logo


E-Mail-Adresse *

Anrede 

Vorname

Nachname

Aktion wählen:
 Anmelden
 Abmelden

Angaben mit * sind Pflichtangaben.


Senioren PC-Kurs  Seite drucken

„Der Computer ist kein wildes Tier“

Petra Diekmann zeigt am Computer wie man Dateien kopiert
© Marie-Theres Langsenkamp
Petra Diekmann erklärt Elisabeth Meins wie man Dateien kopiert.

Immer mehr ältere Menschen wagen sich an die neueste Technik

Ein wenig unsicher bewegt sich die Hand mit der Maus noch über die Unterlage: Leise macht es „klick“ und Elisabeth Meins schaut suchend auf den Computerbildschirm und fragt: „Wo steckt denn jetzt der Cursor?“ Das die Maus ein Computergerät ist, wusste die 63-Jährige zwar schon vorher, aber das ein Cursor der Zeiger auf dem Bildschirm ist, hat sie erst beim „50plus-Computerkurs“ der Katholischen Familienbildungsstätte Osnabrück (FABI) gelernt.  Zwei Mal die Woche besucht Elisabeth Meins den Computerkurs von Petra Diekmann.

Die gelernte Mathematisch Technische Assistentin gibt seit zwei Jahren Kurse an der FABI und weiß, worauf es ankommt, wenn man Älteren die neueste Technik vermitteln will: „Ein langsamer Einstieg ist wichtig. Die Hände sind nicht so auf die Tastatur eingestellt, daher dauert das Tippen länger.“ Auch die englischen Begriffe erkläre sie ganz genau, viele hätten früher kaum Englisch gelernt. Zu der Basisarbeit gehört: den Rechner an- und ausschalten, Ordner anlegen, Dateien kopieren.

Die einzelnen Schritte können die Teilnehmer über den Beamer mitverfolgen, der das Computerbild wie ein Diaprojektor an die Wand wirft. Heute hat die Kursleiterin außerdem das Innere eines Computers mitgebracht, die so genannte Hauptschaltplatte: „Damit man mal sieht, dass der Rechner kein wildes Tier ist.“ Anschaulichkeit sei wichtig, für Menschen, die sich noch nie mit einem Computer auseinandergesetzt hätten.

Die Kursleiterin zeigt das Innere eines Computers
© Marie-Theres Langsenkamp
Die Kursleiterin zeigt das Innere eines Computers.

Und das gilt laut dem Deutschen Zentrum für Altenforschung in Berlin (DZA) für rund 80 Prozent der Frauen ab 55 Jahren. Männer beschäftigen sich häufiger mit diesem Medium: 40 Prozent hacken regelmäßig in die Tasten. Allerdings steigt die Zahl der älteren Computernutzer stetig an. Es gibt bereits zahlreiche Internet-Portale wie www.katholische-seniorenseelsorge.de,  www.dritteslebensalter.de oder www.senioren-initiativen.de.

Auch Maria Aepkers, stellvertretende Leiterin der FABI, hat beobachtet, dass das Interesse der Älteren an Computer und Internet zunimmt. Generell seinen alle Kurse gut besucht: „Es hängt allerdings sehr vom Titel ab“, ist ihre Erfahrung. Als der Kurs noch „Senioren-Computerkurs“ hieß, hätte sich kaum jemand angemeldet: „Senior will keiner sein“, meint sie.

Elisabeth Meins hat es mittlerweile geschafft, mit dem Cursor auf eine Datei zu zeigen: „Langsam aber sicher kriege ich das hin“, sagt sie vergnügt. Jetzt übt sie, wie man diese auf eine Diskette kopiert: „Das ist gar nicht so einfach“, stellt sie fest, „ich muss gucken, wann ich die rechte und wann die linke Maustaste drücken muss.“

Die Hausfrau hat eine Vorliebe für Rezepte und schreibt selber Gedichte. Von einem Computer verspricht sie sich schnellere Archivierung und einen einfacheren Austausch mit Gleichgesinnten: „Meine Kinder haben mir erklärt, wie schnell das mit Internet funktioniert.“ Und so reifte ihr Entschluss, sich vor den Rechner zu wagen. Trotz aller Technik: Einen Block und einen Stift hat sie immer dabei. Schließlich muss man das Gelernte ja auch irgendwo aufschreiben...

zum Anfang zum Anfang
Das Internetportal der Katholischen Kirche in Deutschland
© Katholisch.de
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der Katholisch.de-Redaktion