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Bistum Aachen 26.12.08 Seite drucken

Demo als Angriff auf das Weihnachtsfest

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Klare Worte von Bischof Mussinghoff gegen rechte Demonstration

Aachen – „Diese Demo sollte ein Angriff auf die Werte sein, für die das heutige Weihnachtsfest fest.“ Deutliche Worte fand Bischof Heinrich Mussinghoff in seiner Predigt in der Christmette gegen die rechts gerichteten Demonstranten, die sich am Vormittag in Aachen versammelt hatten. „Solche Demonstrationen wollen wir nicht, nicht in Aachen, nicht in Stolberg, nicht in Düren. Rechte Gewalt, linke Gewalt. Wir wollen keine Gewalt, keiner soll bei uns Angst haben müssen“, so Mussinghoff.

Er erinnerte auch an das juristische Hin und Her um die Demonstration am 8. November. Sein Vertrauen in die Gerichtsbarkeit sei seitdem erschüttert. Wie könne ein Gericht am Vortag des 70. Jahrestags der Reichspogromnacht nicht daran denken, was eine solche Demonstration mit jüdischen Menschen mache, die den Holocaust erlebt und erlitten hätten? Er sei froh, dass die Demo friedlich verlaufen sei, so der Aachener Bischof. Er danke den 1.000 Polizisten, die diesen Weihnachtstag geopfert hätten, um für Sicherheit zu sorgen.

Drei weitere Beobachtungen aus der heutigen Zeit machte Bischof Mussinghoff zum Weihnachtsevangelium. Er schilderte, wie Josef und Maria in Bethlehem keinen Platz zum Schlafen finden. Und wie damals für arme Leute kein Platz gewesen sei und Gottes Sohn abgewiesen worden sei von den Menschen in Bethlehem, so sei auch heute kein Platz für Gottes Sohn in Berlin, Aachen und anderswo.

Dabei habe es offensichtlich so schlecht gar nicht ausgesehen, damals in Bethlehem und Jerusalem, und auch heute nicht in Berlin, Aachen und anderswo. Eifrig und eileilfertig werde gekauft auf Weihnachtsmärkten und in Kaufhäusern, trotz des Erdbebens im Herbst, als die Finanzmärkte einbrachen und ein gewaltiges Desaster sichtbar geworden sei.

Die vierte Szene, die Bischof Mussinghoff beschreibt, ist die Flucht nach Ägypten, die Jesus und seine Familien zu Migranten macht. Nicht nur in der Herberge sei kein Platz für Gottes Sohn gewesen, sondern kaum geboren, werde er schon zum Migranten aus Not, aus Verfolgung, mit dem Tode bedroht. Die Ägypter hätten ihn damals gut aufgenommen. Was aber sei mit Migranten bei uns, fragte der Bischof. Er erinnerte daran, wie Fremde durch unsere Städte gehetzt und Häuser mit Fremden angezündet wurden, wie Flüchtlinge zu Tode kamen. Und wie geredet werde über sie am Stammtisch, in Politik und Wirtschaft.

Dagegen stellt Bischof Mussinghoff die Botschaft des Weihnachtsevangeliums: „Im Jesuskind ist uns Gottes Liebenswürdigkeit und Menschenfreundlichkeit entgegengekommen. Das sollen wir begreifen: nur die Liebe rettet. Das liebenswürdige Kind in der Krippe ist der Retter der Welt, auch in unserer Zeit. Daran dürfen wir uns halten. Darauf dürfen wir vertrauen. Und er ist gekommen für alle.“

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