Josef prüft seine Brüder

Durch einen Trick merkt Josef, dass seine Brüder sich geändert haben
Jakob gab seinen zehn Söhnen den Reisesegen und betete zu Gott, dass er sie mitsamt dem als Geisel festgehaltenen Simeon bald wieder sehen möge. Die Brüder zogen nach Ägypten zum Statthalter. Als er Benjamin und die anderen sah, ließ er Simeon aus dem Gefängnis holen und lud alle zum Abendessen ein. Die elf Brüder staunten. Denn man hatte ihnen Plätze genau in der Reihenfolge ihres Alters zugewiesen. Aber die Brüder dachten nicht lange darüber nach. Sie waren froh, dass der Statthalter sie so gut aufgenommen hatte.Wo ist der Silberbecher?
Am nächsten Morgen sollten die Brüder wieder in ihre Heimat zurückkehren. Josef befahl seinen Dienern: "Füllt die Getreidesäcke der Männer. In den Sack des Jüngsten legt ihr obenauf meinen wertvollen Silberbecher."
Als die Brüder gerade unterwegs waren, wurden sie von einem Reiter eingeholt. Er wies sich als Diener des Statthalters aus und rief: "Wie könnt ihr es wagen, den wertvollen Silberbecher meines Herrn zu stehlen?!" Die Brüder beteuerten ihre Unschuld und sagten: "Schau in unseren Getreidesäcken nach! Wenn einer von uns den Becher hat, kannst du ihn töten und uns andere als Sklaven mitnehmen."
Das Entsetzen der Brüder war groß, als der Diener den Becher bei Benjamin fand. Sie folgten dem Diener nach Ägypten. Dort wurden sie vor den Statthalter geführt. Josef sagte: "Derjenige, der meinen Becher gestohlen hat, wird als Sklave hier bleiben. Die anderen dürfen in ihre Heimat zurückkehren." Da trat Juda, einer der Brüder, hervor und sagte: "Wenn du Benjamin, unseren Jüngsten, behältst, wird mein Vater vor Kummer sterben. Nimm mich als Sklaven und lass Benjamin ziehen."
Josef gibt sich zu erkennen
Josef hatte seine Brüder auf die Probe stellen wollen. Und nun wurde ihm klar, wie sehr sie sich zum Guten verändert hatten. Josef kamen vor Rührung die Tränen. Er schickte seine Diener hinaus und sagte in seiner Muttersprache: "Ich bin Josef, den ihr als Sklaven verkauft habt."
Die Brüder erschraken. Ihr Bruder, den sie damals so herzlos behandelt hatten, war nun der mächtige Statthalter von Ägypten. Bestimmt würde er Rache nehmen. Doch Josef umarmte und küsste sie alle und beruhigte sie: "Das alles war ein Plan Gottes. Ich sollte nach Ägypten kommen, um viele Menschen zu retten. Und nun holt schnell unseren Vater und eure Familien. Denn es kommen noch fünf weitere Hungerjahre. Ihr könnt alle hier in Ägypten in meiner Nähe bleiben. Denn es gibt genug Weideland für eure Herden."
Jakob zieht nach Ägypten
Schnell machten sich die Brüder auf die Heimreise. Als sie ihrem Vater Jakob alles erzählten, war der außer sich vor Freude, dass sein geliebter Sohn Josef lebte und nun Ägyptens Statthalter war. Die Familie packte alles zusammen, sammelte die Herden und zog in das Land Gosen, in dem Josef auf sie wartete. Hier lebten sie ohne Not, denn Josef kümmerte sich um sie.
Viele Jahre vergingen. Jakob starb und mit der Zeit auch seine zwölf Söhne. Das Volk Israel aber – diesen Namen hatte Gott dem Jakob seinerzeit gegeben – blieb in Ägypten. Aus Jakobs Nachkommen wuchs im Laufe der Zeit ein großes Volk heran.











