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Das goldene Kalb

Das goldene Kalb
© KNA
Das goldene Kalb steht für einen falschen Gott. Heute ist oft Geld damit gemeint.

Wie die Israeliten Gott verrieten und ihn sehr zornig machten

Mose stieg vom Berg Sinai hinab und sprach mit den Israeliten über die Gebote Gottes. Sie erklärten einstimmig, alle Gebote zu befolgen. Dann errichtete Mose am Fuß des Berges einen Altar. Das Volk brachte dem Herrn Schlachtopfer dar.

Mose schrieb die Weisungen Gottes auf. Und die Israeliten versprachen, alles zu tun, was Gott ihnen aufgetragen hatte.

Gold für das Gotteszelt

Die Israeliten, die während ihrer langen Wanderschaft in Zelten wohnten, hatten kein Gebäude, in dem sie Gott verehren konnten. Deshalb gebot Gott Mose, ein heiliges Zelt für ihn aufzustellen – ein Zelt aus einfachem Ziegenhaar und Schaffell. Das Innere des Gotteszeltes jedoch sollte mit viel Silber und Gold prachtvoll ausgestattet werden.

Der wichtigste Teil im Zelt war eine mit Gold überzogene Holztruhe mit einem Deckel aus purem Gold, auf dem sich zwei goldene Figuren befanden. Die Israeliten waren so begeistert, dass sie Mose alles gaben, was er zum Ausbau des Gotteszeltes brauchte. 

Ein Götterbild aus Gold

Eines Tages sagte Gott zu Mose: "Ich will dir Steintafeln mit meinen Geboten und Vorschriften geben." Der Berg Sinai war von einer großen Wolke bedeckt. Am siebten Tag rief Gott mitten aus der Wolke Mose herbei. Die Israeliten am Fuße des Berges erschauerten. Denn Gottes Herrlichkeit zeigte sich als ein riesiges loderndes Feuer. Da ging Mose mitten durch die Wolke und stieg den Berg hinauf. Dort blieb er 40 Tage und 40 Nächte.

Die Israeliten wunderten sich, dass Mose so lange auf dem Berg blieb. Sie langweilten sich und sagten zu Moses Bruder Aaron: "Lass uns weiterziehen. Wir wissen ja nicht, warum Mose nicht mehr vom Berg herunter kommt. Mach uns Götter, die vor uns herziehen!"

Da sagte Aaron: "Bringt mir allen Schmuck, den ihr noch habt!" Aaron schmolz alles Gold zusammen und goss daraus ein Kalb. Das Volk schrie begeistert: "Das ist unser Gott!" Sie brachten Opfer dar, feierten ein Fest und tanzten um das goldene Kalb herum.

Ein Vertrag zwischen Gott und den Menschen

Gott wurde zornig und forderte Mose auf: "Steig hinunter! Denn dein Volk ist vom Weg abgewichen, den ich ihm vorgeschrieben habe. Sie haben aus Gold ein Kalb gegossen und verehren es als ihren Gott. Es ist ein gottloses Volk, ich habe es durchschaut!"

Gott war nicht nur zornig, sondern auch sehr traurig, weil die Israeliten ihr Versprechen so schnell gebrochen hatten. Da stieg Mose vom Sinai hinab. Er hielt die zwei Steintafeln in der Hand, die auf beiden Seiten beschriftet waren. Es war Gottes Schrift, die Urkunde seines Bundes mit den Israeliten.

Als Mose das Volk um das goldene Kalb tanzen sah, wurde er sehr zornig. Er schleuderte die Tafeln fort und zerschmetterte sie am Fuß des Berges. Dann packte er das goldene Kalb, verbrannte es im Feuer und sagte zu seinem Bruder Aaron: "Warum hast du das zugelassen?" Aaron antwortete: "Das Volk ist schuld, denn es ist böse."

Gott vergibt den Israeliten

Die Israeliten aber schämten sich. Mose sagte: "Ihr habt schwer gesündigt. Ich will Gott um Verzeihung bitten. Mose sprach zu Gott. Er wollte alle Schuld auf sich nehmen. Aber Gott war immer noch zornig und wollte das Volk bestrafen. Nach einem langen Gespräch mit Mose war Gott bereit, den Israeliten zu vergeben.

Sie brachten Opfer dar als Zeichen ihrer Umkehr. Doch Gott verließ sich nicht allein darauf. Er schaute den Menschen mitten ins Herz, um zu sehen, ob sie ihre Sünde wirklich bereuten. Und er versprach Mose, die Israeliten auch weiterhin zu begleiten.

Er hatte den Bund mit seinem Volk erneuert. Die Israeliten mussten versprechen, neu zu beginnen und die Gebote Gottes nun wirklich zu halten. Sie versprachen es, brachen ihre Zelte ab und verließen die Gegend um den Berg Sinai.

(Nacherzählt aus: Exodus 24-34)

Junge denkt nach
© Claudia Paulussen/Fotolia.com
Hmmm....

Nachgedacht

Liebe Kinder,

ja, so ist Gott. Er kann zornig werden, ist aber auf der anderen Seite bereit zu verzeihen, wenn jemand sündigt – etwa so wie Mama oder Papa. Auch die können wütend werden. Das kennt ihr bestimmt alle.

Ein Beispiel: Du benutzt Papas Arbeitscomputer, obwohl du ihm versprochen hast, dass du die Finger davon lässt. Und du löschst aus Versehen eine wichtige Datei. Dein Papa kommt dahinter. Er ist sauer, weil er nun alles wiederherstellen muss. Das kostet viel Zeit. Schlimmer: Dein Papa ist enttäuscht, weil du dein Versprechen gebrochen hast. Er schreit dich an und sagt, dass man sich nicht auf dich verlassen kann.

Das sitzt tief. Traurig ziehst du dich in dein Zimmer zurück und überlegst, was du tun kannst, damit alles wieder gut wird. So wie auch die Israeliten über ihr Unrecht nachgedacht und sich geschämt haben.

Eine gute Fürsprecherin

Und dann bekommst du vielleicht mit, wie deine Mama in Papas Arbeitszimmer geht und mit ihm spricht. Du lauscht ein bisschen an der Tür und hörst, wie sie sagt: "Er (sie) hat sich keine Gedanken gemacht, was passieren kann, wenn er (sie) deinen Computer benutzt. Und nun tut es ihm (ihr) Leid, und er (sie) ist traurig. Sei doch wieder gut mit ihm (ihr)!"

Wie schön, dass die Mama sich für dich einsetzt! Vielleicht schreibst du deinem Papa einen lieben Brief mit der Bitte, nicht mehr böse auf dich zu sein, und mit dem Versprechen, nie wieder ungefragt seinen Computer zu benutzen. Und bestimmt kommt dein Papa, wenn er den Brief gelesen hat, zu dir, nimmt dich in seine Arme und sagt: "Es ist alles wieder gut! Ich hab dich lieb." Ungefähr so, wie Gott es mit den Israeliten gemacht hat...

Von Margret Nußbaum
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