Die heilige Elisabeth

Am 19. November gedenken wir der Schutzpatronin der Caritas
Am 19. November hat Lauras Oma Elisabeth Namenstag. Als Laura und Lukas über die anstehende Familienfeier sprechen, kommt Lauras Mama ins Kinderzimmer. "Du Mama, stell dir vor!", sagt Laura. "Die Lisa aus unserer Klasse hat auch am 19. November Namenstag. Ob sie mich angeschwindelt hat? Sie heißt doch nicht Elisabeth?"Die Mutter erklärt: "Lisa ist eine Abkürzung von Elisabeth. Deshalb darf die Lisa am 19. November getrost Namenstag feiern." Laura und Lukas werden neugierig und möchten etwas über die heilige Elisabeth erfahren. Und sie hören gespannt zu, als die Mutter zu erzählen beginnt:
Brot für die Armen
Elisabeth wurde im Jahr 1207 geboren. Sie war die Tochter des Königs Andreas II. von Ungarn. Als das Mädchen vier Jahre alt war, kam es nach Thüringen. Auf der Wartburg in Eisenach wurde sie zu einem Edelfräulein erzogen und im Jahr 1221 mit dem Fürstensohn Ludwig vermählt.
Der jungen Frau gefiel das Luxusleben am Fürstenhof aber nicht. Sie konnte die Augen vor dem Elend der Menschen in der Stadt nicht verschließen. Elisabeth brachte den Armen Kleidung und Brot. Sie selbst wurde immer bescheidener.
Einmal nahm sie während eines Gottesdienstes ihre Fürstenkrone vom Kopf und legte sie neben sich. Ihre Schwiegermutter war entsetzt und machte Elisabeth Vorwürde. Die aber antwortete: "Ich knie vor Jesus, der eine Dornenkrone trägt. Da möchte ich nicht selbst eine Krone aus Gold tragen."
Aus Brot werden Rosen
Eines Tages war Elisabeth mal wieder unterwegs, um den Armen Brot zu bringen. Sie trug es in einer Schürze unter ihrem weiten Mantel. Da kam plötzlich ihr Mann Ludwig und frage seine Ehefrau: "Was trägst du da unter deinem Mantel?" Elisabeth erschrak. Sie fühlte sich ertappt, weil sie nie mit ihrem Mann über das Brot gesprochen hatte. Und sie fürchtete seinen Zorn. Doch als Ludwig den Mantel zurückschlug, befanden sich in der Schürze lauter Rosen.
Ein anderes Mal pflegte Elisabeth einen Jungen. Er hatte eine ansteckende Krankheit. Sie legte ihn in ihr Bett. Als das ihrem Mann, dem Fürsten, gemeldet wurde, schaute er im Bett nach. Aber als der die Bettdecke zurückschlug, sah er darunter ein Kreuz.
Da nahm Ludwig seine Frau in die Arme und segnete sie. Er sah in dem Kreuz ein Zeichen Gottes. Und von da an unterstützte er seine Elisabeth darin, Gutes zu tun. Ludwig starb viel zu früh, bevor das jüngste ihrer drei Kinder geboren wurde.
Schutzpatronin der Caritas
Elisabeth war sehr traurig. Aber sie wusste nun, was sie zu tun hatte, und lebte von da an ganz für die Armen. Als eines Tages eine große Hungersnot ausbrach, öffnete sie die Vorratskammern der Burg. Ihr Schwager aber, der jetzt als Fürst regierte, vertrieb Elisabeth und ihre drei Kinder von der Burg.
Die vier lebten nun mit den Armen. Doch nach einiger Zeit bekam Elisabeth von der Fürstenfamilie den ihr zustehenden Anteil vom Vermögen ihres Mannes. Elisabeth ging mit ihren drei Kindern nach Marburg und baute dort ein Krankenhaus, in dem sie sich aufopfernd um die Kranken kümmerte. Doch bald wurde sie selber schwer krank und starb im Alter von 24 Jahren.
Bereits vier Jahre später wurde Elisabeth von Papst Gregor IX. heilig gesprochen. Weil Elisabeth so wohltätig war, verehrt der Caritas-Verband sie als Schutzpatronin.
Zu der Legende mit dem Brot, aus dem Rosen wurden, gibt es übrigens ein sehr schönes Kirchenlied: "Wenn das Brot, das wir teilen, als Rose blüht."
