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Einsatz für die Afrobrasilianer

Martha Bispo
© Adveniat
Martha Bispo

Martha Bispo setzt sich für die Benachteiligten in der brasilianischen Gesellschaft ein

Martha Bispo ist immer da, wo es brennt und die Bevölkerung ihre Hilfe braucht. Bei den Landlosen von Balsas, den Kokosnusssammlerinnen von Dom Pedro oder den Bewohnern der Favela von Joao de Deus. Immer steht die 50-jährige Brasilianerin an der Seite der Benachteiligten. Und davon gibt es viele in Maranhao.

Der nordbrasilianische Bundesstaat an der Grenze zum Amazonasurwald gilt als einer der rückständigsten in Brasilien mit der zweithöchsten Armutsrate. Migration, Schuldknechtschaft, Korruption, Rassismus und feudale politische Strukturen prägen das Leben.

Vor allem die afro-brasilianische Bevölkerungsmehrheit wird an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Auch Martha war von Diskriminierung betroffen: ihr Vater, der während einer Dürre aus seiner Heimat Paraiba fortgegangen war auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen, war Afro-Brasilianer. Der jugendlichen Martha wurde beschieden, sie solle sich keine Hoffnungen auf ein Studium machen, das sei den Weißen vorbehalten.

Theologin auf dem zweiten Bildungsweg

Doch Martha ließ sich nicht entmutigen, verließ als 13-Jährige ihre Familie, um in der Landeshauptstadt Sao Luis eine weiterführende Schule zu besuchen, wurde Lehrerin, arbeitete nebenher ehrenamtlich für die Landpastoral und in der Laienausbildung und konnte schließlich dank eines Adveniat-Stipendiums auf dem zweiten Bildungsweg doch noch Theologie studieren.

"Jeder Stein hier hat eine leidvolle Geschichte", sagt die Laienmitarbeiterin beim Gang durch die schmucke, koloniale Altstadt von Sao Luis, der Hauptstadt von Maranhao, gegründet von Franzosen und errichtet von Sklaven aus Afrika. Ein Erbe, zu dem man stehen muss - der erste Schritt hin zu mehr Selbstbewusstsein, sagt Martha. Deshalb arbeitet sie besonders gerne mit Jugendlichen, etwa den Kindern von Vila Embratel an der Peripherie von Sao Luis.

Martha ist auch heute gekommen, obwohl sie gerade eine Knieoperation hinter sich hat und das Busfahren mit den Krücken beschwerlich ist. Eine Gruppe Jungs und Mädchen führt Capoeira vor, den als Tanz getarnten Kampfsport der Sklaven. "Das ist die Kultur, die wir Brasilien geschenkt haben", sagt die 14-jährige Thais im Anschluss. Martha ist gerührt. "Es ist ein steiniger, langer Weg, aber wir sind schon vorangekommen", sagt sie.

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