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Heiligtumsfahrt 39244 Seite drucken

Verschließung der Aachener Heiligtümer - Nächste Heiligtumsfahrt 2014

Die Windeln Jesu werden in den Schrein zurückgelegt.
© iba
Die Windeln Jesu werden wieder in den Schrein zurückgelegt.

„Für uns Neuzeitmenschen ist dies eine mittelalterliche Geduldsprobe"

Aachen - Im Rahmen einer Eucharistiefeier im Aachener Dom sind heute Morgen zum Abschluss der Aachener Heiligtumsfahrt die vier als Heiligtümer verehrten biblischen Tuchreliquien feierlich verschlossen worden. Das Kleid Mariens, die Windeln Jesu, das Lendentuch Christi und das Enthauptungstuch Johannes des Täufers waren gestern Abend mit sieben Meter reiner Seide umhüllt worden, die bei der nächsten Heiligtumsfahrt als Berührungsreliquie an die Pilger beim Krankengottesdienst verteilt werden. Danach wurden die vier Reliquien mit Schmucktüchern und Seidenpapier umhüllt und mit einem Seidenband umfangen. Vor dem Domkapitel und Vertretern von Rat und Verwaltung der Stadt Aachen wurden die Heiligtümer mit Wachssiegeln verschlossen.

Nach der Prüfung der Siegel durch Dompropst Dr. Herbert Hammans, Oberbürgermeister Dr. Jürgen Linden und Bischof Dr. Heinrich Mussinghoff wurden die Heiligtümer dann von Domkapitular Dr. August Peters wieder in den Marienschrein gelegt. Der Schrein wurde mit dem neuen Schloss abgeschlossen und das Schloss mit Blei ausgegossen. Der Schlüssel des neuen Schlosses wurde von Silberschmiedemeister Stefan Bücken zersägt und der Schlüsselbart an die Stadt und der Schlüsselkopf an das Domkapitel übergeben. „Für uns Neuzeitmenschen ist dies eine mittelalterliche Geduldsprobe“, kommentierte Domvikar Wilhelm Josef Derichs die Dauer des Verschließungsvorgangs.

„Dieses Fest unseres Glaubens hat uns froh gemacht. Es war der geistliche Höhepunkt dieses Jahres 2007“, sagte Bischof Mussinghoff in seiner Predigt. Die textilen Zeichen für die Gegenwart Christi, seiner Mutter und Johannes, des Vorläufers des Herrn, hätten uns neu und vertieft erfahren lassen, was die Mitte unseres Glaubens sei, Jesus Christus, der auferstandene Herr. Die Heiligtumsfahrt könne Impulse geben. Die Windeln Jesu und das Lendentuch des Herrn zeigten uns, wo Jesu Ort unter den Menschen sei, bei den Armen und Bedürftigen. Uns Christen sei aufgetragen, das Bild Christi in den „Armen unserer Zeit“ zu suchen, zum Beispiel wenn wir bei einem Sterbenden wachten, einem jungen Menschen einen Arbeitsplatz vermittelten oder uns Zeit nähmen für ein gutes Wort, einen freundlichen Blick, eine helfende Hand. Das Kleid Mariens und das Enthauptungstuch Johannes des Täufers gäben uns den Impuls und die Perspektive von Dienst und Zeugnis. Wir seien aufgerufen, Zeugnis von Christus zu geben im Alltag unseres Lebens durch Geradheit und Glaubwürdigkeit in der Politik, durch Sorge um den Menschen und soziale Gerechtigkeit in Wirtschaft und Handel, durch gute und aufbauende Gestaltung in den vielen Bereichen der Kultur.

Nicht Gleichgültigkeit und Feigheit sollten uns als Christen bestimmen, sondern die Dynamik von Geist und Gesinnung Jesu. „Wenn uns diese Dynamik Jesu, diese Kraft, Liebe und Besonnenheit seines Geistes ergreifen, dann hatte die Betefahrt nach Aachen ihren Sinn, dann haben die alten biblischen Reliquien etwas zu Wege und auf den Weg gebracht", so Bischof Dr. Mussinghoff abschließend.

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