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Religion studieren

Religionsunterricht in den einzelnen Schulstufen und Schularten

Eine Gruppe von Kinder auf dem Schulhof
© KNA-Bild

Unterschiedliche Bildungs- und Erziehungsziele

Die Praxis des katholischen Religionsunterrichts richtet sich nach der jeweiligen Schulstufe bzw. Schulart. Wie jedes andere Unterrichtsfach berücksichtigt sich auch der Religionsunterricht die psychosoziale und kognitive Entwicklung der Kinder und Jugendlichen sowie die Bildungs- und Erziehungsziele der jeweiligen Schulstufe:

- Primarstufe bzw. Grundschule
- Sekundarstufe I (Klassen 5 bis 10 der Haupt-, Real- und Gesamtschule sowie des Gymnasiums)
- Berufsschulen (Berufskolleg)
- Sonderschulen

Informationen zum katholischen Religionsunterricht in den verschiedenen Schularten geben auch die Religionslehrerverbände.

Studiengänge für die verschiedenen Lehrämter

Studiendauer, theologische Studienanteile und Sprachanforderungen richten sich nach dem angestrebten Lehramt und den Bestimmungen der jeweiligen Fakultäten und Institute.
Lehramt für die Primarstufe / Grundschule

- Studiendauer: sechs bis neun Semester
- Theologische Studienanteile: 20 bis 40 Semesterwochenstunden
- Sprachanforderungen: keine vorgeschriebenen Kenntnisse in alten Sprachen

Lehramt für die Sekundarstufe I / Haupt-, Real- und Gesamtschule

- Studiendauer: sechs bis neun Semester
- Theologische Studienanteile: 40 bis 60 Semesterwochenstunden
- Sprachanforderungen: geprüfte Kenntnisse in Latein und Grundkenntnisse in Griechisch

Lehramt für die Sekundarstufe II / Gymnasium, Gesamtschule, Berufsschule

- Studiendauer: acht bis zehn Semester
- Theologische Studienanteile: 70 Semesterwochenstunden
- Sprachanforderungen: geprüfte Kenntnisse in Latein und Griechisch

Hebräischkenntnisse sind erwünscht, werden aber nicht vorausgesetzt.
Nähere Informationen zu den konkreten Studienanforderungen geben die jeweiligen Fakultäten und Institute.

Grundschule

Der Unterricht in der Grundschule bzw. Primarstufe orientiert sich an der Art und Weise, wie Kinder dieser Altersstufe ihre Welt erschließen. Der Religionsunterricht beschäftigt sich vor allem mit biblischen Geschichten, christlichen Symbolen und kirchlichen Festen. Diese werden im Dialog mit den Lebensfragen und den Erfahrungen der Schülerinnen und Schülern erschlossen. Spielen, Lernen mit allen Sinnen, praktische Aufgaben, aber auch Erzählen und das Einüben elementarer Gesprächsformen gehören zum vielfältigen Methodenrepertoire des Religionsunterrichts in der Grundschule.

Sekundarstufe I

Der Unterricht in der Sekundarstufe I (Klassen 5 bis 10 der Haupt-, Real- und Gesamtschule sowie des Gymnasiums) ist stark biografisch orientiert. Er nimmt die existentiellen Fragen und Erfahrungen der Jugendlichen auf, und befähigt sie, sich eine eigene Position zu religiösen und moralischen Fragen zu erarbeiten. Dazu vermittelt er grundlegende Kenntnisse der Bibel, der katholischen Glaubenslehre, der Kirchengeschichte, der Ethik und der christlichen Spiritualität sowie anderer Religionen und Weltanschauungen.

Sekundarstufe II

In der Sekundarstufe II / gymnasiale Oberstufe steht didaktisch die wissenschaftspropädeutische Orientierung im Vordergrund. Damit wird die Studierfähigkeit der Schülerinnen und Schüler gefördert. Der Religionsunterricht eröffnet einen Zugang zu theologischen Fragestellungen und Methoden. Die Wissenschaftsorientierung trägt auch zur Persönlichkeitsbildung der Schülerinnen und Schüler bei und befähigt sie zur rationalen Auseinandersetzung mit religiösen und ethischen Fragen und zur argumentativen Darlegung ihrer eigenen Position.

Berufsschule

In den Berufsschulen (Berufskolleg) orientiert sich der Religionsunterricht an den Fragen und Erfahrungen der Auszubildenden und jungen Erwachsenen. Der Bezug zur Berufs- und Arbeitswelt prägt die Auswahl und Vermittlung der religiösen und moralischen Themen. Damit leistet der Religionsunterricht einen wichtigen Beitrag zum Erwerb von Handlungskompetenz im Berufsleben sowie im persönlichen und gesellschaftlichen Leben.

Sonder- und Förderschule

Der Unterricht in den Sonder- und Förderschulen berücksichtigt die unterschiedlichen Lebenssituationen von verhaltensgestörten und behinderten Schülerinnen und Schülern. Der Religionsunterricht erschließt ihnen die religiöse Dimension ihrer Lebenssituationen und versucht, das Vertrauen zu wecken, von Gott bedingungslos angenommen zu sein. Damit hilft der Religionsunterricht den Schülerinnen und Schülern, ihr Leben zu entfalten, und eröffnet ihnen einen Zugang zum gesellschaftlichen und kirchlichen Leben.

Von Dr. Andreas Verhülsdonk, Referent für Religionspädagogik im Bereich Glaube und Bildung des Sekretariats der Deutschen Bischofskonferenz
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