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Kirche für Kids  Seite drucken

Von Angst und Vertrauen

Hoehenslack-line
© Caritas Rottenburg-Stuttgart
Ohne Vertrauen geht im Hochseilgarten gar nichts.

Wie Vertrauen es schafft, Ängste zu überwinden

Laura, Lukas und die anderen aus dem Kindertreff reden mit Oliver, ihrem Gemeindereferenten, über Angst und Vertrauen. Sie hören die Geschichte aus dem Matthäus-Evangelium (Kapitel 14).

Angst wie Petrus

"Petrus bekommt plötzlich Angst, als er über das Wasser auf Jesus zugeht", erzählt Oliver. "Wind und Wellen sind so mächtig, dass er fürchtet, unterzugehen. Da streckt Jesus dem Petrus die Hand entgegen und geht mit ihm zum Boot. Petrus hat nun keine Angst mehr. Er weiß, dass er sich auf Jesus verlassen kann, dass er ihn stützt und sicher führt."

Die Kinder werden nachdenklich. Da sagt Lukas: "Wenn man sich etwas nicht traut, und da ist jemand, der einem Mut macht, tut das richtig tut. Dann ist die Angst oft wie weggeblasen." "Ja", pflichtet Laura ihm bei. "Als meine Wunde am Bein genäht werden musste, hat Mama meine Hand gehalten. Da hatte ich plötzlich gar keine Angst mehr."

Die Kinder erzählen sich noch eine Weile ihre Angst- und Mut-Geschichten. Dann bestürmen sie Oliver: "Bitte, erzähl uns auch mal eine Geschichte – am besten eine aus deiner Kindheit!", bettelt Anja. Oliver lässt sich nicht lange bitten und erzählt:

"Ich lasse dich nicht fallen!"

"Im Sportunterricht auf dem Gymnasium machten wir oft Bockspringen. Anlauf nehmen, abspringen und sich mit Schwung über den Bock wuchten: Das fanden meine Klassenkameraden super. Aber ich nicht. Denn einmal hatte ich mir beim Springen den Fuß verletzt. Es tat sehr weh. Und diesen Schmerz spürte ich jedes Mal, wenn ich den Bock sah.

Wir hatten wieder Sport. Ich nahm meinen ganzen Mut zusammen, nahm Anlauf, sprang – und landete bäuchlings auf dem Bock. Nick und Jörg, die beiden Klassenkameraden, die seitlich am Bock Hilfestellung leisten sollten, lachten mich laut aus: 'Hahaha, wie ein nasser Sack!' Kleinlaut stellte ich mich wieder als letzter in die Reihe.

Als nächster war Christoph dran, der Beste im Sport. Sein Sprung war Spitze. Als er sich hinten anstellte, flüsterte er mir ins Ohr: 'Es liegt an deiner Angst, dass du es nicht schaffst. Weiß du was? Ich melde mich zum Helfen. Und ich verspreche dir: Ich halte dich fest. Ich lasse dich nicht fallen. Du kannst mir vertrauen, Oliver.' 

Keine Angst mehr vor dem Springen 

Beim nächsten Durchgang wurde Nick gegen Christoph ausgetauscht. Ich hörte genau, was Christoph Jörg zuflüsterte: 'Ich warne dich! Noch eine dumme Bemerkung über Oliver, dann lernst du mich kennen!' Und schon war ich wieder an der Reihe. Mir war vor Angst fast übel.

Aber dann sah ich Christoph am Bock stehen. Er nickte mir freundlich zu, als wolle er sagen: Du schaffst es, wenn du mir nur vertraust. Da nahm ich Anlauf, sprang ab und wuchtete mich mit Schwung über den Bock. Alle waren sprachlos, am meisten Jörg und Nick.

Zum ersten Mal hatte ich den Sprung geschafft. Ich wusste, dass mein Vertrauen zu Christoph mir dabei geholfen hatte. Und dass ich es nie geschafft hätte, wenn er nicht am Bock gestanden und mir aufmunternd zugenickt hätte. Seitdem schloss ich vor jedem Sprung die Augen und dachte an Christoph, mit dem ich heute noch befreundet bin."

Von Margret Nußbaum
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