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Religiöser Buchtipp des Monats

Buch Die Frau mit dem roten Tuch
© Hanser

Jostein Gaarder: Die Frau mit dem roten Tuch

Solrun und Stein treffen einander zufällig in einem Hotel im norwegischen Fjordland - dem Ort, an dem sie sich vor dreißig Jahren nach einem traumatischen Ereignis getrennt haben. Solrun ist eine "christliche Spiritualistin", sie glaubt an übersinnliche Phänomene: "Natürlich kann man bedauern, dass wir nicht alles zwischen Himmel und Erde erklären können (...)", während Steinn Naturwissenschaftler ist. Er staunt über die Wunder der Welt und nicht über die Rätsel des Übersinnlichen. Er glaubt "an das, was ist".

Die beiden beginnen einen Briefwechsel per Email, um zu verstehen, was sie damals getrennt hat. Gibt es ein Leben nach dem Tod und steckt eine göttliche Idee hinter dem Universum? Oder müssen wir uns an die Fakten der Evolutionsgeschichte halten, wenn wir der Wahrheit näher kommen wollen?

Gleich welcher geistigen Strömung der Leser vertraut, ob spirituell oder analytisch, religiös oder zweifelnd - beide Seiten sind für den Leser überzeugend dargelegt. Der Norweger Jostein Gaarder wurde 1993 mit "Sophies Welt" weltberühmt - ein Buch über die Suche nach dem Sinn des Lebens. Auch "Die Frau mit dem roten Tuch" handelt von den großen philosophischen Fragen, wer wir sind, woher wir kommen und wohin wir gehen.

Dabei gerät er gelegentlich ins Dozieren, was auf den Leser ermüdend wirkt. Dennoch schafft der Autor es bis zum Schluss, den Spannungsbogen zu halten. Die dunklen Geheimnisse der Geschichte, das Mysterium der "Frau mit dem roten Tuch", werden erst in einem dramatischen Finale gelüftet. Ein Lesevergnügen für diejenigen, die sich für die großen Sinnfragen, eingebunden in eine Liebesgeschichte, interessieren.

(Übers.: Gabriele Haefs) Ileana Beckmann

Information: Gaarder, Jostein: Die Frau mit dem roten Tuch: Roman / Jostein Gaarder. - München : Hanser, 2010. - 221 S. ISBN 978-3-446-23488-8 | fest geb.: 18,90 €

Als "Religiöses Buch des Monats" benennen der Borromäusverein, Bonn, und der Sankt Michaelsbund, München, monatlich eine religiöse Literaturempfehlung.

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