Leitthema "Liebe miteinander leben"

Dreijährige Kampagne mit Unterthemen für Partnerschaft und Familie
Unter dieses Leitmotiv haben die Deutschen Bischöfe den Familiensonntag gestellt.Liebe miteinander zu leben ist Wunsch, Absicht und Versprechen, wenn Paare sich in der Trauung das Ja-Wort geben: "Ich will dich lieben, achten und ehren alle Tage meines Lebens". Der Wunsch, in liebevoller Zuneigung miteinander durchs Leben zu gehen, entspricht der tiefen menschlichen Sehnsucht, um seiner selbst willen angenommen zu sein. Die Ehe ist äußerer Ausdruck des Willens, dieser Sehnsucht im gemeinsamen Leben Raum zu geben.
Liebe miteinander zu leben ist aber auch Aufgabe und Herausforderung im Auf und Ab des Alltags. Paarbeziehung in der Ehe so zu leben und Familie so zu gestalten, dass jeder sich immer wieder neu angenommen und geliebt fühlen darf, ist ein beachtliches Stück Lebenskunst. Wo es gelingt können Menschen wachsen und sich entfalten, weil sie sich rückgebunden und gehalten wissen.
Der Familiensonntag ist eine Möglichkeit, am Beginn eines jeden Jahres daran zu erinnern und darüber ins Gespräch zu kommen, welche Bedeutung Ehe und Familie im Leben der Menschen haben, welche Bedürfnisse und Nöte sich mit dem Leben in Ehe und Familie verbinden und wo die Seelsorge der Kirche Raum und Unterstützung für dieses Gelingen bieten kann.
2011: Alles unter einen Hut gebracht?
Familien müssen vieles miteinander in Balance bringen. Viele Aufgaben sind zu verteilen, ein Einkommen muss erwirtschaftet werden, Organisation und Hausarbeit wollen geleistet sein, Pflege und Erziehung der Kinder kosten Zeit und binden Kräfte. Jede und jeder soll sich als Person gut entwickeln können. So hat Familie viel mit Arbeit zu tun und ist zugleich ein Ort, an dem Kooperation und Gemeinschaft gelernt und entwickelt werden können. Alles dies unter einen Hut zu bringen, ist eine anspruchsvolle, aber auch lohnende Aufgabe, die Respekt in Gesellschaft und Kirche verdient.
2012: Alle ziehen an einem Strang?
Familien haben viele Bedürfnisse und oft auch Nöte. Manchmal reicht es hinten und vorne nicht, ist es schwer, einen gangbaren Weg zu finden. Familie kann ohne Solidarität nicht bestehen. Ob es die Solidarität des Sozialstaats und seiner Transferleistungen, die Solidarität der Hilfs‑ und Unterstützungsinstitutionen oder die Solidarität der Generationen innerhalb des größeren Familienverbundes ist: Wenn alle an einem Strang ziehen, geschieht vieles, das weiterhilft und Familien die Luft zum Atmen gibt, die sie dringend brauchen.
2013: Alles kommt ins Lot?
Familien sind Lebensorte, an denen Themen des Glaubens, der Religion, der Hoffnung eine besondere Rolle spielen. Das Urvertrauen, das Kinder auf den Armen ihrer Eltern entwickeln, die Fragen nach Gott, mit denen sie ihre Eltern konfrontieren, das gemeinsame Gebet und die Feier der christlichen Feste im Kreis der Familie, nicht zuletzt auch das Erleben von Leid und Tod im familiären Umfeld: All das sind augenfällige Berührungspunkte zwischen Familie und Glauben. Dabei geht es nicht immer ohne Krisen und Konflikte ab. Es gilt, den richtigen Weg zu finden und das Leben in seinen Tiefendimensionen auszuloten.
