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Gesellschaft 05.12.08 Seite drucken

Kardinal Lehmann würdigt "Soziallehre-Handbuch"

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Neues Kompedium zu Grundfragen von Menschbild und Gesellschaft

Berlin - Kardinal Karl Lehmann hat das neu erschienene "Handbuch der Katholischen Soziallehre" gewürdigt. Dem Kompendium sei es "in einer eindrucksvollen Weise gelungen", Grundsatzfragen und Probleme der Wertorientierung in den verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen zu reflektieren, betonte der Mainzer Bischof. Es sein ein "sehr wertvolles Studienbuch und Nachschlagewerk", das es sonst vergleichsweise nicht gebe.

Lehmann äußerte sich zur Veröffentlichung des im Berliner Duncker und Humblot-Verlag erschienen Werks. Der Leiter des Katholischen Büros in Berlin, Karl Jüsten, verlas den Beitrag des Mainzer Bischofs am Donnerstagabend in Berlin bei der Vorstellung des Kompendiums in der Konrad-Adenauer-Stiftung. Lehmann erholt sich noch von einer Operation.

Das knapp 1.200-seitige Kompendium geht in 14 Kapiteln auf Grundfragen von Menschbild und Gesellschaftsordnung ein - von ethischen Grundfragen des Lebens bis zur internationalen Ordnung. In 81 Beiträgen äußern sich namhafte Sozialethiker, Philosophen, Juristen, Volkswirte, Soziologen, Pädagogen und Historiker. Herausgeber ist der katholische Sozialethiker Anton Rauscher. Das Werk erscheint im Auftrag der Görres-Gesellschaft und der Katholischen Sozialwissenschaftlichen Zentralstelle.

Die katholische Soziallehre gibt nach Überzeugung Lehmanns wichtige Anregungen zur Bewältigung der derzeitigen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Probleme. Sie biete angesichts der weltweiten Krise verlässliche Grundlagen zur Orientierung, die sich bewährt hätten und weltweite Geltung beanspruchen dürften.

Lehmann sieht in dem Werk auch "eine Gegenwehr gegenüber einem Zerfall der katholischen Soziallehre". Als Gründe dafür nannte er Auseinandersetzungen unter den Wissenschaftlern und eine Spezialisierung, die zwar einerseits notwendig sei, die aber Gefahr laufe, Grundaufgaben zu vernachlässigen. Das Werk zeige demgegenüber, zu welcher "Expansivität und Pluralität, Interdisziplinarität und Differenzierung eine heutige katholische Soziallehre fähig ist, ohne dass sie die innere Einheit und eine methodische Strenge verlieren muss".

Der Bischof äußerte die Hoffnung, dass die katholischen Sozialethiker im Gespräch, "vielleicht auch im Streit über dieses 'Handbuch'", wieder näher zueinander fänden. Der notwendige Austausch habe in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten "zum Teil schwer gelitten".

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