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Peter der Eremit zeigt den Kreuzfahrern Jerusalem.
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Mittelalter

Von der Taufe Chlodwigs I. bis zum Konzil von Konstanz

498: Der fränkische König Chlodwig I. (482-511) wird getauft und konvertiert damit als erster germanischer Herrscher zum Christentum. Dadurch wird die Voraussetzung für die Bekehrung des gesamten fränkischen Königreichs zum Christentum geschaffen. Die Taufe Chlodwigs gilt als Geburtsstunde des christlichen Abendlandes.

Benedikt von Nursia
© gemeinfrei
Benedikt von Nursia gründete das Kloster von Montecassino.

529: Benedikt von Nursia (um 480-547) gründet das Kloster von Montecassino, das als Stammkloster des Benediktinerordens und bedeutendstes geistliches Zentrum des Mittelalters gilt.

719-754: Bonifatius (672/73-754), der Apostel Deutschlands, zieht als Missionar durch das fränkische Königreich und gründet zahlreiche deutsche Bistümer. Noch heute treffen sich die deutschen Bischöfe jedes Jahr am Grab des Apostels im Fuldaer Dom.

754: Der fränkische König Pippin der Jüngere (751-768) unterstützt Papst Stephan II. (752-757) beim Kampf gegen die in Mittelitalien residierenden Langobarden. Pippin verspricht dem Papst, die eroberten Gebiete der Langobarden an die Kirche zu übertragen. Diese so genannte "Pippin'sche Schenkung" ist die Geburtsstunde des Kirchenstaates. Zugleich etabliert sich der Papst durch das Bündnis mit dem weltlichen Herrscher als Oberhaupt der Christen in West- und Mitteleuropa.

Modell der ehemaligen Klosteranlage von Cluny.
© Hannes72/Wikipedia
Modell der ehemaligen Klosteranlage von Cluny.

909: Die Gründung des Benediktinerklosters im burgundischen Cluny ist Ausgangspunkt für bedeutende Klosterreformen in ganz Europa.

1054: Nach der Exkommunikation des Patriarchen von Konstantinopel durch einen Gesandten von Papst Leo IX. (1049-1054) kommt es zum endgültigen Bruch zwischen römischer West- und orthodoxer Ostkirche. Dieses so genannte "Morgenländische Schisma" dauert bis heute an.

1075-1122: Mit dem Investiturstreit zerbricht das jahrhundertealte Bündnis von Kaiser- und Papsttum. Der Streit zwischen Kaiser Heinrich IV. (1056-1106) und Papst Gregor VII. (1073-1085) dreht sich um die Frage, wem das Recht zukommt, Bischöfe in ihr Amt einzusetzen. Höhepunkt des Streits, der erst 1122 mit dem "Wormser Konkordat" gelöst wird, ist Heinrichs Bußgang nach Canossa.

Die Belagerung von Jerusalem während des ersten Kreuzzuges.
© Wikipedia
Die Belagerung Jerusalems im Jahr 1099.

1096-1099: Nach einem Aufruf von Papst Urban II. (1088-1099) kämpft ein europäisch-christliches Herr im ersten Kreuzzug um die Rückeroberung Jerusalems und Palästinas von den Muslimen. Bis 1270 folgen sechs weitere Kreuzzüge, als letzte christliche Festung im Heiligen Land fällt Akkon (1291).

1209/10: Franz von Assisi (1181/82-1226) gründet den Bettelorden der Franziskaner.

1215: Auf dem Vierten Laterankonzil, der bedeutendsten Kirchenversammlung des Mittelalters, wird die noch heute gültige Abendmahlslehre der katholischen Kirche dogmatisiert. Außerdem wird erstmals der Text eines für die gesamte katholische Kirche verbindlichen Glaubensbekenntnisses beschlossen.

Das Grabmal von Papst Bonifatius VIII. im Vatikan.
© Wikipedia
Das Grabmal von Papst Bonifatius VIII. im Vatikan.

1302: Papst Bonifatius VIII. (1294-1303) erlässt die Bulle "Unam Sanctam". Diese betont die Einzigartigkeit der katholischen Kirche und gilt als wichtigstes Dokument des päpstlichen Hoheitsanspruches.

1309-1377: Unter dem Druck der französischen Krone verlegt das Papsttum seinen Sitz ins südfranzösische Avignon. Diese so genannte "Babylonische Gefangenschaft" ist Sinnbild für den Niedergang des Papsttums im Spätmittelalter. Erst Papst Gregor XI. (1370-1378) kehrt 1377 nach Rom zurück.

1378-1417: Nach dem Tod Gregors XI. kommt es zur Spaltung der unter französischem Einfluss stehenden römischen Kurie. Römer und Franzosen wählen jeweils einen eigenen Nachfolger für den verstorbenen Papst und lösen damit das "Große Abendländische Schisma", die bis 1417 andauernde Spaltung der katholischen Kirche mit Päpsten und Gegenpäpsten, aus.

In Pisa fand 1409 ein Konzil zur Überwindung der Kirchenspaltung statt.
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Das Konzil von Pisa fand im Jahr 1409 statt.

1409: Das Konzil von Pisa versucht das Schisma zu überwinden. Dieses Ziel wird jedoch nicht erreicht, stattdessen wird mit Alexander V. (1409/10) ein dritter Papst neben Gregor XII. (1406-1415) und Benedikt XIII. (1394-1417) gewählt.

1414-1418: Auf dem Konzil von Konstanz werden die drei konkurrierenden Päpste abgesetzt; damit ist das "Große Abendländische Schisma" überwunden. Zum neuen, allgemein anerkannten Papst wird Martin V. (1517-1531) gewählt.

1419-1436: Nach der Verbrennung des tschechischen Reformators Jan Hus erheben sich die Anhänger der Reformation gegen den bömischen König Wenzel. Im Zuge der Auseinandersetzungen kommt es am 30. Juni 1419 zum berühmt gewordenen "Prager Fenstersturz".

Von Steffen Zimmermann
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