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Jesuiten

Ignatius von Loyola.
© gemeinfrei
Ignatius von Loyola gründete den Jesuitenorden.

Gegründet wurde der Orden vom Spanier Ignatius von Loyola

Die Jesuiten sind die größte männliche Ordensgemeinschaft der katholischen Kirche. Gründer der "Gesellschaft Jesu", so die offizielle Bezeichnung in Anlehnung an den lateinischen Namen "Societas Jesu" (SJ), ist der Spanier Ignatius von Loyola (1491-1556). Er schuf einen völlig neuen Ordenstyp, der sich einer steten Anpassung an die aktuelle Situation verpflichtet weiß. Seit Januar 2008 steht der Spanier Adolfo Nicolas als Generaloberer an der Spitze der Gemeinschaft.

Jesuiten sind keine Mönche; sie führen kein Klosterleben und tragen keine Ordenskleidung. Neben Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam verpflichten sie sich in einem vierten Gelübde zu besonderem Gehorsam gegenüber dem Papst. Zudem legen sie ein Zusatzversprechen ab, nicht nach kirchlichen Ämtern zu streben.

Aufgabenfelder sind traditionell Schulen, Universitäten und Priesterausbildung, seit einiger Zeit auch die Medienarbeit. Nach Angaben des Ordens besuchen im deutschen Sprachraum rund 6.000 Menschen Bildungseinrichtungen in Trägerschaft der Jesuiten, darunter Gymnasien in Bonn, St. Blasien, Berlin, Hamburg, Linz und Wien. Hinzu kommen philosophisch-theologische Fakultäten in Frankfurt, Innsbruck und München.

Exzellente Ausbildung und strenge Exezitien

Papst Paul VI. beauftragte den Orden zudem, sich mit der sozialen Frage und dem Dialog mit dem Atheismus zu befassen. Jesuiten gelten, nicht zuletzt wegen ihrer exzellenten Ausbildung und ihrer strengen geistlichen Übungen (Exerzitien), als intellektuelle Elite und Avantgarde des Katholizismus. Ihre römische Hochschule, die "Gregoriana", ist die renommierteste unter den Päpstlichen Universitäten.

An der Spitze der Gesellschaft Jesu, die in 125 Ländern vertreten ist, steht ein Ordensgeneral. Er leitet von der römischen Jesuiten-Kurie aus derzeit weltweit knapp 19.000 Mitglieder, in Deutschland rund 420.

Bedeutende Jesuiten waren Franz Xaver (1506-1552), Matteo Ricci (1552-1610) sowie der Theologe Petrus Canisius (1521-1597). Im 20. Jahrhundert wurden Karl Rahner (1904-1984), Oswald von Nell-Breuning (1892-1991) und Teilhard de Chardin (1881-1955) weltweit berühmt.

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