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Wasser und Brot in der Wüste

Die Stelle, an der Gott den Israeliten bei ihrer Flucht aus Ägypten zu trinken gab.
© KNA
Mosequelle in Ägypten: Die Stelle, an der Gott den Israeliten zu trinken gab, ist heute eine beliebte Anlaufstelle für Urlauber.

Wie Gott die Israeliten bei ihrem Weg durch die Wüste beschützte

Die Wanderung durch die Wüste war sehr mühsam. Die Israeliten litten Durst und Hunger. Endlich fanden sie einen Brunnen. Doch das Wasser war bitter und ungenießbar. Die Enttäuschung war groß. Nur Mose verlor sein Zutrauen zu Gott nicht und rief zum Himmel: "Herr, was soll ich tun? Mein Volk leidet großen Durst."

Da zeigte Gott Mose ein Stück Holz und forderte ihn auf, es in den Brunnen zu werfen und Wasser zu schöpfen. Es war wie ein Wunder: Das Wasser war plötzlich nicht nur genießbar, sondern auch sehr erfrischend und wohlschmeckend.

Die Israeliten murren

Doch die Zufriedenheit dauerte nicht lange an. Die Vorräte gingen zu Ende, und die Israeliten beklagten sich bei Mose: "Warum hast du uns hierher geführt? In Ägypten hatten wir genug zu essen, und hier hungern wir. Alles ist deine Schuld!"

Bedrückt zog Mose sich zurück. Da sprach Gott zu ihm: "Ich werde deinem Volk zu essen geben. In der Nacht und am frühen Morgen wird etwas geschehen." Mit dieser guten Nachricht kehrten Mose und sein Bruder Aaron zu den Israeliten zurück.

Mose sagte: "Ihr habt wenig Vertrauen in Gott. Sonst hättet ihr mich nicht beschimpft. Gott hat euch aus Ägypten herausgeführt. Und er wird auch dafür sorgen, dass ihr zu essen bekommt. Heute Nacht und am frühen Morgen werdet ihr es selber sehen."

Aus dem Tau wird Brot

Noch in derselben Nacht zog ein riesiger Schwarm von Wachteln über das Zeltlager. Viele Tiere ließen sich, erschöpft von dem langen Flug, auf der Erde nieder. Die Israeliten konnten sie leicht fangen und braten, so dass alle aus ihrem Volk satt wurden.

Am nächsten Morgen, als die Sonne den Tau getrocknet hatte, war die ganze Erde von weißen Flocken übersät. Die Israeliten probierten: Die Flocken schmeckten süß wie Honigkuchen. Von nun an wurde an jedem Morgen aus dem Tau süßes Honigbrot. Die Israeliten nannten die weißen Flocken "Manna". Das heißt: "Was ist das?"

Gott befahl ihnen, immer nur so viel zu sammeln, wie sie für einen Tag brauchten – außer am sechsten Tag, an dem sie genug für zwei Tags sammeln mussten. Denn am siebten Tag, dem Sabbat, sollte niemand arbeiten.

Frisches Wasser aus dem Felsen

Doch es dauerte nicht lange, da murrten die Israeliten wieder. Denn an ihrem nächsten Lagerplatz fanden sie kein Wasser. Sie wurden richtig wütend und machten Mose Vorwürfe, so dass er fast schon um sein Leben fürchten musste. In seiner Verzweiflung rief er zu Gott: "Herr, was soll ich tun?"

Und Gott antwortete: "Nimm deinen Stab! Ich werde dir einen Felsen zeigen. Wenn du gegen ihn schlägst, wird Wasser herauskommen." Mose tat, was Gott ihm befohlen hatte. Als er mit seinem Stab gegen den Felsen schlug, sprudelte frisches Wasser heraus. Alle Israeliten konnten ihren Durst stillen. Mose hoffte, dass sie nun endlich auf Gott vertrauen würden.

Der Kampf gegen die Amalekiter

Doch in der Wüste lebte der Stamm der Amalekiter. Diese waren ebenfalls auf der Suche nach Wasser und wollten die Fremden von ihren Quellen und Brunnen vertreiben. Deshalb wollten sie das Lager der Israeliten angreifen. Mose ahnte, was sie vorhatten, und wählte Josua, einen tapferen jungen Mann, aus. Er sollte die israelitischen Kämpfer anführen. Mose versprach ihnen, sich mit seinen Brüdern Aaron und Hur auf den Gipfel des Berges zu stellen und Gott zum Hilfe zu bitten.

Und so geschah es. Mose stand auf dem Berg und hielt seinen Stab mit ausgestreckten Armen über dem Kopf. Das machte den Israeliten Mut. Immer wenn Mose seine Arme sinken ließ, schien es, als würden sie den Kampf verlieren. Doch sobald er die Arme wieder erhob, wandte sich das Blatt, und die Israeliten konnten die Amalekiter zurückdrängen.

Mose war fast am Ende seiner Kräfte. Da holten seine Brüder Aaron und Hur einen Steinbrocken. Mose setzte sich darauf, und Aaron und Hur stützten seine Arme, so dass Mose sie leichter oben halten konnte. Als es Abend wurde, hatten die Israeliten die Amalekiter vertrieben. Mose dankte Gott und errichtete auf dem Berg einen Altar.

(Nacherzählt aus Exodus, Kapitel 15 - 17)

Von Margret Nußbaum
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