logo

Auszeichnung 29.12.08 Seite drucken

"Der Dienst am Evangelium führt ihn zu Menschen"

© Erbistum Paderborn
Der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker (l.) und der Bürgermeister von Geseke, Franz Holtgrewe (r.), überreichen Erzbischof Reinhard Marx die Ehrenbürgerwürde von Geseke.

Ehrenbürgerrecht der Stadt Geseke für Erzbischof Marx

Geseke/Paderborn - "Erzbischof Reinhard Marx ist ein hoffnungsvoller Mensch. Er strahlt Zuversicht aus, die sich aus der Botschaft des Evangeliums nährt." In seiner Laudatio würdigte Erzbischof Hans-Josef Becker den früheren Weihbischof in Paderborn und jetzigen Erzbischof von München und Freising, Reinhard Marx.

Ihm verlieh am Samstag der Rat der Stadt Geseke in einer Sondersitzung die Ehrenbürgerschaft seiner Heimatstadt. Becker und Marx feierten vor dem Festakt in der voll besetzten Aula des Gymnasiums Antonianum in der Stiftskirche St. Cyriakus in Geseke ein Pontifikalamt.

Erzbischof Marx lebe seinen Glauben aus einer klaren Beziehung zum gekreuzigten und auferstandenen Herrn Jesus Christus, sagte Becker. Dieser Glaube schenke dem Münchner Erzbischof festen Halt, Kraft für die Arbeit im Alltag und Liebe für die Begegnung mit Menschen.

"Es ist dieser Glaube, der ihn fasziniert und herausfordert: Gottes Geschichte mit dem Menschen, das Ringen um Freiheit und Gerechtigkeit in der Welt. Es ist dieser Glaube, der ihn zieht, weit über sich hinaus, über seine Heimat, seine Denkmuster, ihn in die Weite führt, neugierig werden lässt gegenüber Neuem und Fremden, ihn fragen und suchen lässt."

Der aus dem Erzbistum Paderborn stammende Münchner Erzbischof werde von seinem Glauben bewegt, so Erzbischof Becker. Der Dienst am Evangelium führe den Oberhirten der Erzdiözese München und Freising zu den Menschen, so Erzbischof Becker weiter. Er begegne den Menschen offen und ehrlich, einfach in der Formulierung und ohne Allüren. "Er bleibt Mensch, mit Ecken und Kanten, die er selbst sieht und die ihn herausfordern. Auch das gehört zu diesem Glauben dazu: lernen, umkehren, neu anfangen."

Sein Einsatz für die Katholische Soziallehre sei praktischer Ausdruck seines Glaubens und des Menschenbildes, das der christliche Glaube vermittle, erläuterte Erzbischof Becker. Marx bringe die Prinzipien der Katholischen Soziallehre in den gesellschaftlichen Diskurs ein und stelle den Menschen in den Mittelpunkt seiner Überlegungen. "Er verweist auf die Unterscheidung zwischen Marktwirtschaft und Kapitalismus, plädiert für die Stärkung der Familien. Er ruft nach Zügeln, die der Markt braucht, nach Moral, ohne die jeder Staat verkommt."

"Heimat ist für Reinhard Marx Geseke, Westfalen. Er liebt die offene, gerade und direkte Art der Menschen", so der Paderborner Erzbischof. Dabei sei er jedoch auch jemand, der Heimat schaffen könne: "Heimat ist dort, wo man lebt, Menschen offen begegnet, sie annimmt und angenommen wird", so zitierte Erzbischof Becker den neuen Ehrenbürger seiner Heimatstadt Geseke. Er gewinne schnell Heimat, ohne seine westfälischen Wurzeln zu vergessen. "Möge der Herr Dir Kraft und Gesundheit schenken für viele Jahre fruchtbarer Arbeit in seinem Weinberg", sagte Erzbischof Becker zum Abschluss seiner Laudatio.

Schon als Kind habe er entdeckt, dass Geseke auf der Welt einmalig sei, sagte Erzbischof Marx in seiner Dankrede. Geseke sei für ihn Heimatstadt, auf die er stolz sei. Er freue sich über die ihm erteilte Würde, denn als neuer Ehrenbürger von Geseke könne er eindeutig sagen: "Ich bin Geseker, ich bin jetzt Bürger von Geseke, egal wo ich wohne und lebe."

In seiner Predigt in der voll besetzten Stiftskirche St. Cyriakus forderte Marx dazu auf, sich für ein Gemeinwesen einzusetzen, das Gerechtigkeit für alle Menschen bedeute. Weihnachten sei eine Einladung, wach zu werden und das Leben zu entdecken. Gott sei in Jesus berührbar geworden, sagte der Münchner Erzbischof. Weihnachten verkünde einen Gott, der sich in die Welt einmische, sich in die Welt hinein begebe und der unter den Menschen gegenwärtig sein wolle.

"Das ist eine Revolution, die über alle bisherigen Revolutionen hinausgeht." Weihnachten proklamiere: "Gott ist nichts wichtiger als der Mensch", so der Erzbischof. Deshalb sei es nicht gleichgültig, wie Menschen miteinander lebten und miteinander umgingen. Weihnachten sei ein Impuls, das Gemeinwesen und die Gesellschaft wieder ins rechte Licht zu rücken und auf den Menschen zu beziehen.

"Gott wird Mensch, und das zeigt, dass nichts wichtiger ist als der Mensch. Jedes menschliche Leben ist kostbar, von der Geburt bis zum Lebensende." Im Blick auf die an das Pontifikalamt anschließende Verleihung der Ehrenbürgerrechte der Stadt Geseke sagte Erzbischof Marx zum Abschluss seiner Predigt: "Möge der Glaube in uns lebendig bleiben und möge der dreifaltige Gott meine geliebte Heimatstadt segnen".

Der Bürgermeister der Stadt Geseke, Franz Holtgrewe, sagte über Marx: "Reinhard Marx ist ein echter Geseker. Er wucht nicht nur hier auf, sondern engagierte sich in der Kirchengemeinde, in der Schule und in den Vereinen von Geseke". Marx sei zu einem "herausragenden Vertreter" der Katholischen Kirche und ihrer Soziallehre geworden und habe den Bezug zu seiner Heimatstadt Geseke immer gepflegt. "Er ist bei allem ein echter Geseker geblieben."

zum Anfang zum Anfang
Das Internetportal der Katholischen Kirche in Deutschland
© Katholisch.de 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der Katholisch.de-Redaktion