Vergleich
So finanziert sich die Kirche in anderen Ländern
Spenden, Kollekten, Beiträge und Steuern
Das Kirchensteuersystem, wie wir es in Deutschland kennen, gibt es nur in wenigen Ländern der Welt. In den USA ist es sogar verboten Kirchensteuer einzuziehen. Dort finanziert sich die Kirche, wie auch in vielen anderen Ländern, vorrangig aus Spenden. Was in den USA gut funktioniert bereitet in Frankreich Probleme. Viele Priester verdienen so wenig, dass sie zusätzlich einen Nebenberuf ausüben müssen.
Großbritannien
Eigenes Vermögen
Kirche finanziert sich selbst
Kirche und Staat sind in Großbritannien noch relativ eng miteinander verflochten. Eine Enteignung der Kirchen wie in Frankreich und Deutschland hat es hier nie gegegeben, daher kann sie sich heute gut aus den Erträgen ihrer Vermögen, Spenden und Kollekten finanzieren.
Niederlande
Freiwilliger Kirchenbeitrag
Förderung durch den Staat
Rund 70 Prozent ihrer Einnahmen erhält die niederländische Kirche seit einigen Jahren aus einem freiwilligen Kirchenbeitrag, der Spenden und Sammlungen ergänzt. Kirchliche soziale Einrichtungen und Schulen fördert der niederländische Staat.
Österreich
Ein Beitrag für die Kirche
Pfarrgemeinden ziehen ein
In Österreich zahlen die Mitglieder einen Kirchenbeitrag, der 1,1 Prozent ihres Einkommens ausmacht. Die Kirchen ziehen diesen ohne Amtshilfe der Länder ein. Die katholische Kirche erhebt den Beitrag über die Pfarrgemeinden. Der restliche Finanzbedarf wird durch Spenden und Kollekten gedeckt.
Italien
Steuerzahler hat die Wahl
Kirche oder humanitäre Zwecke
In Italien kann der Steuerzahler einen Anteil seiner Steuerschuld entweder der Kirche oder humanitären Zwecken zugute kommen lassen. Wie hoch diese Zuwendung ist, wird alle drei Jahre in Verhandlung zwischen Staat und Kirche festgelegt.
Frankreich
Angespannte Finanzsituation
25 Prozent aus Kultbeitrag
In Frankreich finanziert sich die Kirche zu drei Vierteln aus Spenden und Kollekten. Der Rest stammt aus einem Kultbeitrag - etwa ein Prozent vom Einkommen der Kirchenmitglieder. Die finanzielle Situation ist angespannt, die Priester schlecht bezahlt. Viele müssen einen weltlichen Nebenberuf ausüben.
Spanien
Zwei Drittel vom Staat
40 Prozent unterstützen die Kirche
Spanische Steuerzahler können 0,52 Prozent der Steuern für soziale oder kirchliche Zwecke spenden. Über 40 Prozent der Bevölkerung unterstützen damit die Kirche. Rund 30 Prozent der kirchlichen Ausgaben können so gedeckt werden. Die restlichen zwei Drittel schießt der Staat zu.
USA
Mit Fundraising Sponsoren finden
Kirchensteuer gesetzlich verboten
In den USA ist die Erhebung einer Kirchensteuer gesetzlich verboten. Die Kirche finanziert sich zur Hälfte aus Spenden. Über breit angelegte Fundraisingkampagnen spricht sie Sponsoren an. Weitere Mittel erhält die Kirche in den USA aus eigenen Erträgen ihres großen Vermögens.