie in Zusammenarbeit mit dem Mainzer Dombauverein eine eigene Veranstaltungsreihe mit Führungen, Konzerten und Gesprächsrunden zum Domjubiläum anbieten.
"Der Dom als Ort der Zuflucht in der Not; der Dom als ein Fels in der Brandung - das sind die Grundgedanken, von denen sich die Mainzer Rhein-Zeitung bei ihrer journalistischen Begleitung dieses außergewöhnlichen Jubiläumsjahres leiten lässt", sagte Joachim Türk, Chefredakteur der Rhein-Zeitung. In der Reihe "Mein Dom und ich" sollen das ganze Jubiläumsjahr über "bekannte und unbekannte Mainzer" Gelegenheit bekommen, Geschichten und Erlebnisse rund um den Mainzer Dom zu erzählen. Darüber hinaus plane die Rhein-Zeitung auch verschiedene Leser-Aktionen und Angebote für Kinder, sagte Türk.
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