Der Caritasverband fördert die Integration

Behindertenhilfe und Psychiatrie im Deutschen Caritasverband
Die Statistik über Dienste und Einrichtungen der Behindertenhilfe und Psychiatrie aus dem Jahr 2001 zählt 851 Wohneinrichtungen mit über 40.000 Plätzen, 692 Tageseinrichtungen mit über 73.000 Plätzen und 387 ambulante Dienste. In diesen Caritas-Diensten und Einrichtungen arbeiten rund 52.600 MitarbeiterInnen, davon fast 30.000 in Vollzeit.Neben der konkreten Arbeit vor Ort will die Caritas der Ausgrenzung von Menschen mit Behinderung und psychischer Erkrankung aus der Gesellschaft entgegentreten. Der Verband fördert auf diese Weise ihre Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft fördern. Die Hilfen für Menschen mit Behinderungen oder mit chronischen psychischen Erkrankungen verstehen sich nicht nur als fachliche Unterstützung. Zugleich sollen sie auch die gegenseitige Akzeptanz von Menschen mit und ohne Behinderung fördern.
Mit seiner Arbeit will der Deutsche Caritasverband ethische, politische, fachliche und publizistische Ziele erreichen.
Dazu gehören:
- Die Universalität der Menschenwürde wird ohne Einschränkungen auf alle Menschen mit Behinderungen angewendet und das Leistungsprinzip ist nicht Selbstzweck.
- Mögliche Einschränkungen und Lasten, die sich aus der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung ergeben werden gerecht verteilt.
- Die Menschen erkennen, dass eine Gesellschaft ohne Leid Illusion ist und dass Mitleid sich in „tödliches Mitleid“ wandeln kann.
- VertreterInnen der Kirchen nehmen das Mitwirken in Staat und Gesellschaft als Arbeit zur Umsetzung der Prinzipien der Katholischen Soziallehre und letztlich zur Verbreitung des Evangeliums wahr und unterstützen diese Arbeit.
- Veränderungen des Sozialstaates gestalten wir so mit, dass der Staat und seine Administration einerseits die Selbstbestimmung und Selbsthilfekräfte behinderter und psychisch kranker Menschen fördern, aber andererseits die Verantwortung für die notwendige Hilfe übernehmen.
- VertreterInnen des Gesetzgebers und der staatlichen Administration erkennen die Konsequenzen ihres gesetzgeberischen und administrativen Handelns für behinderte und psychisch kranke Menschen, beziehen dazu Stellung und tragen dafür die Verantwortung.
- Eine Koalition zwischen allen gesellschaftlichen Kräften entsteht, die sich für die Selbstbestimmung und Einbeziehung behinderter und psychisch kranker Menschen einsetzen und die Solidarität und die Verwirklichung eines Nachteilsausgleichs einfordern und vorleben.
- Die fachlichen und organisatorischen Standards werden gemessen am Bedarf und an der Lebenswelt behinderter und psychisch kranker Menschen.
- Die Betroffenen werden in die Entwicklung und Festlegung als Experten ihres selbstbestimmten Lebens einbezogen.
- Die Hilfe wird zielgerichtet, systematisch und effizient organisiert und erbracht.
- Die Hilfen sind ein Teil der Gemeinden und des bürgerschaftlichen Engagements.
Die Träger- und Leitungsverantwortlichen und die MitarbeiterInnen in den Diensten und Einrichtungen sind über die sozialpolitischen Hintergründe und fachlichen Grundlagen der Hilfen für Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen informiert. Bedeutsame gesellschaftliche Gruppen nehmen Anteil an den Problemen einer gerechten Verteilung von Ressourcen und an einem gerechten Nachteilsausgleich für Menschen mit Behinderungen.
Entscheidungsträger in der Gesellschaft und der Politik, die für die Behindertenhilfe und Psychiatrie verantwortlich sind, nehmen die Arbeit des Deutschen Caritasverbands so wahr, dass sie auf seine Kompetenz regelmäßig zurückgreifen. Der Deutsche Caritasverband hat auf der Bundesebene zur Bearbeitung dieser Ziele das Referat Behindertenhilfe und Psychiatrie in der Zentrale und zwei Fachverbände. Auf der Ebene der Bistümer stehen in den Diözesancaritasverbände ebenfalls FachreferentInnen zur Verfügung.
Die Fachverbände sind der Zusammenschluss der Dienste und Einrichtungen eines Fachbereichs. Der Bundesverband Psychiatrie in der Caritas (PiC) wurde 1978 gegründet. Er hat 140 Mitglieder, die insgesamt rund 300 Einrichtungen und Dienste repräsentieren. Daneben gibt es den Fachverband Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie (CBP).
Dieser entstand 2001 aus drei Verbänden: Der Bundesarbeitsgemeinschaft katholischer Einrichtungen für sinnesbehinderte Menschen (BAGSB), dem Verband katholischer Einrichtungen und Dienste für körperbehinderte Menschen (VKEDKM) und dem Verband katholischer Einrichtungen und Dienste für lern- und geistig behinderte Menschen (VKELG). Der CBP hat 480 Mitglieder, die etwa 1.100 Dienste und Einrichtungen repräsentieren.
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