Konsultationsprozess

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Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch (r.) und der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Präses Nikolaus Schneider.Zusammenarbeit der katholischen und evangelischen Kirche
Seit dem 22. November 1994 arbeiten die katholische und die evangelische Kirche in Deutschland im Rahmen eines Konsultationsprozesses zusammen. Auf politischer Ebene beschäftigen sich Repräsentanten beider Kirchen mit wirtschaftlichen und sozialen Fragen. Verbunden damit war auch der Beginn eines Gesprächs innerhalb der Kirchen sowie mit Politik, Wirtschaft, Gewerkschaften und gesellschaftlichen Gruppen.Gemeinsames Anliegen der Kirchen
Funktion der Einrichtung soll sein, eine Grundsatzdebatte innerhalb und außerhalb der Kirchen anzustoßen. Dazu gehört vorwiegend die Beratung der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) und des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) bei der Vorbereitung von Aussagen zu aktuellen Themen. Im Fokus stehen dabei die Massenarbeitslosigkeit, die allgemeine soziale Sicherung, die Lebenssituation der Armen, Schwachen und Benachteiligten sowie die gesellschaftliche Stellung von Familie, Frauen, Kinder und Jugendlichen. Hintergrund der Kooperation ist das gemeinsame Anliegen der Kirchen, Mitverantwortung für eine menschen- und sachgerechte Ordnung der öffentlichen Angelegenheiten zu übernehmen.
Eine wichtige Aufgabe ist die Beratung
Die Vorgehensweise des Konsultationsprozesses ist durch verschiedene Stufen gekennzeichnet. Der Rat der EKD und die Deutsche Bischofskonferenz lassen sich bei Äußerungen zu wirtschaftlichen und sozialen Fragen eingehend beraten. Daran sind Kommissionen aus Fachleuten unterschiedlicher Disziplinen beteiligt. Der Rat von Wissenschaftlern und Experten wird daneben durch einen weiten Kreis von Akteuren und Betroffenen des wirtschaftlichen und sozialen Lebens ergänzt. Das Verfahren des Konsultationsprozesses verbreitert und vertieft so die Meinungsbildung und Entscheidungsfindung.
Verankerung in der Gesellschaft
Eine weitere Funktion liegt in der Erweiterung des politischen Handlungsspielraums. Durch seinen Beitrag zur Bewusstseinsbildung nimmt er Einfluss auf Verhalten und Einstellungen der Wähler und darüber auf die Politik. Außerdem bietet er einen Rahmen, in dem der gesellschaftliche Grundkonsens gebildet und gestärkt wird. Der Konsultationsprozess hat auf persönlichen und lokalen Ebene praktische Veränderungen bewirkt, die die Netzwerke solidarischer Hilfe stärken. Zum Beispiel hat sich im Verlauf ein hohes Maß an Solidarität und Anteilnahme mit von Arbeitslosigkeit betroffenen Menschen ausgebildet. Das zeigt sich zum Beispiel in der Gründung von Initiativen und Gruppen, die einen Beitrag zur Unterstützung von hilfsbedürftigen Menschen leisten.
Ein Ergebnis des Konsultationsprozesses ist das Gemeinsame Wort „Für eine Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit. Wort zur wirtschaftlichen und sozialen Lage in Deutschland“ aus 1997.
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