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Messdienerwallfahrt Bild: ©  Seite drucken

Unterwegs mit Rosenkranz und Gitarre

Messdiener bei der Wallfahrt mit Transparent
© Bistum Münster
Die 1. Nordwestdeutsche Ministrantenwallfahrt stand unter dem Motto Ich glaub an dich.

11.000 Ministranten pilgerten nach Kevelaer

Bilder wie diese kennt man vom Weltjugendtag in Köln: Kinder und Jugendliche mit Fahnen, Kreuzen und Kerzen, mit Gitarren, Liederbüchern und Rosenkränzen. Sie beten, sie singen, sie pilgern. 11.000 haben sich aufgemacht zur ersten Nordwestdeutschen Ministrantenwallfahrt unter dem Motto "Ich glaub an dich". Am 29. August trafen sich Messdiener aus acht Bistümern, um in einer Sternwallfahrt nach Kevelaer zu pilgern.

Und tatsächlich: Seit dem Weltjugendtag 2005 hat es keine so große katholische Jugendveranstaltung mehr gegeben, weiß Domkapitular Stefan Zekorn, der als Wallfahrtsleiter von Kevelaer die Ministranten begrüßte. Von mehreren Vororten der Pilgerhochburg waren die einzelnen Diözesangruppen losgezogen.

Bischof Franz-Josef Bode pilgert mit Messdienern nach Kevelaer
© Tim Kempen/katholisch.de
Jugendbischof Franz-Josef Bode pilgerte mit 1.200 Osnabrückern, 800 Paderbornern und lobte deren Engagement.

Spiritueller Reiseproviant

Die größte Gruppe, die rund 4.700 Ministranten aus Münster, holte sich den spirituellen Reiseproviant vom ehemaligen Ruhrbischof. Felix Genn begrüßte "seine" Messdiener und schickte sie mit einem geistlichen Impuls auf den fünf Kilometer langen Weg.

Mit gut 100 Messdienern war das Bistum Essen vertreten. Die geringe Teilnehmerzahl, erklärte Schwester Birgit, Messdienerreferentin im Ruhrbistum, hängt mit der zeitgleich stattfindenden Ludgeruswallfahrt in Werden zusammen. Der Termin der Messdienerwallfahrt wurde kurzfristig geändert – und fiel auf den Termin des Ludgerusfestes. "Ich finde es klasse hier und bin froh, dass wir trotzdem mit einzelnen Gruppen und Ministranten gekommen sind", freute sich Schwester Birgit. 

Neben den Bistümern Essen und Münster pilgerte  die Jugend aus Aachen, Hamburg, Hildesheim, Osnabrück, Paderborn und dem niederländischen Roermond nach Kevelaer, mit dabei auch zehn Bischöfe und Weihbischöfe. Jugendbischof Franz-Josef Bode aus Osnabrück lobte die Idee, zwischen der deutschlandweiten Ministrantenwallfahrt nach Rom, die alle fünf Jahre stattfindet, und den Veranstaltungen auf Bistumsebene eine weitere feste Größe in der Jugendpastoral zu etablieren. "Eine Fortsetzung ist geplant", so der Osnabrücker Oberhirte.

Mädchen stehen vor dem Gnadenbild Trösterin der Betrübten bei der Messdienerwallfahrt nach Kevelaer
© Tim Kempen/katholisch.de
Am Ziel: das Gnadenbild in Kevelaer.

Nicht nur Fun

Die rund 400.000 Ministranten in Deutschland leisteten schließlich einen wichtigen Beitrag in der Gemeindearbeit. Kevelaers Wallfahrtsleiter Zekorn freute sich über den Besuch der Ministranten im niederrheinischen Marienwallfahrtsort: "In Kevelaer bekommen die Jugendlichen schon allein vom Zuschauen und durch die Atmosphäre viel vom Glauben mit", ist sich der Domkapitular sicher.

Und so waren es eben nicht nur Strandkörbe, Live-Bands und Menschen-Kicker, die die jungen Wallfahrer begeisterten. "Die geistige Atmosphäre hat gezeigt, dass die Jugendlichen offen waren für das Gebet. Viele haben die spirituellen Angebote gesucht und nicht nur Fun."

Ruhig und aufmerksam verfolgten die Jugendlichen etwa die Berufungsgeschichten in der Wallfahrtskirche und feierten mit den Bischöfen den Abschlussgottesdienst. Der Kölner Erzbischof Kardinal Joachim Meisner sprach in seiner Predigt vom Beispiel Marias für den Alltag eines Ministranten: "Es gibt keinen besseren Weg zu Christus als den über Maria. So wie wir auf sie schauen, schaut die Gemeinde auf euch. Ihr Ministranten seid Vorsteher, wie die Priester, Bischöfe und Diakone, und darum unsere Kollegen und wichtigsten Mitarbeiter."

Bischöfe auf dem Kevelaer Kapellenplatz während der Messdienerwallfahrt
© Tim Kempen/katholisch.de
Zehn Bischöfe und eine Papstbotschaft.

Grüße von Papst Benedikt

Papst Benedikt XVI. überbrachte per Telegramm seine Grüße. Er lobte das Wirken der Ministranten, mahnte aber auch dazu, "innerlich schön und gut aufgestellt vor Gott zu treten, das heißt, ein Leben zu führen, wie es Gott gefällt". Genn sprach von einem "Weltjugendtag im Kleinen". Er wünschte den Ministranten, dass der Tag ihren Glauben stärke, dass sie am Ende der Wallfahrt wüssten, was Gott von ihnen erwarte. Denn Gott glaube an sie.

Von Birgit Leikam
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