Das Sozialwort der Kirchen

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Thema des Sozialwortes von 1997 war auch die Massenarbeitslosigkeit.„Für eine Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit“
Nach einem aufwendigen - und bislang einmaligen - Konsultationsprozess haben die Deutsche Bischofskonferenz und die evangelische Kirche in Deutschland (EKD) 1997 ihr Sozialwort „Für eine Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit“ veröffentlicht. Vorbild hierfür waren ähnliche Prozesse in den USA und Österreich. Anstatt eine kleine Gruppe von Sozialethikern mit der Ausarbeitung des Sozialwortes zu beauftragen, war das „ganze Gottesvolk“ aufgefordert, sich zu gesellschaftlichen Themen zu äußern.Im November 1994 begann dieser Prozess. Die beiden Kirchen verbreiteten einen Text als Diskussionsgrundlage mit einer Auflage von 400.000 Stück. In der Folge erarbeiteten Vertreter aus Kirche, Wirtschaft, Politik und Gewerkschaften in Seminaren, Arbeitsgruppen oder Foren (insgesamt über 4.000 Veranstaltungen) Stellungnahmen zum Thema. Insgesamt rund 2.500 Stellungnahmen kamen so zusammen, die als Basis für das Sozialwort dienten. Das gemeinsame Wort von katholischer und evangelischer Kirche wurde am 28. Februar 1997 veröffentlicht.
Perspektiven aus dem christlichen Glauben
Unter der Prämisse, kein „alternatives Sachverständigengutachten“ vorlegen und „nicht politische Partei“ sein zu wollen, analysieren die Kirchen im Sozialwort die gesellschaftliche Lage und entwickeln Perspektiven aus dem christlichen Glauben heraus. Konkrete Themen sind beispielsweise die Massenarbeitslosigkeit, die Krise des Sozialstaates sowie die ökologische Krise. Im abschließenden sechsten Kapitel formulieren die Kirchen eine Selbstverpflichtung, in der sie sich zu ihrer sozialen Verantwortung als Arbeitgeber und wirtschaftlich handelnde Institution deutlich bekennen.
Parteiisch, aber nicht einseitig argumentieren die Kirchen, wenn sie die „Gesellschaft im Umbruch" (Kap. 2) analysieren und dazu „Ziele und Wege" (Kap. 5) vorlegen. Entgegen früherer Befürchtungen sprechen sie in diesen Kapiteln sehr klar und konkret, wohl wissend, dass sie sich gerade hier auch angreifbar machen. Ebenso einladend, aber auch entschieden ergreifen sie unter den Schlüsselbegriffen „Solidarität und Gerechtigkeit" Partei für die Armen und Schwachen. Angesichts der Uneinigkeit über Ziele und Wege aus der Krise erheben sie ihre Forderungen im Interesse des Gemeinwohls und so auch im Interesse derjenigen, denen daher Opfer und Verzicht abverlangt werden. Der erforderliche Umbau sei ohne Einsparungen und Einschnitte nicht möglich. Die Bevölkerung sei bereit, Notwendiges mitzutragen, wenn sie davon ausgehen könne, „dass die Lasten und Leistungen gerecht verteilt sind". zum Anfang
