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50 Jahre Streit

Der Wormser Dom.
© KNA
In Worms (hier der Dom) wurde im September 1122 der Investiturstreit nach fast 50 Jahren beendet.

Der Investiturstreit belastete das Verhältnis von Kirche und Staat fast 50 Jahre lang

Der Investiturstreit begann mit der römischen Fastensynode des Jahres 1075 und dauerte fast 50 Jahre. Katholisch.de dokumentiert die wichtigsten Ereignisse der Auseinandersetzung bis hin zum "Wormser Konkordat".

1075: Papst Gregor VII. (1073-1085) verbietet die als "Investitur" bezeichnete Übertragung eines Kirchenamtes durch Laien. Damit will das Kirchenoberhaupt die Rolle der Kirche bei der Amtseinführung von Bischöfen und Äbten gegenüber den weltlichen Herrschern stärken. Das Verbot kollidiert jedoch massiv mit den Interessen der Herrscher, für deren Machtbasis die Investitur und die sich daraus ergebende Loyalität der geistlichen Würdenträger von großer Bedeutung ist.

Januar 1076: Der deutsche König Heinrich IV. (1056-1106) will sich nicht in das vom Papst ausgesprochene Verbot fügen und organisiert in seinem Reich Widerstand gegen Gregor. Auf dem Reichstag in Worms erreicht der König, dass sich die Mehrheit der deutschen Bischöfe auf seine Seite stellt und die Forderungen Gregors zurückweist. Zudem erkennt Heinrich seinem Widersacher die Papstwürde ab und fordert ihn zum Verzicht auf sein Amt auf.

Februar 1076: Als Reaktion auf den Angriff Heinrichs verhängt der Papst den Kirchenbann über den König und entbindet dessen Untertanen von ihrem Treueid.

Oktober 1076: Die deutschen Fürsten beschließen, Heinrich nicht mehr als ihren König anzuerkennen, wenn dieser es nicht bis zum Jahrestag der Exkommunikation schafft, den über ihn verhängten Kirchenbann zu lösen.

Januar 1077: Um seiner Absetzung als König zu entgehen, unterwirft sich Heinrich vor der oberitalienischen Festung Canossa dem Papst. Nach einem dreitägigen Buß-Ritual löst Gregor den Kirchenbann und nimmt den König wieder in die kirchliche Gemeinschaft auf.

März 1077: Trotz seiner Lösung vom Kirchenbann setzen die deutschen Fürsten Heinrich ab und ernennen Rudolf von Schwaben zum Gegenkönig. Drei Jahre lang tobt daraufhin ein Machtkampf um den Königsthron, der erst mit dem Tod Rudolfs im Oktober 1080 zugunsten von Heinrich IV. entschieden wird.

1081 bis 1084: Nachdem er während der Auseinandersetzung mit Rudolf von Schwaben erneut vom Papst gebannt worden ist, sucht Heinrich nach dem Sieg über seinen Gegenkönig auch im Kampf mit dem Kirchenoberhaupt eine gewaltsame Entscheidung. Bei einem dreijährigen Italien-Feldzug besetzt Heinrichs Heer Rom; Gregor muss ins süditalienische Salerno fliehen und von dort mit ansehen, wie sich Heinrich von einem von ihm ernannten Gegenpapst zum Kaiser krönen lässt.

Mai 1085: Gregor VII. stirbt in Salerno.

Februar 1106: Nach erneuten Kämpfen mit den deutschen Fürsten wird Heinrich IV. zur Abdankung gezwungen und stirbt am 7. August in der Verbannung in Lüttich. Nachfolger als König wird sein Sohn Heinrich V. (1106-1125).

23. September 1122: Das "Wormser Konkordat" beendet nach fast fünf Jahrzehnten den Investiturstreit. Das Dokument regelt die umstrittene Investitur, indem es zwischen einem geistlichen und einem weltlichen Teil bei der Zeremonie der Amtseinführung unterscheidet. Demnach hat die Kirche das Recht, den Bischof zu wählen und die Investitur mit den geistlichen Symbolen Ring und Stab durchzuführen. Die Wahl findet jedoch in Gegenwart des Königs bzw. Kaisers statt, welcher wiederum durch die Investitur mit dem Zepter, einem Symbol ohne geistliche Anklänge, die zum Bistum gehörenden Ländereien und Einkünfte überträgt.

Von Steffen Zimmermann
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