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Armenhilfe und Krankenpflege

Das Rosenwunder der Heiligen Elisabeth.
© KNA
Das Rosenwunder: Elisabeth ging mit einem Korb voll Brot für die Armen. Von Ludwig gefragt, was sie in dem mit einem Tuch verhüllten Korb trage, deckte sie ihn auf. Statt mit Brot war er mit Rosen gefüllt.

Um die heilige Elisabeth von Thüringen ranken sich viele spannende Geschichten

Über Elisabeth von Thüringen gibt es wie bei vielen anderen Heiligen zahlreiche Legenden. Eine umfassende Biografie verfasste ab 1289 Dietrich von Apolda (1228-1297), ein Dominikaner aus Erfurt. Sie gründet auf der Lebensbeschreibung Elisabeths durch Konrad von Marburg, ihres "Seelenführers", und auf Wunderberichten, die bereits 1232 zur Einleitung des Heiligsprechungsverfahrens nach Rom gesandt wurden.

Nach der von Dietrich von Apolda verfassten Vita wurde Elisabeths Geburt so angekündigt: "Ich sehe einen schönen Stern in Ungarn aufgehen und bis nach Marburg und von Marburg in die ganze Welt strahlen". So soll Meister Klingsor prophezeit haben, jener ungarische Sänger und Magier, der sich der Sage nach während des legendären "Sängerkriegs" auf der Wartburg aufhielt.

Auch die "Legenda aurea" des Jacobus de Voragine, eine Sammlung von Heiligenlegenden aus dem 13. Jahrhundert, enthält zahlreiche Elisabeth-Geschichten. Sie sollen zeigen, "wie groß ihre Andacht und Demut vor Gott war, wie sie Strenge und Enthaltsamkeit einhielt und wie sie mit den Armen freigebig und barmherzig war". In diesen volkstümlichen Legenden, die kurz nach Elisabeths Tod umgingen, wird das Leben der Heiligen als vorbildhaft gezeichnet.

So heißt es, schon als Kind habe Elisabeth Gewinne aus Pfänderspielen nicht für sich behalten, sondern an Arme weitergegeben. Und als die Schwiegermutter die junge Fürstin auf der Wartburg zur Rechenschaft gezogen habe, weil sie ohne Krone zur heiligen Messe gekommen sei, habe Elisabeths Antwort gelautet: "Wie kann ich eine goldene Krone tragen, wenn der Herr eine Dornenkrone trägt?"

Elisabeth hielt Vorwürfen stand

Viele Legenden um Elisabeth erzählen, wie sie Armen half, Kranke mit Hingabe pflegte, Trost spendete und Freude bereitete. So habe sie nach dem Verbot, weiterhin Geld im Volk zu verteilen, es sei denn Pfennige, solche Münzen in Gold prägen lassen und den Notleidenden gegeben. Andere Legenden beschreiben, wie die Landgräfin unerschütterlich Verleumdungen und Vorwürfen ihrer Umgebung standhielt und wie ihr Wunder zu Hilfe kamen.

So habe sie während der Abwesenheit ihres Mannes einen Aussätzigen ins Ehebett gelegt, um ihn dort zu pflegen. Als Ludwig nachschaute, habe er unter der Decke statt des Kranken ein Kruzifix gefunden. Populär war auch das "Mantelwunder". Danach ging Elisabeth einst prunkvoll gekleidet zu einer Mahlzeit an der fürstlichen Tafel. Unterwegs traf sie einen frierenden Bettler. Sofort schenkte sie ihm ihren Mantel. Da kam ein Engel und gab ihr ein prächtiges Gewand, damit sie pünktlich und vorschriftsmäßig gekleidet am fürstlichen Tisch erscheinen konnte.

Die wohl bekannteste Legende um die Heilige ist das "Rosenwunder". Danach verließ sie einmal die Wartburg mit einem Korb voll Brot für die Armen. Von Ludwig gefragt, was sie in dem mit einem Tuch verhüllten Korb trage, deckte sie ihn auf. Statt mit Brot war er mit Rosen gefüllt. Diese Legende wurde Elisabeth von Thüringen aber erst später zugeschrieben, in den biographischen Schriften des 13. Jahrhunderts ist sie noch nicht verzeichnet. Dagegen gehörte sie von Anfang an zu den Erzählungen über eine Verwandte, die heilige Elisabeth von Portugal (1271-1336), und kam wohl von dort in die Legendensammlungen über die Thüringer Landgräfin.

Im November 1231 wurde Elisabeth, die vier Jahre zuvor die Wartburg verlassen musste und nach Marburg übersiedelte, krank. Ihre letzten Tage, so heißt es, waren von Heiterkeit überstrahlt. Dem Tod nahe, soll sie die Vision eines Vogels gehabt haben, der fröhlich pfiff und sie dazu bewegte, mitzusingen. Nach ihrer Heiligsprechung 1235 soll Kaiser Friedrich II., der Elisabeth nach dem Tod ihres Mannes der Überlieferung nach heiraten wollte, barfuß und im Büßergewand Elisabeths sterblichen Überresten eine kostbare Krone aufgesetzt haben mit den Worten: "Ich durfte sie auf Erden nicht zur Kaiserin krönen, so will ich sie jetzt ehren mit dieser Krone als eine ewige Königin in Gottes Reich."

Von Monika Lissok (KNA)
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