Advent heißt Ankunft

Die Vorbereitungszeit auf Weihnachten beginnt vier Wochen vor Heiligabend
Ursprünglich hatte die Adventszeit den Charakter einer Buß- und Fastenzeit als Vorbereitung auf das Christfest. Traditionell durfte in dieser Zeit nicht getanzt und nicht geheiratet werden. Die violette (Buß-)Farbe der Messgewänder erinnert noch heute daran. Seit Mitte des achten Jahrhunderts wird der 1. Adventssonntag als Beginn des neuen Kirchenjahres gefeiert.
In den Gottesdiensten an den Advents-Sonntagen werden häufig Texte aus dem Alten Testament verwendet, die die Ankunft des Erlösers prophezeien. Die vier Kerzen des zum jüngeren Brauchtum zählenden Adventskranzes symbolisieren das Kommen des "Lichts der Welt" (Johannesevangelium 8, 12). Die Zweige immergrüner Tannen stehen für das ewige Leben.
Sonntage mit eigenem Charakter
Jeder der vier Adventssonntage hat einen eigenen Charakter und ein eigenes liturgisches Gepräge: Der 1. Adventssonntag thematisiert das Kommen des Herrn, der 2. Adventssonntag dient der Vorbereitung auf den kommenden Erlöser, am 3. Adventssonntag steht Johannes der Täufer im Mittelpunkt, der 4. Adventsonntag ist in der katholischen Kirche Maria, der Mutter Gottes, gewidmet.
Wichtigste Symbole der Adventszeit sind heute der Adventskranz und der Adventskalender. Lezterer soll mit seinen 24 Türchen mit Bildern, Texten oder Schokolade die Wartezeit bis Weihnachten vor allem für die Kinder verkürzen. Zunächst war der Adventskalender vor allem ein Zeitmesser. Die eigentlichen Ursprünge lassen sich bis ins 19. Jahrhundert zurückverfolgen; der erste selbstgebastelte Adventskalender stammt vermutlich aus dem Jahr 1851. Der erste gedruckte Adventskalender erschien 1902 in Hamburg in Form einer Weihnachtsuhr. Um 1920 erschienen die ersten Adventskalender mit Türchen zum Öffnen auf dem Markt.
Die Tradition des Adventskranzes ist ebenfalls noch jung, sie geht zurück auf Johann Hinrich Wichern. Im Dezember 1838 entzündete er zum ersten Mal im "Rauhen Haus" in Hamburg jeden Tag im Advent eine Kerze, später steckte er die Kerzen auf einen Holzkranz. 1860 wurde der Kranz erstmals mit Tannenzweigen umwickelt - damit war der Adventskranz wie er heute bekannt ist geboren. 1925 erst hing erstmals solch ein Adventskranz auch in einer katholischen Kirche - in Köln. Inzwischen ist der Brauch weltweit verbreitet.

