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Jurybegründung  Seite drucken

Spannend, einfach und verständlich

Bert Strebe
© KNA
Bert Strebe erhält den Katholischen Medienpreis 2009 in der Kategorie Elektronische Medien.

Strebe sprach mit einem Dirigenten über dessen Nahtod-Erfahrung

Auf Vorschlag der Jury zeichnet die Deutsche Bischofskonferenz mit dem Katholischen Medienpreis 2009 den Beitrag von Bert Strebe "Das Fenster zum Himmel war offen" (Norddeutscher Rundfunk/Hörfunk, NDRkultur – Glaubenssachen, 1. Januar 2009) aus.

Jurybegründung

Am 01. Januar 2002 dirigierte George Alexander Albrecht, damals Generalmusikdirektor des Nationaltheaters und der Staatskapelle Weimar, das Neujahrskonzert - obwohl er krank war. Beim vierten Satz von Beethovens 9. Symphonie brach er zusammen und erlebte dabei das, was man Nahtod- Erfahrung nennt.

Vier Millionen Männer, Frauen und auch Kinder in Deutschland haben dergleichen erlebt, aber nicht viele sprechen darüber. Dem Autor Bert Strebe ist mit der Wahl seines Gesprächspartners, des Dirigenten George Alexander Albrecht, ein Glücksgriff gelungen: Spannend, einfach und verständlich berichtet der Dirigent von seinen Erfahrungen; das Einzelbeispiel wird durch aktuelle Forschungsergebnisse des renommiertesten deutschen Nahtod-Forschers, des Heidelberger Neurologen und Psychiaters Michael Schröter-Kuhnhardt ergänzt.

Der Wissenschaftler hat hunderte von Nahtod-Erlebnissen untersucht und meint "Nahtod-Erlebnisse verweisen auf ein Leben nach dem Tod". Für den Dirigenten George Alexander Albrecht war das ohnehin keine Frage.

Der Autor bleibt in seiner 20-minütigen Produktion nicht bei der Rückschau auf das Erlebnis und die Präsentation der aktuellen Forschungsergebnisse stehen. Der Beitrag gewinnt vor allem durch die Schilderungen von George Alexander Albrecht, der sich nach seiner Pensionierung im Jahr 2002 in der Hospizarbeit engagiert und in Thüringen Sterbende - oft Menschen, die kirchlich nicht gebunden sind - begleitet hat.

"Das Fenster zum Himmel war offen" sagt der Dirigent; er weiß, wo die Reise hingeht, formuliert der Autor. Die O-Töne entwickeln eine besondere Spannung; es wird eine Frage angesprochen, die jeden interessiert: Wir werden alle sterben, aber keiner weiß wie, wann und ob es weiter geht. Auch wenn der Autor diese Fragen natürlich auch nicht beantworten kann: Der Beitrag, das Beispiel des Christen Albrecht, hat für den Zuhörer auch etwas Tröstliches.

Oder wie George Alexander Albrecht zum Schluss sagt: "Schmerzvoll war es nicht (wieder ins Leben) zurückzukehren, aber bedauerlich“. Er lacht und sagt weiter: "Schade, es wäre so schön gewesen."

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