Caritas – was ist das?

Schon 1897 gründete ein Kölner Priester den Caritasverband
Nachdem die Mutter Laura und Lukas von der heiligen Elisabeth, der Schutzpatronin des Caritas-Verbandes, erzählt hat, möchte Lukas wissen: "Was ist der Caritas-Verband eigentlich?" Lauras Mama erzählt den beiden Kindern von der Gründung dieses wichtigen Verbandes.Die Gründung des Caritas-Verbandes
Der Priester Lorenz Werthmann gründete am 9. November 1897 in Köln den "Caritasverband für das katholische Deutschland". Heute heißt er "Deutscher Caritasverband". Er hat seinen Hauptsitz in Freiburg und darüber hinaus viele Diözesan- und Ortsverbände. Die Menschen, die in diesen Verbänden arbeiten, kümmern sich um Behinderte, ausländische Mitbürger, Asylbewerber, kranke und alte Menschen, um Obdachlose und Familien in Notsituationen.
Viele Menschen arbeiten für den Caritasverband – hauptberuflich, aber auch als ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ohne diese vielen unbezahlten Helfer könnte in den Pfarrgemeinden nicht so viel Gutes getan werden. "Kennst du jemanden, der bei der Pfarr-Caritas arbeitet?", möchte Laura wissen. Ihre Mama lacht: "Ja, deine Oma Elisabeth, meine Mutter.."
"Waaas, die Oma?!“", staunt Laura. "Das wusste ich ja noch gar nicht." "Die Oma macht Krankenbesuche. Und das hat sie schon getan, als ich noch ein Kind war", erzählt Lauras Mama. "Einmal war ich sogar richtig wütend, weil sie ausgerechnet in den Herbstferien Kranke besuchte. Viel lieber hätte ich mit ihr einen Stadtbummel gemacht." "Bitte, Mama, erzähl uns davon!", bettelt Laura. Und ihre Mama beginnt zu erzählen:
Krankenbesuch oder Stadtbummel?
Mama und ich wollten in den Herbstferien einen Stadtbummel machen und anschließend ins Kino gehen. Der Tag stand schon fest, aber ich war ungeduldig und wollte, dass Mama und ich schon heute zum Bummeln gehen. Meine Mutter sagte: "Unmöglich. Denn heute mache ich Krankenbesuche."
Ich jammerte: "Ausgerechnet jetzt in den Herbstferien! Kannst du nicht ausnahmsweise heute mal schwänzen?" "Wir sind leider viel zu wenige", sagte meine Mama. "Und zwei, die sonst immer dabei sind, können diese Woche nicht. Eine ist selber krank, und die andere ist verreist. Aber weißt du was? Geht doch heute mal mit mir. Dann kannst du mir einen Besuch abnehmen, etwa bei Sabine. Die ist ungefähr in deinem Alter."
Ich schmollte weiter: "Die hat doch bestimmt genug Besuch." Meine Mutter schüttelte den Kopf und sagte: "Eben nicht. Sabines Vater ist im letzten Jahr gestorben, und ihre Mama arbeitet den ganzen Tag. Da kann sie Sabine nur abends im Krankenhaus besuchen. Und sie hat mir gestern noch gesagt, wie sehr Sabine sich über Besuch freut. Ich habe ihr versprochen, heute bei Sabine vorbeizuschauen."
Ich begleitete meine Mama. Erstens war ich neugierig. Zweitens wusste ich nicht so recht, was ich mit meiner Zeit anfangen sollte. Außerdem tat Sabine mir nun doch ein wenig Leid.
"Super, dass du mich besuchst!"
Gemeinsam gingen Mama und ich zum Krankenhaus und fuhren mit dem Aufzug in den vierten Stock. "Sabine liegt auf Zimmer 402", erklärte meine Mutter. "Sag ihr, dass du von der Pfarr-Caritas kommst und dass du meine Tochter bist. Ich war nämlich letzte Woche schon bei ihr. Du kannst bei Sabine bleiben, bis ich wieder komme. Ich besuche in der Zeit zwei andere Patienten."
Ich wollte meiner Mama noch hinterher rufen: "Was soll ich die ganze Zeit bei einem wildfremden Mädchen?!" Aber Mama war schon hinter einer der vielen Zimmertüren verschwunden. Ich ging zu Sabines Zimmer und klopfte an. Als sie hörte, wer ich war, strahlte sie und rief: "Super, dass du mich besuchst. Spielst du mit mir Tierquartett?" Das fand ich toll. Denn ich spielte für mein leben gern Tierquartett.
So funktioniert Caritas im Kleinen
Wir beide waren so im Spiel vertieft, dass ich meine Mama gar nicht bemerkte. Sie begrüßte Sabine und sagte dann zu mir: "Es wird Zeit nach Hause zu gehen." Ich bettelte: "Bitte, Mama, darf ich Sabine morgen wieder besuchen? Sie freut sich so, wenn ich komme und Quartett mit ihr spiele!"
Natürlich erlaubte meine Mama mir das. Auf dem Nachhauseweg erzählte ich ihr, dass Sabine Schwierigkeiten in Mathe hat. "Ich bin eine Klasse weiter, da könnte ich ihr helfen", schlug ich vor. Da lachte meine Mama und sagte: "Ich glaube, jetzt hast du verstanden, wozu unsere Pfarr-Caritas da ist. Anderen Menschen helfen, ohne dafür etwas zu verlangen. Du bist von einem Tag zum anderen zu einer richtigen kleinen Caritas-Mitarbeiterin geworden."
Natürlich war ich stolz. Und ich habe zu Sabine bis heute Kontakt. Wir schreiben uns immer noch zu Weihnachten und Geburtstagen.
