Die Biker kommen

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Tausende Motorradfahrer machen sich jährlich auf den Weg zur großen Biker-Wallfahrt in Kevelar.Bei der Motorradwallfahrt nach Kevelaer bitten tausende Teilnehmer um den Segen der Mutter Gottes
Ein warmer Samstagabend im Juli in Kevelaer am Niederrhein: Man sitzt auf dem Marktplatz, genießt die Sonnenstrahlen, lässt sich ein Bier schmecken oder ein Eis. Doch dann wird die recht beschauliche Szenerie unterbrochen: Schon von weitem dröhnt es durch die Straßen – die akustischen Vorboten der traditionellen Lichterfahrt, bei der sich 1800 Motorräder auf den Weg zur Gnadenkapelle machen.Seit 22 Jahren treffen sich am dritten Juli-Wochenende in Kevelaer tausende Motorradfahrern unter dem Motto „Pray’n Ride“ zur großen Biker-Wallfahrt. Sie kommen von weit her, etwa aus Hamburg, Berlin oder auch aus den Benelux-Ländern und Frankreich. Gemeinsam Andacht halten, das Lagerkreuz in der Zeltstadt errichten, einen Wortgottesdienst vorbereiten: Die Motorradfahrer leben ihre Gemeinschaft, und in der Gemeinschaft leben sie ihren Glauben. Denn Glaube und Biker – das passt zusammen. „Das ist unglaublich, ist aber so“, sagt Anette Bent vom Verein „Motorradfahrerwallfahrt Kevelaer e.V.“.
Für viele Motorradfahrer steht bei dieser Wallfahrt die Erinnerung an erkrankte, verunglückte oder verstorbene Kameraden im Vordergrund. „Wir beten für die, die nicht mehr bei uns sein können“, sagt Motorradwallfahrerin Erni van Well-Hax. Anlaufstelle hierfür ist die 2005 eingeweihte Gedenkstätte in der Kapelle „Maria in der Not“. In der achteckigen Kapelle ist eine in Edelmetall gefasste Gedenkrolle, auf der die Namen von tödlich verunglückten Bikern stehen. Jedes Jahr kommen neue Namen hinzu.
Das Psalmwort „Im Schatten deiner Flügel finde ich Zuflucht“ ziert die Gedenkrolle. Ein bleibendes Andenken für die, die bei ihrem Hobby ihr Leben gelassen haben – da zeigt so mancher harter Biker in dicker Schutzmontur seinen weichen Kern und bittet um den Segen der Mutter Gottes. „Den verstorbenen Motorradfahrern gedenken - das ist für mich der Grundgedanke der Wallfahrt“, erzählt Rene von den Driesch. Und seine Frau Andrea schließt die Hoffnung mit an, „immer heil anzukommen“. zum Anfang


