logo


E-Mail-Adresse *

Anrede 

Vorname

Nachname

Aktion wählen:
 Anmelden
 Abmelden

Angaben mit * sind Pflichtangaben.


Papst - Biografie  Seite drucken

Die verrückte Liebe

Cover des Papstbuches „Auf, lasst uns gehen!“
© Weltbild Buchverlag

Als erster Papst hat Johannes Paul II. eine Biographie geschrieben.

Dr. Erich Jooß, Direktor des Sankt Michaelsbundes, hat den Band rezensiert:

Johannes Paul II. erinnert sich an seine Krakauer Bischofszeit

Als erster Papst der Kirchengeschichte hat sich Johannes Paul II. an eine literarische Beschreibung des eigenen Lebens gewagt. Nach dem Band „Geschenk und Geheimnis“, der die Berufung zum Priester und die ersten Priesterjahre schilderte, ist nun der mit Spannung erwartete Folgeband „Auf, lasst uns gehen!“ erschienen. Das Buch, das im Handel 14,90 € kostet, kann auch für sich gelesen werden. Es entfaltet eine sprachlich wie theologisch beeindruckende Glaubensbiographie, die viel über diesen großen Papst und seine spirituelle Herkunft aussagt.

Die Erinnerungen setzen mit der Berufung zum Weihbischof von Krakau ein. Diese Berufung erreicht den kaum 38jährigen Priester während eines Paddelboot-Ausfluges. Daran schließen sich Betrachtungen über die Liturgie der Bischofsweihe und die apostolische Nachfolge an. Wer es nicht schon gewusst hat, spürt spätestens hier, wie sehr der spätere Papst vom Erlebnis der verfolgten Kirche geprägt wurde und wie wichtig ihm das polnische Nationalgefühl ist. So erinnert er sich geradezu liebevoll an das Wirken von Sankt Stanislaus, dem „Vater der Heimat“, oder von der heiligen Hedwig.

Selbst eher beiläufige Bemerkungen oder Schilderungen werfen ein neues Licht auf Johannes Paul II. In der schlaflosen Nacht nach der Ernennung zum Weihbischof liest er beispielsweise Hemingways Erzählung „Der alte Mann und das Meer“. Und als die Weihe vorüber ist, gelten seine Gedanken der Schwarzen Madonna von Tschenstochau. Einmal wurde das Gnadenbild von den kommunistischen Machthabern aus einer Prozession heraus beschlagnahmt – da trugen die Gläubigen den leeren Rahmen weiter. Wirksamer hätte ihr Protest nicht sein können…

Die folgenden Kapitel sind ausführlich dem „Kampf für die Kirche“ gewidmet, aber auch den großen Vorbildern wie Edith Stein sowie den Büchern, die den Papst formten. Immer wieder kommt Johannes Paul II. auf seine seelsorgerlichen Erfahrungen zu sprechen und nennt dabei die Namen vieler Wegbegleiter. Spürbar wird in solchen Passagen des Buches, wie entscheidend für ihn die „verrückte Liebe“ als Voraussetzung der priesterlichen Berufung ist.

Mit seinem neuen Buch hat der Papst einen beeindruckenden, bewusst pastoral gehaltenen Bericht über die zwanzigjährige Bischofszeit in Krakau vorgelegt. Die abschließenden Kapitel des Bandes weisen über diese Zeit noch hinaus. Sie gelten dem Erlebnis einer Weltkirche, die sich im zweiten vatikanischen Konzil ein neues Fundament gab. Das Buch ist auf seine Weise eine Danksagung an alle Menschen, von denen der Papst berührt und geführt wurde. Gleichzeitig ist es ein kirchengeschichtliches Dokument ersten Ranges – und ein sehr persönliches, tief im polnischen Katholizismus verwurzeltes Glaubensbekenntnis.

Von Dr. Erich Jooß, Direktor des Sankt Michaelsbundes zum Anfang zum Anfang
Das Internetportal der Katholischen Kirche in Deutschland
© Katholisch.de
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der Katholisch.de-Redaktion