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Kultur 22.12.08 Seite drucken

Erster Kunstpreis des Erzbistums Freiburg verliehen

© Erzdiözese Freiburg
Für sein Werk Pappmonstranz erhielt Ottfried Kallfass den diözesanen Kunstpreis 2008.

Werk "Pappmonstranz" gewinnt die diözesane Auszeichnung

Freiburg - Zum ersten Mal ist der Kunstpreis der Erzdiözese Freiburg vergeben worden. Erzbischof Robert Zollitsch überreichte die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung bei der Eröffnung der Ausstellung „GottesRaum“ im Morat-Institut in Freiburg am Samstag an Otfried Kallfass.

Der in Hamburg lebende und arbeitende Künstler erhielt den Preis für sein Werk „Pappmonstranz“. Um die Frage nach dem Raum für Gottes Wirken zu visualisieren, hat er die barocke Strahlenmonstranz des Johannes Zeckel aus dem Mainzer Domschatz detailgetreu aus Wellpappe nachgebaut, an unterschiedlichste Orte gebracht und fotografisch dokumentiert.

Otfried Kallfass, 1966 in Breisach geboren, absolvierte ein Bildhauereistudium an der Akademie der Bildenden Künste in München und ein Kunsterzieherstudium an der Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe sowie ein Geschichtsstudium an er Universität Freiburg. Mit seinen Werken hat Kallfass, der seit 2006 Gymnasiallehrer in Hamburg ist, bereits an mehreren Gruppenausstellungen unter anderem in Paris, Schwäbisch Hall, Waldkirch und Schiltigheim (Frankreich) teilgenommen.

Nach den Worten des Freiburger Erzbischofs soll mit dem Kunstpreis der Dialog zwischen Kirche und Kunst gefördert und wieder neu belebt werden. Lange Zeit sei die Kirche als Auftraggeberin eine der bedeutendsten Mäzenatinnen für die abendländische Kunst gewesen. Mit der Aufklärung und Moderne hätten sich die Sphären von Kirche und zeitgenössischer Kultur voneinander entfernt „bis hin zu Konkurrenz, Gegnerschaft und gegenseitigem Desinteresse“.

Mit dem Kunstpreis will sich die Kirche von Freiburg laut Zollitsch von heutigen Kunstschaffenden zu einer theologischen Themenstellung anregen, etwas sagen und zeigen lassen. „Wir möchten von Künstlerinnen und Künstlern lernen, welche Zugänge sie zur Gottesfrage sehen und wo sie unter heutigen Bedingungen Spuren Gottes in der Welt entdecken“, sagte er.

Zugleich wolle die Kirche signalisieren, dass solch ein theologisches Thema auch in heutiger Zeit kulturell diskussionswürdig sei. „Daher wird der Dialog auch und gerade in der Öffentlichkeit geführt“, betonte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz.

Der Freiburger Kulturbürgermeister Ulrich von Kirchbach betonte in einem Grußwort, dass die Gegenwartskultur sich zunehmend Einflüssen durch unterschiedlichste Religionen und Kulturen ausgesetzt und neu ausgerichtet zeige. Gerade deshalb könne die zeitgenössische Kunst ein Mittel sein, den Diskurs über die Rolle der Kirche in der Kultur an die Öffentlichkeit zu tragen.

Die Erzdiözese Freiburg hat in diesem Jahr zum ersten Mal einen Kunstpreis in der Sparte „Bildende Kunst“ ausgeschrieben. Der Wettbewerb stand unter dem Thema „GottesRaum“. Aus über 300 eingereichten Arbeiten hat eine unabhängige Jury unter dem Vorsitz von Norbert Radermacher, Professor für Kunst im Kontext an der Kunsthochschule Kassel, 30 Werke ausgewählt, die zunächst in Karlsruhe und im Kloster Hegne am Bodensee zu sehen waren und jetzt in Freiburg gezeigt werden.

Die Künstlerinnen und Künstler waren eingeladen, „sich mit der Gottesfrage und –präsenz in unserer Zeit auseinander zu setzen und in bildnerischer Weise zum Ausdruck zum Ausdruck zu bringen, wie Gott heute in unserer Welt und Gesellschaft ‚Raum’ greift, welche ‚Orte’ wir dem Wirken Gottes zuweisen und wie das Heilige raum-zeitlich ‚fassbar’ ist“, wie es in der Ausschreibung heißt.

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