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Feste feiern  Seite drucken

Der Drachentöter

Georg tötet den Drachen, Gemälde von Jacopo Robusti Tintoretto
© heiligenlexikon.de
Georg tötet den Drachen mit seinem Schwert.

Am 23. April feiern Christen den Namenstag des Heiligen Georg

Laura und Lukas kramen in Lauras Verkleidungskiste. "Mein Prinzessinnenkleid vom vorletzten Karneval!", jubelt Laura. "Ob es mir noch passt?" Sie probiert es sofort aus. Es passt. In der Kiste finden sie auch ein Plastikschwert und eine selbst gebastelte Ritterrüstung. "Die habe ich auch noch!", freut sich Lukas.

Laura und Lukas schwärmen noch eine Weile vom Mittelalter-Projekt ihrer Klasse vor einem Jahr. Die Kinder hatten sich Ritterrüstungen und Helme gemacht und am Ende ein Ritterspiel aufgeführt.

Laura und Lukas spielen Ritter

Lukas zieht die Ritterrüstung an und schlägt vor: "Ich bin der Ritter und du das Burgfräulein." Laura ist begeistert. Die beiden stellen sich vor, dass ein gefährlicher Drache vor der Burg auf das Burgfräulein wartet, um sie zu verschlingen. Doch zum Glück ist Lukas ein tapferer Ritter und kämpft mit dem Drachen. Der Drache wird besiegt, und die beiden feiern ein Hochzeitsfest.

Da meint Lauras Mutter, die das Spiel der beiden interessiert beobachtet hat: "Kennt ihr eigentlich die Geschichte vom Drachentöter Georg?" "Noch nie gehört", meint Laura. Und auch Lukas schüttelt mit dem Kopf. Da beginnt die Mutter zu erzählen:

Das Los fiel auf die Prinzessin

Vor langer Zeit lag in Kleinasien, der heutigen Türkei, in einem sumpfigen Tal an einem See eine Stadt. In dem See lebte ein gefährlicher Drache. Jede Nacht mussten die Bürger der Stadt einen Menschen zu See bringen, damit der Drache etwas zum Fressen hatte. Damit es gerecht zuging, entschied das Los, wer in der nächsten Nacht das Opfer sein sollte.

Eines Tages fiel das Los auf die Tochter des Königs. Die junge Prinzessin wurde am See angebunden und ihrem Schicksal überlassen. Der König weinte die ganze Nacht und betete zu Gott. Er war verzweifelt, denn er wusste, dass niemand den Drachen besiegen konnte.

Georg tötet den Drachen

Da kam ein junger Ritter auf seinem Pferd am See vorbei. Er sah die weinende Prinzessin, die dort angebunden war. Die Königstochter fragte den Ritter nach seinem Namen. Er hieß Georg. Sie warnte ihn: "Bitte, reite schnell weiter, Georg! Denn gleich kommt der Drache. Und dann wird er auch dich verschlingen."

Kaum hatte sie das gesagt, stampfte der Drache an Land. Ritter Georg nahm seine Lanze und rief: "Ich komme im Namen Gottes, um Menschen zu retten!" Mutig ging Georg auf den Drachen zu, stieß ihm die Lanze in den Leib und schlug ihm mit seinem Schwert den Kopf ab.

Alle ließen sich taufen

Der König und die Bürger der Stadt waren glücklich. Endlich hatte ihr Leid ein Ende. Sie staunten über Georg und fragten ihn, woher er seine Kraft habe. Georg erzählte ihnen von Jesus Christus, an der er glaubte und dem er diente. "Er macht mich stark im Kampf gegen das Böse", sagte er. Da wurden alle Bürger der Stadt Christen und ließen sich taufen.

Als der römische Kaiser von Georg und seiner mutigen Tat hörte, ließ er ihn zu sich rufen. Doch als Georg in die Kaiserburg kam, sah er die vielen Kerker, in denen Christen gefangen gehalten wurden und auf ihren Tod warteten. Georg sagte zum Kaiser: "Bevor ich dir erzähle, wie ich den Drachen getötet habe, möchte ich, dass du meine Freunde, die Christen frei lässt." Da wurde der Kaiser wütend und ließ Georg hinrichten.

Der heilige Georg, dessen Namenstag wir am 23. April feiern, ist übrigens der Schutzpatron der St. Georgs-Pfadfinder und der Landesheilige von England.

Von Margret Nußbaum
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