Petrus - Der erste Apostel

Petrus war die zentrale Figur der Urgemeinde und gilt als Begründer des Papstamtes
Es ist Jesus von Nazareth, der mit seinem Wirken das Urchristentum begründet hat. Sein Jünger Petrus trägt die frohe Botschaft des Nazareners in die Welt. Er missioniert in Judäa, Kleinasien und schließlich Rom. Auf ihn gründet die katholische Kirche das Papstamt und gibt dem Petersdom seinen Namen.Petrus und sein Bruder sind die ersten Jünger, die Jesus berufen hat. Ursprünglich hieß der Fischer aus Kapernaum am See Genezaret Simon, erst Jesus gab ihm den Namen Petrus, der Fels. Seine Berufung hat sich wohl an einem Frühjahrsmorgen im Jahr 28 nach Christus nach der Antrittspredigt Jesu ereignet. Der Evangelist Matthäus erzählt, wie Jesus die beiden Brüder im Anschluss an einen großen Fischfang am See Genezareth angesprochen hat: "Folgt mir nach: Ich will Euch zu Menschenfischern machen." Und das Neue Testament berichtet weiter, dass die Brüder sofort ihre Netze verließen und ihm nachfolgten. Petrus war verheiratet, ob seine Frau mit Jesus und den Jüngern umherzog, ist unbekannt.
Alle vier Evangelisten zeichnen Simon Petrus als zentrale Figur im Jüngerkreis und nennen ihn in den Apostellisten an erster Stelle. Mit Jakobus und Johannes wohnt er der Verklärung Jesu bei, als Gott ihnen als einzige unter den Jüngern bereits vor dem Kreuzestod die Göttlichkeit Jesu offenbarte. Er wagt es wichtige Fragen auszusprechen, ist der erste, der sich zu Jesus als Messias bekennt. Auf die Frage von Jesus "Ihr aber, für wen haltet Ihr mich?" antwortet er: "Du bist der Messias!" (Mk 8,29).
"Ich will dir die Schlüssel des Himmelreichs geben"
Nach dem Evangelisten Matthäus (16,18) antwortet Jesus auf das Christusbekenntnis mit der Felsenzusage: "Ich aber sage dir: Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen. Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, wird auch im Himmel gebunden sein". In der Theologie ist umstritten, ob es sich bei diesen Zeilen um ein sogenanntes echtes Jesuswort handelt. In jedem Fall spiegeln diese Worte aber die besondere Rolle wieder, die Petrus für Jesus spielte und die er bis heute für die katholische Tradition des Papstamtes inne hat.
Nach Jesu Kreuzestod ziehen sich die Jünger zurück und sind am Boden zerstört. Maria Magdalena ist es, die nach Joh, 20,11-18 das leere Grab als erste entdeckt. Zunächst wollen die Jünger ihr nicht glauben, doch Petrus geht zum Grab und wird zum Zeugen der Auferstehung. Petrus gehört zu den wenigen Menschen, denen Jesus nach seiner Auferstehung erschien. Mit seiner Predigt zu Pfingsten begeistert er seine Zuhörer so, dass sich 3.000 Menschen spontan zum Christentum bekehrt haben sollen.
Zentrale Figur der Urgemeinde
Die Apostelgeschichte beschreibt Petrus als zentrale Führungsfigur in der Urgemeinde und als solche muss er auch theologische Konflikte austragen: Muss man Jude sein, um Christ zu werden? An dieser Frage droht das Urchristentum zu scheitern. Der Apostel Paulus machte sich dafür stark, dass Heiden missioniert werden, ohne dass sie das jüdische Gesetz annehmen. Die Heidenmission wurde von strenggläubigen Juden allerdings abgelehnt.
Petrus hält nach dem Evangelisten Lukas zunächst an den Speise- und Reinheitsgeboten der Tora fest, und wird durch einen Traum zum Vertreter der torafreien Heidenmission. Er erhält von Gott den Auftrag, den römischen Hauptmann Centurio allein durch die Taufe zu bekehren. Centurio wird Christ ohne sich an jüdische Gesetze wie die Beschneidung und das koschere Essen halten zu müssen. Ganz eindeutig ist Petrus Rolle in der Auseinandersetzung um die Heidenmission allerdings nicht, denn Paulus berichtet im Galaterbrief, dass Petrus den Heiden auch nach der Taufe Toragebote auferlegt habe.
Der Überlieferung nach ist Petrus um 50 nach Christus als Missionar nach Rom gereist, um dort in den kleinen christlichen Gemeinden die frohe Botschaft zu verkünden. Angeblich wird er dann im Jahr 64 im Rahmen der Christenverfolgung durch Kaiser Nero gefangen genommen und mit dem Kopf nach unten auf den vatikanischen Hügeln gekreuzigt.
Mutmaßliches Grab unter dem Petersdom
Der römische Kaiser Konstantin der Große ließ 324 den Vorgängerbau der heutigen Peterskirche über dem vermuteten Petrusgrab errichten. Ausgrabungen in den 1950er Jahren haben eine Gräberstraße unter dem heutigen Petersdom freigelegt, und auch in dem mutmaßlichen Petrusgrab wurden Gebeine gefunden.
Allerdings kann niemand sagen, ob es sich dabei um die sterblichen Überreste des Lieblingsjüngers Jesu handelt. Die neutestamentlichen Schriften berichten jedenfalls weder von einer Romreise des ersten Apostels noch von seiner Kreuzigung.Unabhängig davon gehörte Petrus zu den prägenden Gestalten des Urchristentums, der mit seiner Mission maßgeblich zur Verbreitung des Christentums beigetragen hat. Besondere Bedeutung für die katholische Kirche erhielt er durch die Lehre von der Apostolischen Nachfolge, nach der alle Päpste in der direkten Nachfolge Petri stehen.
