Mittelalter
Von der Taufe Chlodwigs I. bis zum Konzil von Konstanz
498: Der fränkische König Chlodwig I. (482-511) wird getauft und konvertiert damit als erster germanischer Herrscher zum Christentum. Dadurch wird die Voraussetzung für die Bekehrung des gesamten fränkischen Königreichs zum Christentum geschaffen. Die Taufe Chlodwigs gilt als Geburtsstunde des christlichen Abendlandes.
719-754: Bonifatius (672/73-754), der Apostel Deutschlands, zieht als Missionar durch das fränkische Königreich und gründet zahlreiche deutsche Bistümer. Noch heute treffen sich die deutschen Bischöfe jedes Jahr am Grab des Apostels im Fuldaer Dom.
754: Der fränkische König Pippin der Jüngere (751-768) unterstützt Papst Stephan II. (752-757) beim Kampf gegen die in Mittelitalien residierenden Langobarden. Pippin verspricht dem Papst, die eroberten Gebiete der Langobarden an die Kirche zu übertragen. Diese so genannte "Pippin'sche Schenkung" ist die Geburtsstunde des Kirchenstaates. Zugleich etabliert sich der Papst durch das Bündnis mit dem weltlichen Herrscher als Oberhaupt der Christen in West- und Mitteleuropa.
1054: Nach der Exkommunikation des Patriarchen von Konstantinopel durch einen Gesandten von Papst Leo IX. (1049-1054) kommt es zum endgültigen Bruch zwischen römischer West- und orthodoxer Ostkirche. Dieses so genannte "Morgenländische Schisma" dauert bis heute an.
1075-1122: Mit dem Investiturstreit zerbricht das jahrhundertealte Bündnis von Kaiser- und Papsttum. Der Streit zwischen Kaiser Heinrich IV. (1056-1106) und Papst Gregor VII. (1073-1085) dreht sich um die Frage, wem das Recht zukommt, Bischöfe in ihr Amt einzusetzen. Höhepunkt des Streits, der erst 1122 mit dem "Wormser Konkordat" gelöst wird, ist Heinrichs Bußgang nach Canossa.
1209/10: Franz von Assisi (1181/82-1226) gründet den Bettelorden der Franziskaner.
1215: Auf dem Vierten Laterankonzil, der bedeutendsten Kirchenversammlung des Mittelalters, wird die noch heute gültige Abendmahlslehre der katholischen Kirche dogmatisiert. Außerdem wird erstmals der Text eines für die gesamte katholische Kirche verbindlichen Glaubensbekenntnisses beschlossen.
1309-1377: Unter dem Druck der französischen Krone verlegt das Papsttum seinen Sitz ins südfranzösische Avignon. Diese so genannte "Babylonische Gefangenschaft" ist Sinnbild für den Niedergang des Papsttums im Spätmittelalter. Erst Papst Gregor XI. (1370-1378) kehrt 1377 nach Rom zurück.
1378-1417: Nach dem Tod Gregors XI. kommt es zur Spaltung der unter französischem Einfluss stehenden römischen Kurie. Römer und Franzosen wählen jeweils einen eigenen Nachfolger für den verstorbenen Papst und lösen damit das "Große Abendländische Schisma", die bis 1417 andauernde Spaltung der katholischen Kirche mit Päpsten und Gegenpäpsten, aus.
1414-1418: Auf dem Konzil von Konstanz werden die drei konkurrierenden Päpste abgesetzt; damit ist das "Große Abendländische Schisma" überwunden. Zum neuen, allgemein anerkannten Papst wird Martin V. (1517-1531) gewählt.
1419-1436: Nach der Verbrennung des tschechischen Reformators Jan Hus erheben sich die Anhänger der Reformation gegen den bömischen König Wenzel. Im Zuge der Auseinandersetzungen kommt es am 30. Juni 1419 zum berühmt gewordenen "Prager Fenstersturz".

