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Zwei starke Frauen

Collage Porträts der Heiligen Ursula von Köln und der Heiligen Angela Merici
© heiligenlexikon.de
Die heilige Ursula von Köln (links) ist die Namenspatronin des Ordens, den die heilige Angela Merici (rechts) gründete.

Die heilige Ursula und die heilige Angela Merici

Religionsunterricht in der Klasse von Laura und Lukas. Die Lehrerin spricht mit den Mädchen und Jungen über Ordensgemeinschaften. Lukas meldet sich und sagt: „Die Schule von Stefan aus unserer Nachbarschaft trägt den Namen einer Ordensgründerin. Sie heißt St. Ursula-Schule.“ „Das ist nicht ganz richtig“, meint die Lehrerin. „Die Schule wurde vom Ursulinen-Orden gegründet. Und dieser Orden ist nach der heiligen Ursula benannt. Aber sie war nicht Gründerin dieses Ordens.“ Und dann erzählt sie weiter:

Die Hunnen kannten keine Gnade

„In Heiligenbüchern steht, dass Ursula etwa in der ersten Hälfte des fünften Jahrhunderts gelebt haben soll. Sie war eine Königstochter und verlobt mit dem Königssohn von England. Aber vor ihrer Heirat wollte Ursula mit vielen anderen Mädchen eine Pilgerreise nach Rom machen. Auf dem Rückweg kamen sie mit Schiffen nach Köln. Dort hausten zu der Zeit die gefürchteten Hunnen. Die wilden Männer schleppten die jungen Mädchen in ihr Zeltlager.

Ursula aber rief ihren Gefährtinnen zu: „Bleibt tapfer und wehrt euch! Wir gehören zu Jesus Christus!“ Die grausamen Hunnen ermordeten Ursula und alle anderen Mädchen. In der Nacht kamen heimlich Bürger von Köln und begruben die toten Jungfrauen. Über ihren Gräbern wurde eine Kirche gebaut und der heiligen Ursula gewidmet. Sie ist die Schutzpatronin der Stadt Köln. Die heilige Ursula wird in vielen Ländern als Patronin der Lehrerinnen verehrt, weil sie ihren Gefährtinnen ein so tapferes Vorbild war.“

„Und wie heißt die Gründerin von Stefans Schule?“, möchte Lukas wissen. „Es ist die heilige Angela Merici, deren Namenstag wir in diesem Monat feiern, nämlich am 27. Januar“, antwortet die Lehrerin. Und sie erzählt:

Angela kümmerte sich um Kinder

„Vor über fünfhundert Jahren lebte in Norditalien eine Familie namens Merici. Angela, die älteste Tochter, war bald ganz allein. Denn die Eltern und ihre jüngere Schwester starben. Der Dorfpfarrer kümmerte sich um das Kind.

Angela war sehr gläubig und hatte ein gutes Herz. Sie verschenkte alles, was sie von den verstorbenen Eltern hatte, an arme Leute. Selbst arbeitete Angela als Dienstmädchen und sammelte nachmittags die Dorfkinder um sich, um mit ihnen zu singen, zu spielen, aus der Bibel vorzulesen und zu beten.

Nach vielen Jahren kam Angela als junge Frau nach Brescia. Dort hatte es sich schon herumgesprochen, was sie alles für die Kinder ihres Dorfes getan hatte. Es kamen immer mehr Mädchen und Frauen zu ihr. Sie wollten lernen, wie man Kinder schreiben und lesen lehrt. Angela gründete den Orden der Ursulinen. Sie scharte immer mehr Frauen um sich, die das Schwesterngewand anlegten.“

Von Margret Nußbaum
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