logo


E-Mail-Adresse *

Anrede 

Vorname

Nachname

Aktion wählen:
 Anmelden
 Abmelden

Angaben mit * sind Pflichtangaben.


Erzähl mir was  Seite drucken

Zwei Schafe aus Bethlehem

Die Heiligen Drei Könige an der Krippe (Pariser Stundenbuch, Lateinisches Stundenbuch nach dem Brauch von Paris, Meister der Münchner Legenda Aurea und Miniatoren aus dem Umkreis des Dunios-Meisters, Paris 1430-1440).
© KNA
Die Heiligen Drei Könige an der Krippe.

Eine Weihnachtsgeschichte in zwei Teilen - Teil 2

Es ist früh am Morgen. Das Kind in der Krippe und Maria, seine Mutter, schlafen noch. Josef ist schon auf den Beinen. Er zieht seinen Mantel an und geht nach draußen. Die beiden Schäfchen Mischka und Kolja folgen ihm. Mischka wundert sich: "Wohin mag Josef wohl gehen?" "Ich weiß es", sagt sein Freund, das Schäfchen Kolja. "Er geht in die Stadt, um eine Arbeit zu suchen. Denn er ist Zimmermann. Lass uns mit ihm gehen." Und so trotten die beiden Schäfchen neben Josef her – den Stadttoren Bethlehems entgegen. In der Stadt herrscht munteres Treiben. An den Straßen stehen Händler und verkaufen Fische, Brot und Früchte. Josef geht von Haus zu Haus und bietet seine Dienste an. Beim vierten Versuch hat er Glück. Die Leute dort brauchen  Tische und Bänke. Josef nimmt die Arbeit an, besorgt sich einen Karren und belädt ihn mit Holz. Dann schiebt er den Karren zurück zum Stall. Die beiden Schäfchen helfen tüchtig mit.

Ein Engel besucht Mischka

Nun ist es Nacht, und alle schlafen. Alle – bis auf Mischka. Plötzlich wird es ganz hell. Das kleine Schaf sieht eine Lichtgestalt an seiner Seite. "Bist du ein Engel?", fragt das Schäfchen. Der Engel antwortet: "Ja, ich bin gekommen, um dir ein Geheimnis zu verraten: Drei reiche Männer sind auf dem Weg nach Betlehem. Sie kommen von weit her. Es sind Sternforscher. Sie entdeckten den großen Stern am Himmel. Und sie glauben, dass ein solcher Stern das Zeichen für die Geburt eines großen Königs ist." Mischka unterbricht den Engel: "Stimmt ja auch!" Der Engel nickt und erzählt weiter: "Die drei Männer stehen schon kurz vor den Toren Jerusalems. Denn sie vermuten, dass sie den neugeborenen König im Palast des Herodes finden." "Ausgerechnet beim König Herodes suchen die drei Sternforscher unser Jesuskind!", ruft Mischka empört. Er mag Herodes nicht. Denn er ist kein guter König, sondern grausam und ungerecht. Auch diesmal nickt der Engel. Und dann verschwindet er so plötzlich, wie er gekommen ist.

Die drei Sternforscher

Seitdem sind einige Tage vergangen. Es ist Abend. Alle schlafen. Da erscheint der Engel wieder. Er berührt Mischka, und unser kleines Schaf schlägt die Augen auf. Der Engel erzählt: "Als Herodes von den Sternforschern hörte, dass sie einen neugeborenen König suchen, bekam er es mit der Angst zu tun. Er glaubt, es ist ein berühmtes Kind geboren worden, das ihm einmal seinen Thron wegnehmen wird. Darauf bestellte Herodes einige Priester und Gesetzeslehrer zu sich. Sie sollten herausfinden, ob es eine Schrift gibt, die den Geburtsort des Messias vorhersagt. Ein Priester konnte Herodes sofort antworten. Er sagte: 'Der Prophet Micha hat vorausgesagt, dass der Messias in der Stadt Davids, in Betlehem, geboren wird.' Herodes riet den drei Sternforschern, nach Bethlehem zu gehen. Sie sollten aber auf dem Rückweg wieder bei ihm vorbeikommen und ihm genau sagen, wo sie den neugeborenen König gefunden haben. Angeblich möchte Herodes unserem Kind in der Krippe auch Geschenke bringen. Aber wer Herodes kennt, traut ihm nicht über den Weg."

Königliche Geschenke

Vor den Toren Bethlehems erscheinen drei Männer. Sie sind prachtvoll gekleidet und ihre Kamele mit kostbaren Dingen beladen. Die drei Männer sind dem Stern gefolgt. Und nun haben sie ihr Ziel erreicht: den Stall mit der Krippe und dem neugeborenen König. Die Sternforscher spüren, dass es ein ganz besonderes Kind ist. Wie die Hirten in der Weihnachtsnacht knien auch sie nieder und beten zu Gott. Und dann holen sie ihre Geschenke. Es sind kostbare Dinge: Gold, Weihrauch und Myrre. Maria und Josef wundern sich und staunen. Die Männer kommen von so weit her! Und sie bringen königliche Geschenke mit! Josef bittet sie, über Nacht zu bleiben. "Ich kann euch nur einen Schlafplatz im Stall anbieten. Aber ihr würdet Maria und mir eine große Ehre erweisen, wenn ihr bleibt." Die drei Sternforscher freuen sich über die Einladung. Sie sind müde und möchten sich von den Strapazen ihrer langen Reise ausruhen.

Die Familie zieht eilig weiter

Am nächsten Morgen herrscht im Stall große Aufregung. Die drei Sternforscher sind weiter gezogen. Aber auch Maria und Josef packen in Eile ihre Sachen zusammen. Sie möchten mit Jesus nach Ägypten. Als Josef seinen Esel mit ihren Habseligkeiten und den königlichen Geschenken bepackt hat, hebt er Maria auf den Rücken des Esels. Sie hält das Jesuskind auf ihrem Schoß. Mischka und Kolja verstehen die Welt nicht. Und sie sind traurig, dass Josef, Maria und Jesus sie nun verlassen. Alles geht so schnell. Es ist kaum Zeit, Abschied zu nehmen. Die beiden Schäfchen winken den dreien und dem Esel so lange nach, bis sie sie  nicht mehr sehen können.

Zum letzten Mal erscheint der Engel dem kleinen Schaf. Er beginnt zu erzählen: "Die drei Sternforscher sind nicht nach Jerusalem gegangen. Denn Gott hat sie durch mich im Schlaf vor Herodes gewarnt. Auch dem Josef bin ich im Traum erschienen. Und ich habe ihn gewarnt: 'Nimm Maria und Jesus und flieh so schnell du kannst nach Ägypten. Denn Herodes ist hinter eurem Kind her, um es zu töten.'" "Das hätte ich mir gleich denken können!", schimpft Mischka. "Diesem Bösewicht ist wirklich alles zuzutrauen." "Es ist ja noch mal gut ausgegangen", meint der Engel. "Wenn Herodes mit seinen Soldaten nach Bethlehem kommt, ist Jesus mit seinen Eltern längst über alle Berge. Aber nun lebe wohl, mein kleines Schaf! Und vergiss nie, was wir gemeinsam erlebt haben!" "Das verspreche ich dir", ruft das kleine Schaf. "Ich werde dafür sorgen, dass diese wunderbare Geschichte in unseren Herzen weiterlebt."

Von Margret Nußbaum
zum Anfang zum Anfang
Das Internetportal der Katholischen Kirche in Deutschland
© Katholisch.de
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der Katholisch.de-Redaktion