"Komplett für 499 Euro"

Verbraucherinitiative warnt vor unseriösen Billigbestattern
Gestorben wird immer. Trotzdem macht das den Bestatter heute nicht mehr automatisch zum krisensicheren Beruf. Wie in fast allen anderen Branchen ist auch im Bestattungsgewerbe die Konkurrenz härter geworden.In Krisenzeiten kann eine Beerdigung mit Kosten von mehreren Tausend Euro für Angehörige zum unüberindbaren finanziellen Problem werden. Das Sterbegeld der Krankenkasse wurde bereits 2004 abgeschafft, nur wenige sorgen mit einer Sterbeversicherung vor.
Die Situation öffnet Billiganbietern Tür und Tor, die mit Dumping-Preisen den Wettbewerb unter den Bestattern anheizen. Die Verbraucherinitiative Bestattungskultur Aeternitas warnt vor unseriösen Anbietern, die Kunden mit Lockangeboten ab 499 Euro ködern: "Zu diesem Preis erhält der Kunde keine komplette Bestattung. Einäscherungs- oder Friedhofsgebühren sind nicht enthalten, häufig stellt der Anbieter weitere Kosten wie zum Beispiel für notwendige Überführungen in Rechnung." Schnell summiert sich der Betrag für Trauerkarten, Blumenschmuck und andere Dienstleistungen zuletzt doch auf 1.000 Euro und mehr.
Im Juni 2009 wies das Landgericht Berlin einen Billigbestatter an, seine Werbung transparenter zu gestalten und deutlich auf Zusatzkosten hinzuweisen. Der Endpreis müsse für den Kunden erkennbar sein. Ein alteingesessenes Bestattungsunternehmen hatte dem Discount-Konkurrenten unlauteren Wettbewerb vorgeworfen.
Die günstigste Bestattung liegt laut Aeternitas heute bei 900 bis 1.000 Euro und wird auch von seriösen Bestattungsunternehmen angeboten. Dafür erhält der Kunde eine anonyme Feuerbestattung ohne Trauerfeier zumeist in günstigen Nachbarländern wie Polen oder Tschechien. Nicht mehr aber auch nicht weniger.

