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Kirche und Integration  Seite drucken

Eine Kirche in vielen Sprachen und Völkern

Junge Menschen aus verschiedenen Ländern in einer Kirche
© katholisch.de

Die Kirche engagiert sich in vielen Bereichen für Migranten

"Ich war fremd, und ihr habt mich beherbergt" (Mt 25,35) – eines von vielen Zitaten aus der Bibel, die sich mit dem Thema Gastfreundschaft und Achtung der Fremden auseinandersetzt. Gemäß seinem universellen Charakter als "Eine Kirche aus vielen Sprachen und Völkern" kennt das Christentum keine Ausländer. Aus diesem Selbstverständnis erwächst das Engagement der Kirche für Migranten.

Schon das Zweite Vatikanische Konzil, das von Oktber 1962 bis Dezember 1965 stattfand, setzte sich mit der Migration auseinander. Die Pastoralkonstitution  (Gaudium et Spes) ruft dazu auf, Zuwanderer in das gesellschaftliche Leben zu integrieren. Ziel ist demnach die langfristige Gleichstellung von Einheimischen und dauerhaft Zugewanderten. Berufung der Kirche sei es, "als Kirche im Dienst an der universalen Versöhnung der Menschheit Bild und Gleichnis der allumfassenden Liebe Gottes selbst zu sein".

Die Kirche als Anwalt

Dieses Ziel gilt bis heute für die zahlreichen Angebote der Kirche: den Migrationsdienst der Caritas, muttersprachliche Gottesdienste, interreligöse und interkulturelle Initiativen oder medizinische Betreuung von Zuwanderern ohne Aufenthaltsgenehmigung. Im Mittelpunkt steht dabei immer die Würde des Menschen. Die Kirche will Anwalt sein für die, "die ohne Stimme am Rand der Gesellschaft stehen", wie es im Bischofswort "Integration fördern, Zusammenleben gestalten" von 2004 heißt. Integration werde eine "gesellschaftliche und politische Schlüsselaufgabe der kommenden Jahre" sein, stellen die Bischöfe fest. Doch was versteht die Kirche unter Integration?

"Integration ist ein fortlaufender und lebenslanger Prozess, bei dem sich beide Seiten, Zuwanderer und aufnehmende Bevölkerung, aufeinander einlassen müssen", fasst Weihbischof Josef Voß, der Vorsitzende der Kommission Migration bei der Deutschen Bischofskonferenz, im Interview mit katholisch.de zusammen. Eine einseitige Anpassung Migranten an die Mehrheitskultur greife hier zu kurz. Auch das Bischofswort zur Integration wendet sich ausdrücklich "gegen den Gedanken einer einseitigen Anpassung der Zuwanderer als auch gegen die Entstehung abgeschlossener Parallelgesellschaften".

Integration in der Kirche und durch die Kirche

Die Kirche in Deutschland ist durch die Gemeinschaft von zugewanderten und einheimischen Gläubigen selbst ein Ort der Integration. Nicht nur in der Seelsorge und bei iren Hilfsdiensten beschäftigt sie sich daher mit der Frage, wie Migranten an der Gesellschaft teilhaben können. Schließlich ist die Kirche als Kindergarten- und Schulträger sowie als Arbeitgeber selbst in der Position, Integration real zu fördern.

Als Arbeitgeber will die Kirche die Teilhabe vor allem katholischer Migranten in die Arbeitswelt fördern. In kirchlichen Einrichtungen, die häufig von Zuwanderern besucht werden, ist die Mitarbeit von Menschen mit Migrationshintergrund sogar ein besonderes Qualitätsmerkmal. Durch Personal, das die Sprache der Hilfesuchenden spricht, werden Schwellenängste abgebaut.

Auch als Bildungsträger setzt die Kirche auf Integration. Dass die Förderung insbesondere der Sprache bereits im Kindergarten anfangen muss, hat Weihbischof Voß im katholisch.de-Interview deutlich gemacht. Deshalb sei es für katholische Einrichtungen selbstverständlich, auch Kinder anderen Glaubens aufzunehmen. Etwas anders ist die Situation in katholischen Schulen. Dort sind Ausländerkinder leicht unterrepräsentiert. Das hängt laut dem Bischofsbericht damit zusammen, dass es sich bei den konfessionellen Schulen meist um weiterführende Schulen handelt und diese darüber hinaus nicht flächendeckend verteilt sind. Hier sieht die Bischofskonferenz weiteren Nachholbedarf.

Von Birgit Leikam
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