logo


E-Mail-Adresse *

Anrede 

Vorname

Nachname

Aktion wählen:
 Anmelden
 Abmelden

Angaben mit * sind Pflichtangaben.


Mehrgenerationenhaus  Seite drucken

"Werte dauerhaft lebbar machen"

Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen.
© Bundesfamilienministerium
Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen

Familienministerin von der Leyen zu Mehrgenerationenhäusern

Am Mittwoch hat das Bundesfamilien- ministerium die Ausschreibung für die Förderung von Mehrgenerationen- häusern eröffnet. Die Einrichtungen sollen "uralte Prinzipien und Werte" aufgreifen, wie Ministerin Ursula von der Leyen (CDU) erläutert. Im Interview mit der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) sprach die siebenfache Mutter in Berlin über Aufgaben, Besonderheiten und Ziele der Häuser.

KNA: Frau Ministerin, pünktlich zum Ende der Sommerpause setzen Sie mit der Förderung von Mehrgenerationenhäusern einen neuen familienpolitischen Schwerpunkt um - kann das mehr sein als eine Notlösung für die demografischen Herausforderungen?

Von der Leyen: Es muss mehr sein. Das Konzept ist sehr langfristig angelegt. Früher hat das Prinzip der gegenseitigen Hilfe die Großfamilie stark gemacht. Auch heute brauchen junge Familien die Gewissheit, dass es ein Netz gibt, auf das sie zurückgreifen können - vor allem für Hilfe in kritischen Momenten. Die Familie, die das früher geleistet hat, ist heute kleiner und bunter geworden. Politik muss daher moderne Räume und Sozialstrukturen schaffen, damit die Generationen sich gegenseitig unterstützen, auch ohne direkt verwandt zu sein. Wir wollen also uralte Werte und Prinzipien auf die aktuelle Lebenswirklichkeit übertragen und sie damit dauerhaft lebbar machen.

KNA: In Deutschland gibt es bereits eine Reihe anderer Angebote wie "Senioren-WGs" oder "Wohnen für Hilfe". Was können die von ihnen geförderten Häuser Neues leisten?

Von der Leyen: Es geht nicht um Wohnen, sondern um Angebote im Alltag. Viele Einrichtungen wenden sich zumeist getrennt voneinander an einzelne Generationen oder Problemgruppen. Mehrgenerationenhäuser sprechen dagegen bewusst Menschen allen Alters an. Jede Generation kann ihre speziellen Fähigkeiten einbringen, um einander zu unterstützen.

"Jede Generation kann ihre speziellen Fähigkeiten einbringen, um einander zu unterstützen."

Es ist ein moderner Kreislauf des Gebens und Nehmens. Hinzu kommt, dass im Mehrgenerationenhaus ganz konkret Beratung und haushaltsnahe Dienstleistungen angeboten werden. Das geht von der Erziehungsberatung über Deutschkurse für Eltern mit Migrationshintergrund, Selbsthilfegruppen für Angehörige Demenzkranker bis zum Wäscheservice oder einem Second-hand-shop.

KNA: Kritiker befürchten, die Förderung gefährde bestehende Initiativen...

Von der Leyen: Diese Sorge ist unbegründet. Eine Leitidee des Konzepts ist, dass sich vor Ort gewachsene Angebote zusammen- schließen. Das kann zum Beispiel der Kindergarten mit Mütterzentrum und Jugendgruppe, der Altenbegegnungsstätte oder der Hausaufgabenhilfe sein.

KNA: Sie kommen selbst aus einer Großfamilie. Warum ist das Miteinander der Generationen so entscheidend?

Von der Leyen: Gerade wenn man eigene Kinder hat, ist die Unterstützung der großen Familie sehr wichtig. So haben mir meine
Geschwister oft bei der Kinderbetreuung in Examenszeiten geholfen. Und bei den unendlich vielen Fragen zur Erziehung - Mache ich alles richtig? Bin ich zu streng oder zu nachgiebig? - hat die Erfahrung der eigenen Eltern und meiner Schwägerinnen sehr geholfen, um Sicherheit zu finden. Entscheidend ist, dass man sich in schwierigen Situationen oder Notfällen aufeinander verlassen kann. Und gut tut, wenn man Kindererziehung, Berufsprobleme und Fragen im Alter gemeinsam mit anderen bewältigen kann. Es gilt immer noch, dass geteilte Last halbe Last ist und geteilte Freude doppelte Freude. Wenn die Mehrgenerationenhäuser ein bisschen davon weitertragen könnten, wäre das ein schöner Erfolg.

zum Anfang zum Anfang
Das Internetportal der Katholischen Kirche in Deutschland
© Katholisch.de
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der Katholisch.de-Redaktion