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Ritter mit spirituellem Engagement

Malteserkreuz
© Der Souverände Malteserorden
Das achtspitzige weiße Kreuz ist bis heute Zeichen des Souveränen Malteserordens.

Der Krankenpflegeorden ist das geistliche Rückgrat des Hilfsdiestes

Der katholische Malteserorden - mit vollem Namen: Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom Heiligen Johannes zu Jerusalem, genannt von Rhodos, genannt von Malta - ist der einzige heute noch in ungebrochener Kontinuität bestehende geistliche Ritterorden. Er ist ein aus katholischen Laien bestehender Krankenpflegeorden und zugleich -  als Folge seiner früheren Landesherrschaft auf Rhodos und Malta - ein staatsähnliches souveränes Völkerrechts-Subjekt.

Brüder und Laien

Unter den 12.500 Mitgliedern sind einige Professbrüder, andere haben Gehorsam gelobt. Ritter und Damen sind Laien, die sich zu den Werten des Christentums und der christlichen Caritas bekennen. In über 100 Ländern der Welt werden heute vom Orden caritative Dienste angeboten, zu denen noch die Not- und Aufbauhilfe in Katastrophengebieten tritt.

Was die Ordensritter insbesondere auszeichnet, ist ihr spirituelles Engagement im Rahmen der Kirche und die Bereitschaft, sich nach Kräften für die Armen und Notleidenden einzusetzen. Der Malteserorden handelt nach dem Prinzip, das in dem Leitwort "Tuitio Fidei et Obsequium Pauperum" manifest wird: Bezeugung des Glaubens und Dienst an den Armen und Kranken. Hiernach richten sich Damen und Ritter bei ihrem freiwilligen Einsatz in Hilfseinrichtungen, in medizinischen und sozialen Projekten. Heute ist der Orden in über 120 Ländern der Erde mit eigenen medizinischen, sozialen und sonstigen Hilfseinrichtungen vertreten.

Die Gründung

Der Orden entstand im Jahr 1048. Es sollen Kaufleute aus der alten Seerepublik Amalfi gewesen sein, die vom Kalifen von Ägypten die Genehmigung erhielten, in Jerusalem eine Kirche, ein Konvent und ein Hospital zu errichten, in dem den Pilgern ohne Unterschied des Glaubens und der Rasse Schutz und Obdach gewährt werden sollte. Der Orden vom Heiligen Johannes zu Jerusalem – die Klostergemeinschaft, die mit der Leitung des Hospitals betraut wurde – erlangte unter der Leitung des Seligen Bruder Gerhard die Unabhängigkeit.

Mit der Bulle vom 15. Februar 1113 stellte Papst Paschalis II. das Hospital unter den Schutz des Heiligen Stuhles, mit dem Recht, seine Leitung frei zu bestimmen, unabhängig von religiösen oder sonstigen Laienautoritäten. Mit dieser Bulle erlangte der Orden rechtliche Eigenständigkeit gegenüber der Kirche. Die Ritter waren Religiose, verpflichtet durch die drei monastischen Gelübde der Armut, der Keuschheit und des Gehorsams.

Mit der Gründung des Königreiches von Jerusalem durch die Kreuzritter wächst dem Orden die Aufgabe des militärischen Schutzes der Kranken, der Pilger und der eroberten muslimischen Gebiete zu. Neben dem Hospitaldienst übernahm der Orden später auch die Aufgabe der Verteidigung des Christentums. Das damals ausgewählte achtspitzige weiße Kreuz ist bis heute das Zeichen des Ordens.

Die Struktur

Der Orden ist eine unabhängige und souveräne Körperschaft. Er hat eine eigene Rechtsordnung, kann Reisedokumente ausstellen, Briefmarken herausgeben, besitzt Münzrecht und kann öffentlich-rechtliche Anstalten nach melitensischem Recht mit eigener Rechtspersönlichkeit einrichten. An der Spitze des Ordens steht seit 2008 der auf Lebenszeit gewählte 79. Großmeister, Fra` Matthew Festing.

Der Orden, der seinen Sitz in Rom hat, unterhält mit 102 Staaten der Erde - darunter viele nicht katholische Staaten - diplomatische Beziehungen. Dazu kommen Vertretungen bei einigen wichtigen europäischen Ländern sowie ständige Missionen bei europäischen und internationalen Organisationen. Der Malteserorden ist neutral, unparteiisch und unpolitisch. Dies erleichtert ihm in Krisengebieten die Wahrnehmung seiner Aufgaben und gibt ihm die Möglichkeit zu Vermittlungsmissionen.

Der Orden und die Republik von Malta

Nach vertraglicher Regelung mit der Regierung von Malta ist der Orden vor einigen Jahren auch nach Malta zurückgekehrt. Für die Dauer von 99 Jahren hat ihm die Regierung die ungehinderte Nutzung des Forts Sant` Angelo eingeräumt.

Dieses Fort, das in der Stadt Birgu liegt, hat dem Orden von 1530 bis zur Besetzung der Insel durch Napoleon im Jahre 1798 gehört. Heute, nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten, finden verschiedene historische und kulturelle Veranlassungen über den Malteserorden im Fort statt.

Die Deutsche Assoziation

Die Deutsche Assoziation entstand 1993 durch den Zusammenschluss zweier deutscher Gliederungen des Ordens: der 1859 gegründeten Genossenschaft der Rheinisch-Westfälischen Malteser Devotionsritter und des 1866 gegründeten Vereins Schlesischer Malteserritter. Diese waren die ältesten nationalen Assoziationen im Orden. Ihr Zusammenschluss war die Konsequenz aus der bereits bestehenden engen Zusammenarbeit beider Vereinigungen.

Die Deutsche Assoziation hat heute etwa 550 Mitglieder. Die Assoziation ist Initiatorin und Trägerin verschiedener Ordenswerke in Deutschland, vor allem der Deutschen Malteser gGmbH mit ihren Tochtergesellschaften und des Malteser Hilfsdienstes. In den Führungsgremien beider Institutionen arbeiten Mitglieder der Assoziation ehren- und hauptamtlich mit.

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