Warum wir uns zu Ostern Eier schenken
Die bunten Ostereier sind Zeichen der Freude und für ein neues Leben

Nach seinem Tod am Kreuz hatte man Jesus in ein Felsengrab gelegt. Seine Freunde waren unendlich traurig. Es war Sabbat, der Tag, an dem kein Jude arbeiten durfte. Sobald der Sabbat vorüber war, wollten Maria von Magdala, Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome zum Grab gehen und Jesu Leichnam mit wohlriechenden Salben einreiben.
Noch vor Tagesanbruch gingen sie los. Die Frauen machten sich Gedanken darüber, wer ihnen so früh am Morgen den Stein vom Eingang des Grabes wegwälzen könnte. Doch als sie dort ankamen, war der Stein schon beiseite geschoben. Die Frauen gingen ins Grab und sahen einen jungen Mann in einem weißen Gewand. Sie erschraken, doch er sprach zu Ihnen: "Erschreckt nicht! Ihr sucht Jesus von Nazaret, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier. Seht, da ist die Stelle, wo man ihn hingelegt hatte. Nun aber geht und sagt seinen Jüngern, vor allem Petrus: Er geht euch voraus nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen, wie er es euch gesagt hat." (Markus 16).
Vor Freude aus dem Häuschen
Nach der Auferstehungsmesse in der Osternacht sitzen Lukas und sein Vater noch eine Weile am Küchentisch zusammen. "Stell dir einmal vor, wie sich die Frauen über die Nachricht von Jesu Auferstehung gefreut haben müssen!", sagt Lukas zu seinem Papa. "Bestimmt waren sie vor Freude aus dem Häuschen!"
"Da hat du Recht", meint der Vater. "Und sie behielten ihre Freude auch nicht lange für sich, sondern liefen schnell zu den Jüngern und erzählten ihnen, was sie gesehen hatten. Die Jünger konnten sich selbst davon überzeugen, dass das Grab leer war. Und nun verstanden sie plötzlich, was Jesus ihnen gesagt hatte. Sie glaubten, dass Jesus lebt."
Ein Gefühl der Befreiung
"Weißt du was, Papa", sagt Lukas. "Ich glaube, ich habe auch ein bisschen von der Freude der Jünger in mir." Der Vater nickt und meint: "Mir geht es ebenso. Die Auferstehungsmesse war sehr schön. Wir haben unsere Kerzen an der dicken Osterkerze entzündet. Und auf einmal wurde es in der dunklen Kirche ganz hell. Als dann die Orgel mit dem Lied ‚Das Grab ist leer’ einsetzte, fühlte ich mich befreit."
Die beiden reden noch eine ganze Weile miteinander. Dann geht Lukas zu Bett. Denn morgen will er früh aufstehen, um Eier zu suchen.
Zeichen für das neue Leben
Endlich! Am Ostermorgen geht’s in den Garten zum Eiersuchen. Lukas freut sich, denn sein Körbchen ist voller bunter Eier. Und obendrauf thront ein großer Hase aus Schokolade. Beim Frühstück fragt sein Papa: "Weißt du, warum wir uns zu Ostern Eier schenken?" Lukas schüttelt den Kopf und schaut seinen Vater fragend an.
Und der erklärt: "Eier sind Zeichen der Freude und des neuen Lebens. Aus Eiern kommen kleine Küken hervor. Hinter der kalten Schale steckt also etwas Warmes, Lebendiges. Die Schale ist für das Küken wie eine Mauer, die es durchbrechen muss, um ans Licht zu gelangen. Das Osterei soll deshalb Zeichen für das neue Leben sein, das Jesus uns geschenkt hat. Es soll in uns Mauern durchbrechen, in denen wir oft gefangen sind. Mauern des Hasses, der Lieblosigkeit, des Neids oder der Unzufriedenheit."
"Und was machen wir mit den Steinen, wenn wir die Mauern abbrechen?", fragt Lukas. "Nun, mit den Steinen könnten wir etwas anderes bauen", antwortet Papa. "Brücken etwa, die von einem Menschen zum anderen führen, die uns miteinander verbinden."
Illustration: Susanne Mix
