"Lebensbilder. Papst Johannes Paul II."

© St. Benno - Verlag
Ein Bildband mit sprechenden Bildern und amüsanten Anekdoten
“Lolek war ein ganz besonderer Typ. Der Beste in der Schule, am Theater, der Beste bei allem. Wenn er zu General Motors gegangen wäre, wäre er dort sicher Präsident geworden“, so erzählt Jerzy Kluger, Kindheitsfreund von Karol Wojtyla, über den späteren Papst Johannes Paul II. Der Bildband „Lebensbilder. Johannes Paul II.“ von Josef A. Slominski und Bernhard Hülsebusch beginnt mit der Kindheit von Karol Wojtyla, deren Prägungen auch für sein späteres Pontifikat entscheidend sein werden. In vier Kapiteln zeichnen die beiden Autoren voller Sympathie das Leben und Wirken von Papst Johannes Paul II. nach.Der kleine Karol wächst in Wadowice, einem Ort mit hohen jüdischen Bevölkerungsanteil, auf und spielt in der Nachbarschaft zusammen mit vielen jüdischen Kindern. Auch später als Bischof, Kardinal und Papst wird Wojtylas Verhältnis zu den Juden von Sympathie und Respekt geprägt sein. Außerdem soll auch die Frömmigkeit und Spiritualität des Vaters für seinen eigenen Glaubensweg prägend werden.
Der Bildband geht den Anfängen von Wojtylas kirchlicher Laufbahn nach, zeigt auf, wie schnell der junge Mann in der katholischen Kirche Polens Karriere machte und wie prägend das Zweite Vatikanische Konzil für ihn als jungen Bischof gewesen ist. Die Leser erfahren, dass der spätere Papst sein Krakauer Bischofsamt einer gravierenden Fehleinschätzung des Warschauer Regimes verdankt. Nachdem die politische Führung bereits sechs Kandidaten abgelehnt hat, akzeptiert sie Karol Wojtyla, weil er als „apolitisch – nur pastoral orientiert“ wahrgenommen wird. Die Geschichte hat sie eines Besseren belehrt.
Mit einem Augenzwinkern erzählen die Autoren vom Konklave 1978, bei dem der spätere Papst Johannes Paul II. fast zu spät in die sixtinische Kapelle gekommen wäre, weil er einen erkrankten Bischof in der Gemelli-Klinik besucht hatte. Auch die Passagen des Buches, die die Anfänge des Pontifikates des Polen beschreiben, sind geprägt von amüsanten Anekdoten, die illustrieren, dass der frisch gekürte Pontifex mit manchen Konventionen des Vatikans gebrochen hat. Mit eindrucksvollen Bildern werden die Reisen von Johannes Paul II. nach Polen, Mexiko, Kanada und Deutschland nachgezeichnet, aber auch dem Attentat von 1981 und seinen Folgen gilt das Interesse von Slominski und Hülsebusch. Sie würdigen außerdem die friedenspolitische Rolle Johannes Paul II., seinen Dialog mit den Religionen und sein Engagement für die Jugend.
Der Bildband lebt besonders durch die sprechenden Bilder von Josef A. Slominski, der Johannes Paul II. ebenso wie die anderen Päpste der Nachkriegszeit aus nächster Nähe begleitet hat. Bernhard Hülsebusch erzählt in Anekdoten, Zitaten und sprechenden Geschichten aus dem Leben von Johannes Paul II. Geadelt wird der Band durch ein Vorwort von Kardinal Ratzinger, der das Pontifikat von Johannes Paul II. würdigt: „Der Papst ist ein geistiger Führer, der immer wieder große Impulse zu geben vermag. (…) Er ist der erste Zeuge für Christus, der uns im Glauben vorangehrt, durch sein Lehramt Orientierung schenkt und die Kirche in Einheit bewahrt.“
Bildband "Lebensbilder". Johannes Paul II. von Josef A. Slominski und Bernhard Hülsebusch mit einem Vorwort von Joseph Kardinal Ratzinger St. Benno - Verlag, 2004, 9,90 EUR
Die Autoren
Bernhard Hülsebusch, geb. 1937, 1972 bis 1981 »Spiegel«-Korrespondent in Rom, seitdem freiberuflicher Korrespondent zahlreicher deutscher Tageszeitungen zum Themenschwerpunkt Vatikan
Fotografien: SLOMI (Josef A. Slominski), geb. 1937, porträtierte alle Päpste seit 1955, begleitete Johannes Paul II. auf zahlreichen Reisen, Fotograf für namhafte Zeitungen: Stern, Life, Bild u. a. zum Anfang
