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Zwei Schafe aus Bethlehem

Leere Krippe mit Schaf
© katholisch.de
Mischka? Kolja? Auch heute dürfen in keiner Krippe die Schäfchen fehlen.

Eine Weihnachtsgeschichte in zwei Teilen - Teil 1

Es ist bitterkalt in dieser Nacht. Aber die Schafe müssen nicht frieren. Im Stall ist es warm. Der Bauer hat neues Stroh gebracht, dazu Heu, Mohrrüben und Blätter vom Kohl. Die Schafe freuen sich über die guten Sachen. Aber heute haben sie es besonders eilig mit dem Fressen. Vor allem das kleinste Schaf.

Es ist ganz aufgeregt und meckert seine Geschwister an: "Nun beeilt euch mal!" Die Schafmutter ermahnt ihr Schäfchen: "Immer mit der Ruhe, mein Kind! Wer wird denn heute am Weihnachtsabend streiten!" Genau, heute ist Weihnachtsabend. Deshalb ist das kleine Schaf ja auch so aufgeregt.

Eine uralte Geschichte

Denn jedes Jahr am Heiligen Abend erzählt die Mutter ihren Kindern vom ersten Weihnachtsfest vor weit über zweitausend Jahren. Da wurde in der kleinen Stadt Bethlehem das Jesuskind geboren. "Zwei von uns waren dabei", sagt die Schafmutter. "Und die haben  die Geschichte von der Geburt des Jesuskindes ihren Kindern erzählt. Und die Kinder haben es ihren Kindern erzählt und so weiter. Und so ist es auch heute noch."

"Nun erzähl endlich, Mama!", ruft das kleine Schaf ungeduldig. Denn es hört die Geschichte heute zum ersten Mal. Da beginnt die Schafmutter zu erzählen:

Mischka hilft dem Engel

Es ist eine von diesen klaren Nächten. Hoch am Himmel über der Stadt Betlehem strahlt heute ein besonders schöner Stern. Er ist heller und größer als alle anderen Sterne. Auf den Feldern vor der kleinen Stadt lagern Hirten mit ihren Schafen. Alle schlafen – bis auf Mischka, das kleinste Schaf in der Herde. Es steht am Lagerfeuer und schaut zum Himmel. Das Schäfchen bewundert den großen Stern.

Da erscheint plötzlich jemand im Sternenlicht. Er sieht aus wie ein Mensch. Aber er ist ganz in Licht gehüllt und trägt ein weißes Gewand. "Ich bin ein Engel", sagt die weiße Gestalt. "Und ich bin gekommen, um euch eine frohe Botschaft zu bringen. Hilfst du mir, die Hirten zu wecken, kleines Schaf?" Das lässt Mischka sich nicht zweimal sagen. Laut blökend läuft er durch die Reihen der Hirten und Schafe.

Die Hirten stehen auf und reiben sich den Schlaf aus den Augen. Als sie den Engel sehen, bekommen sie Angst. Doch der Engel spricht freundlich zu ihnen: "Fürchtet euch nicht! Denn ich verkünde euch eine große Freude. Heute wurde in Bethlehem Jesus Christus, euer Retter, geboren. Ihr findet ihn in Windeln gewickelt in einer Krippe." Und dann erscheinen auf dem Feld noch mehr Engel. Sie singen: "Ehre sei Gott im Himmel und Frieden den Menschen auf Erden."

Der Weg zur Krippe

Die Hirten sind außer sich vor Freude. Ihr Retter ist geboren! Der Messias, auf den sie so lange gewartet haben und den Gott ihnen versprochen hat. Dann machen sie sich auf den Weg, um das Kind in der Krippe zu suchen. Der große Stern weist ihnen den Weg. Er führt sie bis vor die Tore der kleinen Stadt Bethlehem.

Auf einmal hören sie das Blöken von Schafen. Und sie sehen einen Stall. Alle haben es auf einmal sehr eilig. Auch das kleine Schaf Mischka. Denn es ist heimlich mitgelaufen. Plötzlich läuft ihnen aus dem Stall ein anderes kleines Schaf entgegen. Als die beiden Schäfchen sich sehen, blöken sie vor Freude.

"Ich bin Kolja", sagt das kleine Schaf aus dem Stall. "Und ich bin Mischka", sagt das andere. "Komm mit mir!", sagt Kolja. "Ich habe etwas sehr Schönes erlebt. Und ich kann dir viel darüber erzählen."

Die Hirten danken Gott

Zusammen mit den Hirten gehen die beiden Schafe in den Stall. Dort finden sie ein neugeborenes Kind. Es liegt in Windeln gewickelt in einer Krippe. "Genauso, wie es der Engel gesagt hat", flüstert Mischka.

Neben der Krippe sitzen die Eltern des Kindes. Sie heißen Maria und Josef. Die Hirten beten. Sie danken Gott, dass er sie zur Krippe geführt hat. Am liebsten würde Mischka bei seinem Freund Kolja im Stall beim Jesuskind bleiben. Sein Hirte scheint es geahnt zu haben. Er nickt seinem Schäfchen freundlich zu, streichelt es und flüstert: "Bleib ruhig eine Weile hier." Dann machen die Hirten sich wieder auf den Weg zurück zu ihren Feldern.

Von Margret Nußbaum
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