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Der kleine Mose

Auffindung des Mose, Wandmalerei aus Dura Europos
© Wikipedia
Eine Tochter des Königs findet Mose im Nil.

Ein grausames Gesetz des Königs hätte Mose fast das Leben gekostet

Viele Jahre waren vergangen. Der Pharao von Ägypten, der Josef zu seinem Statthalter gemacht hatte, war gestorben. Die Könige, die ihm auf den Thron nachfolgten, wussten nichts mehr von Josef. Niemand von ihnen erinnerte sich daran, dass er Ägypten vor einer großen Hungersnot bewahrt hatte.

Die Könige hassten die Israeliten

Die neuen Könige hassten die Israeliten, die in ihrem Land lebten. Sie fürchteten, die Fremden könnten sich mit den Feinden Ägyptens verbünden, wenn es zu einem Krieg käme. Die Könige waren grausam. Sie ließen die Israeliten als Sklaven arbeiten. Aber damit nicht genug. Der grausame König, der damals regierte, erließ ein neues Gesetz: Jeder neugeborene israelische Junge sollte in den Nil geworfen und ertränkt werden.

Jochebed möchte ihr Kind retten

Eine junge Frau namens Jochebed wurde schwanger und bekam einen Jungen. Sie vertraute auf Gottes Hilfe und beschloss, das Baby zu verstecken. Doch wie alle Babys schrie auch der kleine Junge. Die Mutter hatte Angst um ihr Kind. Sie betete und bat Gott um Rettung für ihr Kind. Nach einigen durchwachten Nächten hatte sie eine Idee.

Sie machte ein Körbchen aus Schilfrohr, aus dem die Fischer ihre Boote flochten. Damit es wasserdicht wurde, bestrich sie es mit Teer. Als ihr Baby schlief, legte sie es ins Körbchen und trug es zusammen mit ihrer Tochter Mirjam zum Ufer des Nil. Die Mutter setzte das Körbchen ins Schilf. Mirjam sollte dort bleiben und aufpassen, dass es nicht fort trieb.

Die Prinzessin entdeckt das Baby

Bald hörte Mirjam fröhliches Lachen. Eine der Töchter des ägyptischen Königs kam mit ihren Dienerinnen zum Baden an den Fluss. Da entdeckte die Prinzessin das Körbchen und befahl einer Dienerin, es zu holen. Mirjam blieb vor Angst fast das Herz stehen, und sie versteckte sich im Schilf. Die Dienerin watete durchs Schilf, nahm das Körbchen und gab es ihrer Herrin. Da wurde das Baby wach und weinte.

Die Prinzessin hatte ein gutes Herz. "Das arme Baby!", rief sie. "Es muss ein israelitisches Kind sein." Mirjam nahm ihren ganzen Mut zusammen und kroch aus ihrem Versteck. "Soll ich eine Frau holen, die das Kind stillen und für es sorgen kann?", fragte sie. Die Prinzessin war einverstanden.

Gott hat Mose gerettet

Da lief Mirjam nach Hause und holte ihre Mutter. Als die Mutter ans Nilufer kam sagte die Prinzessin: "Bitte, kümmere dich um das Baby. Ich werde dich dafür bezahlen. Wenn der Kleine größer ist, nehme ich ihn als meinen Sohn mit in den Palast. Er soll Mose heißen."

Überglücklich trugen Jochebed und Mirjam das Baby nach Hause. Sie mussten keine Angst mehr haben. Denn es stand unter dem Schutz der Prinzessin und würde überleben. Sie dankten Gott, denn er hatte die Gebete der Mutter erhört und den kleinen Mose beschützt.

Von Margret Nußbaum
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