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Am Anfang war die Auferstehung

Bodenmosaik mit Darstellung eines Fisches in der Euphrasius-Basilika in Kroatien.
© KNA
Bodenmosaik mit Darstellung eines Fisches in der Euphrasius-Basilika in Kroatien.

Von der jüdischen Sekte zur christlichen Weltreligion

Urchristentum - das klingt nach uralt oder dem Urknall. Uralt ist gar nicht verkehrt, denn die Anfänge des Christentums liegen mit Jesu Kreuzigung im Jahr 33 fast 2.000 Jahre zurück. Und für die Entwicklung des Christentums ist dieser Anfang sicherlich ein "Urknall" gewesen.

Als konkretes Anfangsdatum gilt vielen Wissenschaftlern das Apostelkonzil 49 nach Christi, auf dem sich abzeichnete, dass sich das Christentum als eigenständige Religion neben dem Judentum entwickeln würde. Als Endpunkt gilt die Abfassung der letzten urchristlichen Schriften 135 nach Christi.

Wichtigste Quelle für das Wissen über das Urchristentum sind die Schriften des Neuen Testaments. Wir wissen aus diesen Texten, dass Jesus und seine Anhänger Juden waren und ursprünglich keine neue Religion gründen, sondern das Judentum reformieren wollten. Der Glaube und die Predigten Jesu waren stark von der Erwartung des Einbruches der Gottesherrschaft geprägt.

Erwartung auf baldige Wiederkehr

Sein Jünger Petrus spricht als erster aus, dass Jesus der von den Juden erwartete Messias sei. Jesu Tod am Kreuz und seine Auferstehung wurde von seinen Jüngern in der Erwartung dessen baldiger Wiederkunft und dem damit eintreten der Gottesherrschaft auf Erden verkündet.

Eine besondere Rolle in der Verkündigung spielte die Jerusalemer Urgemeinde. In ihr sammelten sich die Jünger Jesu und Frauen, die Jesus zu seinen Nachfolgern berufen hatte. Die Apostelgeschichte erzählt vom Pfingstenwunder, bei dem durch die Ausschüttung des Heiligen Geister 3.000 Menschen bekehrt und Teil der Jerusalemer Gemeinde wurden. Wortführer waren Simon Petrus, der Lieblingsjünger Jesu, und Jakobus, der ältere Bruder Jesu, die sich intensiv an den aufkeimenden theologischen Diskussionen beteiligten.

Mit zunehmendem Ausbleiben der Wiederkunft Jesu und der Verbreitung der Christentums entstand die Notwendigkeit erste Hierarchien und Ämter herauszubilden: Bischöfe,  Presbyter und Diakone übernahmen die Verkündigung und praktische Aufgaben, ohne das mit den Bezeichnungen zunächst schon eine Hierarchie gemeint gewesen wäre. Erst ab dem zweiten Jahrhundert nach Christus sollte sich mit dem Bischofsamt auch eine Leitungsfunktion verbinden.

Mit dem Beginn der intensiven Missionstätigkeit über Jerusalems und Israels Grenzen hinaus, entstand eine heftige Auseinandersetzung um die Frage, ob auch Nichtjuden Christen werden können. Ursprünglich traten Heiden erst dem Judentum bei, um anschließend durch die Taufe Christen zu werden.

Torafreie Mission von Heiden

Der Apostel Paulus machte sich für eine torafreie Mission von Heiden stark, ohne deshalb eine generelle Abkehr vom Judentum im Sinn zu haben. Die konservative judenchristliche Urgemeinde in Jerusalem kritisierte Paulus Mission der Heidenchristen. Auf dem Apostelkonzil (etwa 49 nach Christus) wurde diese Frage schließlich im Sinne des Paulus geklärt und die torafreie Heidenmission als gültig anerkannt. Diese Entscheidung war rückblickend betrachtet eine wichtige Grundlage für die schnelle und erfolgreiche Verbreitung des Christentums.

Allerdings begünstigen auch andere Faktoren die erfolgreiche Mission: Protagonisten wie Petrus oder Paulus hatten ein hohes Sendungsbewusstsein und predigten in der griechischen Sprache, die damals fast überall verstanden wurde. Das römische Reich sorgte außerdem für relativ stabile politische Verhältnisse und ermöglichte mit seiner guten Infrastruktur eine große Mobilität.

Christenverfolgungen zum Trotz gelang den Missionaren die Transformation der frohen Botschaft in neue Kulturräume. Christliches Gedankengut vermischte sich mit vorhandenen religiösen Traditionen, und machte Heiden den Schritt zur Taufe leicht.

Von Gunda Ostermann
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