Vielleicht finde ich Dich hier

Über zwei, die sich online trafen und nun gemeinsam glücklich sind
"Vielleicht finde ich Dich hier, falls ich dich in der Straßenbahn verpasst haben sollte", lautete sein origineller Spruch, der die 34-jährige Sabine aus Lörrach anlockte. Sie war lange auf der Suche, erlebte Enttäuschungen, bevor sie über die christliche Kontaktbörse "himmlisch-plaudern.de" ihrem Freund Reinhard begegnete. Über Wochen flirteten die beiden zunächst per E-Mail, dann übers Telefon. Ständig wurde der Posteingang gecheckt und bis spät in die Nacht gechattet. "Es hatte schon in der zweiten Chat-Nacht schwer gefunkt zwischen uns, aber es war noch nicht klar, ob es in der Realität auch so ist", erzählt Sabine. Nach einigen Wochen wollte sie es wissen und fuhr zu Reinhard nach Dresden. Der 34-jährige entsprach auch im wahren Leben ihren Vorstellungen. Obwohl mehr als 700 Kilometer zwischen den beiden liegen und Reinhard ursprünglich keine Fernbeziehung wollte, sind sie seit knapp einem halben Jahr ein glückliches Paar.Warum er Christ sein muss
Sabine und Reinhard sehen sich so oft wie möglich. An den Wochenenden fahren sie gemeinsam Schlittschuh, schauen miteinander ihre Lieblingsfilme oder gehen ins Museum - was Paare eben tun, wenn sie frisch verliebt sind. Aber daneben gibt es auch gemeinsame Gottesdienste, den Bibelkreis und Glaubensgespräche. "Es spielen weniger die körperlichen Dinge eine Rolle als die geistigen. Mit einem christlichen Partner kann ich beten und mich mit ihm über Gott unterhalten", erklärt Sabine.
Christlicher Glaube ist keine Garantie
Aber hat die Beziehung auch Bestand? Der Kölner Lebensberater und Leiter der katholischen Beratungsstelle für Ehe-, Familie- und Lebensfragen in Köln, Hannspeter Schmidt ist zuversichtlich: "Sabine und Reinhard stimmen in ihrer Wertehaltung überein, sie sehnen sich nach Beständigkeit, Treue und verbinden mit der Ehe eine exklusive Partnerschaft." Doch "Christsein" alleine sei keine Garantie für eine glückliche Beziehung, gibt Schmidt zu bedenken. So sieht es auch Sabine. "Im Alltag muss es ebenfalls passen. Wenn einen von Anfang an viele Kleinigkeiten stören, wenn er zum Beispiel nicht den Toilettendeckel herunterklappt, kommt es später unweigerlich zum Streit und die Beziehung zerbricht."
Sabine und Reinhard wollen demnächst zusammen ziehen und suchen nicht mehr ihren Traumpartner, sondern eine Traumwohnung. Sabine fällt es nicht leicht, ihre Heimat zu verlassen, doch für die gemeinsame Zukunft wagt sie es.
