„Gott wickelt uns ein in seine Liebe“

Kindermissionswerk gestaltet Kindertag der Heiligtumsfahrt
„Lasst die Kinder zu mir kommen“, hieß das erste Lied beim Kindergottesdienst der Aachener Heiligtumsfahrt am Mittwoch – und sie kamen in Scharen. 4.000 Gläubige waren beim Gottesdienst auf dem Katschhof mit dabei, darunter gut 3.500 Mädchen und Jungen aus allen Teilen des Bistums. Unter dem Motto „Eingehüllt ins Tuch des Lebens“ erlebten sie im Schatten des Doms eine stimmungsvolle Feier mit Weihbischof Karl Borsch. Auf Einladung des Aachener Domkapitels hatte das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ den Tag der Kinder vorbereitet.„Es ist einfach schön, in einer so großen Gemeinschaft zusammen zu feiern“, grüßte der Aachener Bischof Heinrich Mussinghoff die Kinder zu Beginn des Gottesdienstes, ehe er zu einem anderen Termin aufbrechen musste. Die folgende Feier stand ganz im Zeichen der Windeln Jesu – eine der Aachener Tuchreliquien –, die von der großen Altarbühne aus auch gezeigt wurde. Mit dem munteren Szenenspiel „Josef, wie siehst du aus!“ machten fünf Kinder der Aachener Pfarrgemeinde St. Gregorius deutlich, wie wichtig die wärmenden und schützenden Windeln im Leben eines Menschen sind – sie werden buchstäblich zu seinem Lebenstuch. „Mit den Jahren wird dieses Lebenstuch immer bunter. Es kommt immer mehr hinzu“, griff Weihbischof Karl Borsch in seiner Predigt den Faden auf.
Lebenstücher von 229 Metern Länge
2.700 dieser farbenfrohen Lebenstücher – 40 x 40 Zentimeter große Stoffstücke, bunt bemalt mit Szenen aus dem Leben Jesu oder aus dem Leben der Mädchen und Jungen selbst – hatten Grundschüler und Kinder aus den Pfarrgemeinden des Bistums im Vorfeld der Heiligtumsfahrt an das Kindermissionswerk geschickt. Zahlreiche Tuchbahnen mit einer Gesamtlänge von 229 Metern entstanden aus 2.018 der bunten Bilder – mehr konnten einfach nicht verarbeitet werden – und wurden im Rahmen des Gottesdienstes rund um den großen Platz zwischen Dom und Aachener Rathaus entrollt. „Diese beiden großen Lebenstücher, das Lebenstuch Jesu und unser gemeinsames Lebenstuch, umwickeln uns alle hier. Wir sind eine große Gemeinschaft. Wir gehören zusammen, und Gott wickelt uns ein in seine Liebe“, so der Weihbischof.
Die Moderation der Feier hatten Marlies Gahn (Mitarbeiterin des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“) und Gerhard Dünnwald (Leiter der Domsingschule) übernommen. Für die musikalische Gestaltung waren Prof. Michael Hoppe (Referent für Kirchenmusik im Bistum Aachen) und die Kinderchöre der Pfarreien St. Laurentius aus Aachen-Laurensberg, St. Martinus aus Aachen-Richterich, St. Hubertus aus Aachen-Verlautenheide und St. Severin aus Aachen-Eilendorf verantwortlich.
Pilgertäschchen zur Erinnerung
Zur Erinnerung an den Kindertag bei der Heiligtumsfahrt erhielten alle Mädchen und Jungen ein kleines Pilgertäschchen mit einer original Aachener Printe – inklusive dem Logo der Heiligtumsfahrt aus Zuckerguss – und einem kleinen Folder des Kindermissionswerks, der auf die vier Heiligtümer eingeht. „Die Täschchen sind handgewebt und stammen aus einem unserer Projekte aus Bolivien“, erklärte Marlies Gahn. Während die Täschchen verteilt wurden fanden die farbigen Lebenstücher einen neuen Platz. Sie wurden am Zaun rund um den Aachener Dom befestigt. Zahllose Wallfahrer bestaunten noch lange nach der Feier die Tuchbahnen oder einzelne der kleinen Kunstwerke auf Baumwollstoff.
Viele der angereisten Gruppen nutzten die Gelegenheit, im Dom die vier Tuchreliquien zu betrachten. Andere verfolgten auf der Bühne am „Hof“ das Kindermusical „Noah und die coole Arche“, präsentiert vom Kinderchor St. Katharina aus Aachen-Forst unter der Leitung von Frank Sibum, oder ließen sich in der Aula der Domsingschule von einem musikalischen Geschichtsbild der Heiligtumsfahrt begeistern.
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