Die 10 Gebote

Gott diktierte Mose Regeln fürs Zusammenleben
Mose stieg auf den Berg Sinai, und Gott teilte ihm die Gebote mit, die Mose dem Volk Israel weitergeben sollte. Gott sprach: "Ich habe euch aus der Sklaverei befreit. Ihr seid mein auserwähltes Volk, Und dies sind meine Gebote." Mose schrieb alles, was Gott sagte, auf Steintafeln. Es sind die zehn Gebote: Regeln fürs Zusammenleben mit Gott und den Menschen.1. Auf Gott vertrauen
Das erste Gebot: "Ich bin der Herr, dein Gott! Du sollst keine anderen Götter neben mir haben." Das heißt: Gott möchte der Mittelpunkt unseres Lebens sein. Auf ihn sollen wir vertrauen – und nicht auf Leute, die uns Sand in die Augen streuen und uns Reichtum oder die Erfüllung aller Wünsche versprechen.
2. Mein Gott!
Das zweite Gebot: "Du sollst Gottes Namen achten und so deine Liebe zu Gott zeigen." Wie oft sagen wir "Mein Gott, beeil dich doch mal!" oder "Mein Gott, warum dauert das nur so lange!" Das Gebot meint aber: Wenn wir Gottes Namen aussprechen, sollen wir an ihn denken und nicht an Belangloses wie das Warten auf einen Freund, der so lange an den Hausaufgaben sitzt. Oder wenn wir in der langen Schlange an der Kasse im Supermarkt stehen. Oft gehen wir sehr leichtfertig mit dem Namen Gottes um.
3. Pause machen
Das dritte Gebot: "Du sollst den Feiertag heiligen." Gott meint damit, dass wir nach einer Woche in der Schule oder auf der Arbeitsstelle zur Ruhe kommen sollen. Denn auch er hat am siebten Tag der Schöpfung geruht, als er sah: Es ist alles gut geworden. Wir brauchen Inseln der Ruhe – an Sonntagen und an Feiertagen, um zu uns selber zu kommen. Gott meint es also gut mit uns, wenn er uns diese Pausen verordnet.
4. Mama und Papa hab ich lieb
Das vierte Gebot: "Du sollst Vater und Mutter ehren." Eltern tun so viel für ihre Kinder. Und Gott möchte, dass wir dankbar für Mamas und Papas Liebe und Fürsorge sind und ihnen helfen – auch wenn wir uns manchmal vor lästigen Pflichten drücken. Wenn alle Rücksicht aufeinander nehmen – die Großen auf die Kleinen und die Kleinen auf die Großen -, dann leben wir so, wie es Gott gefällt.
5. Niemanden ausgrenzen
Das fünfte Gebot: "Du sollst nicht töten." Wie käme ich denn dazu, jemanden zu töten? So denkst du bestimmt. Klar! Aber Grausamkeit hat viele Gesichter. Ein Beispiel: Wie viele Kinder werden von anderen ausgelacht, nicht beachtet, angerempelt, verprügelt. Mobbing nennt man das heute. Es ist zwar kein Mord, aber da geht etwas in der Seele des Kindes kaputt. Gott möchte, dass zwischen uns Menschen Frieden herrscht. Auch das ist mit diesem Gebot gemeint.
6. Auf mich ist Verlass!
Das sechste Gebot: "Du sollst nicht die Ehe brechen." In Treue zusammenstehen, sich aufeinander verlassen können, gute und schlechte Zeiten miteinander teilen, uns der Verantwortung anderen Menschen gegenüber stellen: So funktionieren Ehen und Freundschaften. Gott möchte, dass wir nicht gleich beim ersten Streit auseinander gehen. Jeder Mensch hat eine Chance verdient.
7. Diebstahl? Nein danke!
Das siebte Gebot: "Du sollst nicht stehlen." Dem Klassenkameraden ein Fußballbild stiebitzen: Der hat ja so viele, das merkt er sowieso nicht! Oder eine Station mit dem Bus fahren, ohne zu bezahlen: Der Kontrolleur steigt sowieso frühestens bei der nächsten Station ein, und da bin ich schon längst ausgestiegen! Oder der Kassiererin im Supermarkt den Euro nicht zurückgeben, den sie uns aus Versehen zuviel ausgezahlt hat: Sie hätte ja besser aufpassen können! Diebstahl ist kein Kavaliersdelikt, wie es die Großen oft nennen. Wir schaden damit einem anderen – etwa der Kassiererin, die den Euro aus eigener Tasche zahlt, weil am Abend die Kasse nicht stimmt.
8. Wahrheit kostet Mut
Das achte Gebot: "Du sollst nichts falsches über deinen Nächsten sagen." Mit anderen Worten: Du sollst nicht lügen. Doch Hand aufs Herz: Wie oft drehen wir anderen das Wort im Mund herum. Wir lügen wie gedruckt, wenn wir besser da stehen wollen als andere. Wir versprechen etwas, das wir nicht halten können. Wir schwindeln, um uns Vorteile zu verschaffen. Wir verheimlichen eine schlechte Note. Gelegenheiten zum Lügen gibt es Tag für Tag. Und die Wahrheit zu sagen, kostet oft Mut. Aber so möchte Gott uns – wahrhaftig und mutig.
9. Niemandem den Freund ausspannen
Das neunte Gebot: "Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau." Das heißt: Gott möchte nicht, dass wir Beziehungen zerstören. Denn es bleiben immer Menschen zurück, die darunter leiden, zum Beispiel Kinder. Bestimmt hast du schon einmal mitbekommen, wie traurig jemand ist, dessen Eltern sich scheiden lassen. Der Grund für eine Trennung ist oft, dass ein Ehepartner eine neue Freundin oder einen neuen Freund findet, mit dem er zusammenleben möchte. Was für Ehen gilt, gilt aber auch für Freundschaften. Es gefällt Gott zum Beispiel nicht, wenn du schlecht über jemanden redest und Lügen erzählst, weil du ihm seinen Freund ausspannen willst.
10. Nicht neidisch sein
Das zehnte Gebot: "Du sollst nicht beehren deines Nächsten Hab und Gut." Oft sind wir unzufrieden und neidisch: Warum darf die Nachbarstochter Reitunterricht nehmen und ich nicht? Warum trägt der Junge von gegenüber Markenklamotten und ich Hosen und Shirts vom Billigdiscounter? Ständiges Schielen darauf, was andere haben, macht unzufrieden und undankbar – und blind für das Elend, in dem andere Menschen leben müssen. Gott möchte, dass wir die Augen nicht vor unserem Glück verschließen. Wir haben liebevolle Eltern und wunderbare Freunde. Dies ist ein wertvolles Geschenk, dass wir oft nicht genug zu schätzen wissen.
Aus Exodus, Kapitel 20 (auch in Deuteronomium Kapitel 5)
