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Autobiographie  Seite drucken

„Glauben heißt, der Liebe lauschen“

Porträt der Autorin Maria Eschbach
© Schöningh Verlag
Dr. Maria Eschbach

Die Autobiografie von Dr. Maria Eschbach

Jahrelang hat sie sich gesträubt, ihr erlebnisreiches Leben niederzuschreiben. Doch nun hat Dr. Maria Eschbach dem Drängen nachgegeben und ihre Autobiografie veröffentlicht. Ihr Titel: „Glauben heißt, der Liebe lauschen“. „In Windeseile“ – innerhalb von knapp sieben Monaten – sei das Buch entstanden, erzählt die in Eschweiler bei Aachen geborene Schriftstellerin und Pädagogin. Es sei eben „ein inspiriertes Buch“.

Anders als bei der Flut an narzisstischen Selbstdarstellungen auf dem Büchermarkt, stellt die Lyrikerin sich nicht selbst in den Mittelpunkt. Die 82-Jährige schildert Begegnungen mit Menschen, die ihr Leben prägten und entscheidend in eine spirituelle Richtung lenkten.

Etwa ihre Begegnung als 21-jährige Studentin mit der 68-jährigen Dichterin Gertrud von le Fort während der Kriegswirren 1944. Über deren „Hymnen an die Kirche“ schrieb Eschbach ihre Promotionsarbeit. Le Fort wurde für sie zum Vorbild „als Mensch, Künstlerin und im Glauben“, sagt Maria Eschbach heute. Ähnlich geht es ihr, als sie 1958 den Schweizer Theologen Hans Urs von Balthasar und die Mystikerin Adrienne von Speyer-Kaegi kennen lernt. „Es ist die Ausstrahlung des Reinen und Lauteren gewesen, die mich an diesen Menschen fasziniert hat“, sagt Eschbach.

Zeit ihres Lebens hat diese „spirituelle Weggemeinschaft“ Eschbach begleitet, ob als junge Wissenschaftlerin, Pädagogin, CDU-Bundesfrauenreferentin, Lehrbeauftragte in den USA oder eben als Lyrikerin. Durch das dichterische Wort habe sie stets „Heil und Heilung“ bewirken wollen. Ihre Dichtung versteht sie als Auftrag Gottes. „Man muss bereit sein, wenn plötzlich ein stürmisches Diktat auf einen herunterrauscht“, führt sie vor Augen. Und auch ihre Biografie schrieb Eschbach mit diesem Auftrag, Zeugnis von ihrem Glauben zu geben. Geschrieben habe sie das Buch vor allem für die Jugend der Welt - „wobei Jugend kein Alter kennt“, wie Eschbach betont.

Bekannt wurde Eschbach durch Poesiebände wie „Das weiße Kleid“ oder „Das Goldene Haus“. Mit der nun vorgelegten Autobiografie zeigt Eschbach, dass sie auch Prosa beherrscht. Eindringlich schildert sie mit sprachlicher Präzision die Stationen ihres Lebens. Sie nimmt ihre Leser mit durch acht Jahrzehnte ihres bewegten Lebens; ihr Buch spiegelt Kirche und Welt des 20. Jahrhundert. Maria Eschbach scheut nicht davor zurück, den Zeitgeist zu kritisieren.

Mit den Erfahrungen aus nun 82 Jahren beurteilt sie heute die Situation der katholischen Kirche als „Durchgang und Aufbruch“. Ihre Hoffnung ruht auf der jungen Generation, die beim Weltjugendtag Feuer und Flamme geworden ist für die Botschaft Christi. „Es kann sein, dass dies etwas zu optimistisch ist, aber ich glaube, dass gerade auch mit Papst Benedikt XVI. neue Energie in die Welt kommen wird.“

Maria Eschbach: Glauben heißt, der Liebe lauschen. Schöningh, Paderborn 2005. 232 Seiten, 19,90 Euro. zum Anfang zum Anfang
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